Ein neuer Sheriff für die Fed? Etwas steilere EUR-Kurve zwischen 5 und 10 Jahren bei anhaltender Spread-Kompression

Während die Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger Powells wenig Einfluss auf den Zinspfad der Fed haben wird, nehmen Zinssenkungserwartungen für die EZB aufgrund der EURUSD-Stärke und erhöhter Aktienvolatilität etwas zu. Supplydruck hält die Laufzeitprämien bei langen EUR- und USD-Laufzeiten erhöht. Die Erosion der Safe-Haven Prämie von Bunds verlangsamt sich, hält aber an und deutsche Investoren sollten ihren Home-Bias reduzieren.

Kevin Warsh – Politisierung der Fed bleibt Thema

Die Bestätigung von Kevin Warsh durch den Senat sollte keine Schwierigkeit sein und er dürfte Mitte Mai die Nachfolge von Powell an der Spitze der Fed antreten. Trotz seiner Vergangenheit als “Falke” wirft dies Zweifel an der künftigen Unabhängigkeit der Federal Reserve auf. In einem Gastbeitrag im Wallstreet Journal im November 2025 übernahm Warsh zentrale Punkte von Trumps Wirtschaftspolitik: Er propagiert deutlich höhere Wachstumsziele, sieht Künstliche Intelligenz als disinflationären Impuls und Basis für eine lockerere Geldpolitik, lehnt internationale Regulierungsvorgaben für Banken („Basel“) sowie den bisherigen Konsens zum Freihandel ab.

Warsh sieht die Inflation primär als Folge exzessiver Staatsausgaben und weniger als Resultat der Geldmenge oder des Lohnwachstums – eine Sichtweise, die die Verantwortung für Preisdruck dem politischen Apparat zuschiebt. Die Gefahr, dass die Fed unter seiner Führung eine expansivere Geldpolitik verfolgen dürfte, als es die ökonomische Lage eigentlich rechtfertigen würde, darf nicht ignoriert werden. Entsprechend werden Sorgen um eine Politisierung der Fed am Markt Bestand haben. Entscheidend für die USD-Kurve wird sein, ob Warsh an seiner “alten” Forderung nach einer kleineren Fed-Bilanz festhält. Wenn ja, würde dies eine steilere Kurve zwischen 5 und 30 Jahren nach sich ziehen.

Damit sehen wir die scharfen Verluste bei Edelmetallen (Gold –20%, Silber -40% in der Spitze) auch nicht ursächlich mit der Nominierung von Warsh verbunden. Stattdessen dürfte der Markt nach der Rally sehr einseitig “long” über Derivate positioniert gewesen sein, so dass anfängliche Gewinnmitnahmen schnell zu einer Lawine von Margin-Calls und damit zur Liquidation von Long-Positionen führten. Wie in anderen Marktsegmenten auch, sind exponentielle Preisanstiege im Vorfeld Vorboten abrupter und brutaler Korrekturen.

Etablierte Risikohierachie am Kapitalmarkt verschiebt sich?

Trotz dieser Korrektur bei Edelmetallen sehen wir sowohl die Goldkäufe von Zentralbanken und internationalen Investoren als auch die Widerstandsfähigkeit von Aktien auf geopolitisches Störfeuer weiterhin als Warnsignale, dass sich die etablierte Risikohierarchie am Kapitalmarkt verschiebt. Ausgehend von den geopolitischen Umwälzungen – allen voran den Versuchen einer strategischen Abkopplung Europas von den USA sowie der Schwächung der Glaubwürdigkeit des USD durch die Trump-Administration – wird die Rolle von Staatsanleihen als „sicherer Hafen“ zunehmend hinterfragt: Sachwerte sind gesucht! Noch zeigen sich die Anleihemärkte oberflächlich resilient, doch sind wir bei Zins² überzeugt, dass die Entwicklung starken Einfluss auf die EUR-Zinskurve, Spreads in der Eurozone sowie die Performance von Bunds gegenüber Swaps haben wird.

Kurzes Ende der Zinskurve

Die Kombination aus einem Vertrauensverlust der US-Politik, offenen Forderungen Trumps nach einer Politisierung der Fed, einer chaotischen Zollpolitik sowie den weiter hohen Leistungs- und Haushaltsdefiziten der USA zwingen internationale Investoren die Risiken bei US-Assets inklusive dem USD neu zu bewerten. Dass viele Investoren nach den Jahren der Outperformance von US-Aktien im USD übergewichtet sind, verstärkt den Druck auf die US-Währung.

Dabei profitiert der Euro als primärer „Anti-Dollar“, da er einerseits hohe Liquidität und andererseits institutionelle Sicherheiten verspricht. Ein festerer EUR dämpft den Inflationsdruck und eröffnet der EZB Spielraum für eine expansivere Haltung. Spätestens bei einem Bruch von EURUSD über 1,25 hinaus dürfte die Diskussion um erneute Zinssenkungen der EZB spürbar an Momentum gewinnen. Forderungen des österreichischen Zentralbank-Chefs Kocher unterstreichen dies. Bei der kommenden Sitzung am 5. Februar dürfte die EZB dieses Risiko zwar nicht zu stark betonen, doch zumindest in der Pressekonferenz verbal anschneiden. Perspektivisch sollten Zinssenkungserwartungen etwas zunehmen, auch wenn die Hürde für eine Zinssenkung weiterhin recht hoch ist.

Langes Ende der Zinskurve

Die geopolitische Lage erzwingt eine massive Erhöhung der Investitions- und Verteidigungsausgaben in Europa. Ohne steigende Schuldenstände auch jenseits von Deutschland wird dies nicht gehen. Entsprechend stark wird die Supplywelle bei Staatsanleihen aber auch Anleihen der EU sein. Laufzeitprämien und damit Real-Renditen werden weiter zulegen. Vor allem der Laufzeitbereich zwischen 10 und 20 Jahren dürfte davon betroffen sein und entsprechend präferieren wir Steepener-Positionen im Bereich zwischen 2 und 10 Jahren aber auch zwischen 5 und 20 Jahren. Das ultra-lange Ende jenseits von 30 Jahren sollte aufgrund fehlenden Angebots dagegen outperformen.

Ob höhere Volatilität am langen Ende der US-Treasurykurve ebenfalls ein Thema für die EUR-Kurve wird, ist schwer abzuschätzen. Die Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger von Powell spricht zunächst gegen die Bereitschaft die Fed-Bilanz Puffer für hohe Haushaltsdefizite einzusetzen und damit für eine steilere US-Kurve zwischen 5 und 30 Jahren. Da dies jedoch dem erklärten Ziel von Trump und seinem Finanzminister Bessent widerspräche, Renditen am langen Ende der Kurve eher zu senken, ist unklar, ob sich Warsh bei der Fed-Bilanz durchsetzen wird.

Spread-Strategie: Weiter auf Kompression setzen

Innerhalb der Eurozone setzen wir weiterhin auf eine Spread-Kompression gegenüber Bundesanleihen. Denn die geopolitische Zeitenwende wird OHNE gemeinschaftliche Schuldenaufnahme in der EU nicht umzusetzen sein. Entsprechend wird in den kommenden Quartalen die Emission von EU-Anleihen weiter zunehmen. Der Status von Bunds als Safe-Haven und Aaa-Asset im Gefüge der Euroland-Staatsanleihen wird weiter verwässert, was sich auch in einer Underperformance von Bunds gegenüber Swaps widerspiegeln sollte. Die schon historisch engen Spreads reflektieren damit kein Korrekturrisiko, sondern spiegeln die neuen politischen Realitäten wider. Engere Staatsanleihe-Spreads wirken dämpfend auf die Renditeaufschläge von EUR-SSAs und Covered Bonds. Das Umfeld niedriger Zinsvolatilität begünstigt zusätzlich Carry-Positionen.

Negative Aktienprämie beim S&P 500 & enge Spreads bei Unternehmensanleihen: Spiegelbilder der erodierenden Safe-Haven Prämie von Staatsanleihen

Aktienprämien S&P 500 und EuroStoxx 50
Chart der Woche

Zum Vergleich der relativen Attraktivität von Aktien und Anleihen wird häufig auf die Aktienprämie verwiesen, der Differenz aus der Gewinnrendite (Reziprok des KGVs) von Aktien und der Rendite 10-jähriger Staatsanleihen. Diese notiert zwar im Fall des EuroStoxx 50 mit 2,8% noch deutlich positiv, ist jedoch inzwischen auf weniger als die Hälfte des Durchschnitts der vergangenen 20 Jahre geschrumpft. Die USA sind schon „weiter“. Hier ist die Aktienprämie inzwischen mit –0,5% schon klar negativ.

Historisch betrachtet gelten Aktien bei einer negativen Aktienprämie als überbewertet. Aus Sicht von Zins² ist dies jedoch kein isoliertes Warnsignal für eine bevorstehende Aktienkorrektur, sondern vielmehr ein Symptom für den Statusverlust von Staatsanleihen. Wir interpretieren diese Entwicklung – analog zum dynamischen Kursanstieg bei Edelmetallen – als Beleg für eine grundlegende Neubewertung öffentlicher Schulden im globalen Portfoliokontext. Ein Paradigmenwechsel findet statt.

Hohe Haushaltsdefizite, steigende Staatsverschuldung, der Unwille / die Unfähigkeit der Politik fiskalisch gegenzusteuern und die damit mittel- und längerfristig zunehmenden Bedenken um die Schuldentragfähigkeit der Industriestaaten sind Ursachen für die Erosion der Safe-Haven Prämie von Staatsanleihen. Die politischen Wirrungen Trumps und seine expliziten Forderungen, dass sich die Geldpolitik dem Primat der Fiskalpolitik unterwirft (fiskalische Dominanz der Geldpolitik) verstärken das Misstrauen. Entsprechend fordern Marktteilnehmer global höhere Risikoprämien am langen Ende der Zinskurven, die sich damit zwischen 2 und 10 Jahren versteilen.

Die aufkommenden Zweifel am Safe-Haven Status von Staatsanleihen führen zudem zu Umschichtungen in der Asset-Allokation, wobei reale Assets auf Kosten von „Papier“ (Anleihen) in der Gewichtung zulegen. Aktien repräsentieren dabei Sachwerte, da nominale Unternehmensgewinne und Umsätze oft mit der Inflation gleichziehen und damit in der Breite eines Index eine Absicherung gegen Inflationsgefahren bieten - im Gegensatz zu festverzinslichen Staatsanleihen. Diese zusätzliche Nachfrage nach Sachwerten lässt die Bewertungsniveaus im historischen Vergleich ansteigen, ohne dass dies zwingend als klassisches Zeichen der Überbewertung missverstanden werden darf. Es handelt sich um eine Neubewertung der Risikohierarchie an den Kapitalmärkten!

Die Erosion der Safe-Haven-Prämie erklärt zudem die aktuelle Kompression der Credit-Spreads. Benchmark-Anleihen (Treasuries, Bunds) verbilligen sich relativ und absolut im Anleiheuniversum (steigende Renditen). Entsprechend erfahren Instrumente, die gegenüber diesen Benchmarks bewertet werden, aber vorteilhaftere Attribute besitzen – wie ein geringeres Angebot (Supply) oder eine Besicherung durch reale Assets –, eine relative Aufwertung. Dies führt zu technisch engen Spreads bei Unternehmensanleihen im USD- und EUR-Raum. Wie bei der Aktienprämie gilt auch hier: Die historisch engen Spreads sind primär ein Resultat der Benchmark-Schwäche und weniger ein Zeichen der Überbewertung von Unternehmensanleihen. Entsprechend besteht kein Grund, eine baldige Korrektur im Credit-Segment zu erwarten.

Fazit: Es findet eine Neubewertung von Staatsanleihen und damit einhergehend eine Veränderung der Risikohierarchie am Kapitalmarkt statt. Fallende Aktienprämien, hohe Edelmetallpreise und enge Benchmark-Spreads bei Unternehmensanleihen sind verschiedene Ausprägungen dieses Paradigmenwechsels.

Eingepreiste Veränderung Leitzinsen (kumuliert)

Eingepreiste Veränderung Leitzinsen (kumuliert)

Bis Jahresende preisen die SOFR-Forwards etwa 50 Bp an Zinssenkungen für die Fed ein. Im Vergleich zu Ende 2025 ist dies ein Rückgang um etwa 10 Bp. Juni wird als realistisches Datum für den nächsten Schritt gesehen. Wir halten an der Sicht fest, dass im Zweifel die Fed die Zinsen schneller und stärker senken wird (3 statt 2 Schritte). Für die Bank of Japan wurden die Zinssteigerungserwartungen bis Jahresende u. a. aufgrund der hohen Marktvolatilität aber auch niedrigen CPI-Zahlen um knapp 8 Bp nach unten revidiert. Zwei volle Zinserhöhungen auf 1,25% bleiben eingepreist. Aufgrund der EURUSD-Stärke wird für die EZB wieder eine gewisse Chance für eine Zinssenkung gesehen. Die Hürde bleibt jedoch hoch.

Erwartete Veränderung EZB Einlagensatz

Erwartete Veränderung EZB Einlagensatz

Die deutliche Befestigung von EURUSD hat zu einer Verschiebung der EZB-Zinserwartungen im Monatsvergleich um etwa 4-5 Bp nach unten geführt. Mit 6 Bp per September 2026 wird jedoch nur eine Wahrscheinlichkeit von etwa 25% für eine Zinssenkung gesehen. Vor allem das stärker als erwartete Wachstum in Deutschland und Spanien stabilisiert die Erwartungen. Erst ein Anstieg von EURUSD über 1,25 hinaus dürfte im EZB-Rat eine echte Diskussion um eine erneute Zinssenkung losbrechen lassen. Auch wenn die Zinssteigerungserwartungen für die EZB für Ende 2027 um etwa 11 Bp im Monatsvergleich abgesenkt wurden, werden weiterhin knapp 20 Bp an Zinssteigerung eingepreist.

EUR-Swap (6m)

EUR-Swap (6m)

Die Kurve hat sich im Monatsvergleich bis etwa 20 Jahre recht gleichmäßig um 5-6 Bp nach unten verschoben. Im Bereich zwischen 30 und 50 Jahren fielen die Rückgänge stärker aus. Hier bleibt die Entwicklung stark technisch getrieben und spiegelt u. a. die weniger als erwartet stattfindenden Glattstellungen ultra-langer Receiver-Swaps wider.

Komponenten der EUR-Swapkurve: Veränderung zum 30.12.25

Komponenten der EUR-Swapkurve: Delta vs. 30.12.

Während Inflationserwartungen über die ganze Kurve u. a. aufgrund der in Europa steigenden Gaspreise leicht anziehen, wird der Rückgang der nominalen Swapsätze von fallenden Realrenditen geleitet. Dies ist gleichbedeutend mit einem Rückgang der zuvor eingepreisten Risikoprämien für ein früheres Tightening der EZB-Politik.

Kurvenspread EUR-Swap (6m)

Kurvenspread EUR-Swap (6m)

Trotz des Auspreisens früher Zinssteigerungserwartungen für die EZB hat sich die Kurve zwischen 2 und 10 Jahren weiter verflacht. Im Umfeld der Risk-On Stimmung an den Märkten wurde Duration gut aufgenommen. Auch zwischen 10 und 30 Jahren verflachte sich die Kurve, was aus unserer Sicht bisher noch fehlende Aktivitäten niederländischer Pensionskassen in den Derivatebüchern widerspiegelt.

Bund-Swap Spread

Bund-Swap Spread

Ohne Flows von den niederländischen Pensionskassen und angesichts der Erwartungen für mehr gemeinschaftliche Schuldenaufnahme in der EU underperformen Bunds gegen Swaps; vor allem im 30-jährigen Segment ist die Bewegung stark technisch getrieben..

Marktdaten: Zinsen & Spreads

Stand 29.01.2026
Δ vs. 30.12.2025
Zinsen
Δ
2y5y10y30y2s10s10s30s
IRS 2.22-4.8 2.51-6.4 2.87-6.7 3.17-7.8 64.8-1.9 30.7-1.1
i-Spread (bps)
Δ
2y5y10y30y 2s10s10s30s
GER GOV -15-0.7 -100.2 -23.0 318.7 123.8 345.6
FRA GOV -2-5.0 20-7.0 56-7.6 117-2.9 58-2.6 614.7
ITA GOV -4-1.1 23-3.4 58-2.7 1150.5 62-1.6 573.2
i-Spread (bps)
Δ
2y5y10y30y
KfW -4-1.1 4-2.8 16-1.2
EU -6-2.7 3-1.8 27-0.5 874.4
Land NRW 0-0.5 16-3.7 32-4.4 58-8.6
COV AAA GER 4-0.5 15-1.3 28-2.7

Marktdaten: Swaption Vols

Stand 29.01.2026
Δ vs. 30.12.2025
N-Vol (bps)
Δ
IRS-Tenor
1Y2Y5Y10Y30Y
Maturity 1m 27.25.4 35.52.7 45.3-4.1 45.3-11.0 50.8-8.8
3m 28.32.8 38.20.7 45.7-6.0 47.8-10.3 51.5-10.2
6m 33.61.7 43.0-0.8 48.4-4.9 53.5-5.5 56.1-6.0
1y 42.6-2.0 48.9-2.3 53.0-3.1 55.0-4.8 58.0-4.5
2y 53.1-3.2 56.1-2.7 57.5-3.7 58.8-3.4 60.1-3.5
5y 64.0-3.5 64.4-3.4 64.2-2.4 64.1-1.3 62.2-1.1
10y 67.0-2.5 67.3-2.5 66.2-1.1 64.80.1 61.30.5

10J Swap vs. Standardabweichung

10J Swap vs. Standardabweichung

Der Graph zeigt den 10jährigen Swapsatz im Vergleich zu seiner (zeitabhängigen) Standardabweichung. Nachdem der Swapsatz im betrachteten Zeitraum zunächst den σ-Kegel nach oben verlassen hatte – was einen im Vergleich zur Markterwartung relativ starken Anstieg widerspiegelte – sind die Zinsen zuletzt wieder in den Kegel zurückgekehrt.

Abaki Fixed Income Convexity

Rückblick

Der Abaki Fixed Income Convexity steht aktuell knapp unter seinem All Time High. Der starke Anstieg der letzten Wochen resultierte insbesondere aus der hohen Nachfrage nach ultra-langen Laufzeiten (Spread-Einengung) bei gleichzeitiger Schwäche langer Bunds. Die Kurvenverflachung am langen Ende, sowie der Zeitwertverfall geschriebener Optionen hatten einen positiven Performance-Beitrag.

Positionierung

Den Flattener des Kernportfolios assoziieren wir aktuell mit einer Short-Position (profitiert von steigenden Renditen). Zur Neutralisation dessen stellen wir eine leichte Long-Position im mittleren Laufzeitsegment dagegen. Wir sehen im Bereich 5s10s weiter Versteilungspotential und haben diese Position auch auf dem Buch. Spread-seitig sehen wir 10-jährige Bunds noch immer als gute Short-Gelegenheit gegen andere Bonds aus dem europäischen Kernmarkt. Zuletzt haben wir eine Grundposition in französischen Covereds aufgebaut. Vol-seitig sind Risikoprämien moderat gepreist. Wir sind weiterhin leicht Gamma short gegen das Grundportfolio und sichern Tails mit preiswerten kurzlaufenden Optionen ab.

Ausblick

Wir gehen von einem ausgeglichenen Zinsniveau aus. Politische Risiken wiegen derzeit die avisierte Supply-Welle auf. Kurze implizite Zinsvolatilitäten sind aktuell moderat tief – weisen gegenüber den Realisierungen auf täglicher Basis aber immer noch einen Aufschlag aus. Gegen das aktuelle Setup sollte man sich nicht stellen – weder durch das Warten auf einen „Knall“ noch durch zu aggressives Eingehen von Carry-Positionen im Zinsgamma-Bereich.

ICM