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Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 26.01.2026 · 13:47

Goldpreisanstieg – Spiegelbild des Trades: Raus aus „Papier“, rein in reale Assets

Der Anstieg der Kurse von Gold, Silber und Platin in den vergangenen Wochen (und Monaten) ist spektakulär: Seit dem 30.12.25 legte Silber um 52 %, Platin um 42 % und Gold um 18 % zu. Dass die Bewegungen – insbesondere bei Silber – zuletzt auch von spekulativen Flows getrieben wurden, ist angesichts der exponentiellen Preisentwicklung plausibel. Entsprechend steigt auch das Risiko temporärer Gegenbewegungen.

Der Anstieg der Kurse von Gold, Silber und Platin in den vergangenen Wochen (und Monaten) ist spektakulär: Seit dem 30.12.25 legte Silber um 52 %, Platin um 42 % und Gold um 18 % zu. Dass die Bewegungen – insbesondere bei Silber – zuletzt auch von spekulativen Flows getrieben wurden, ist angesichts der exponentiellen Preisentwicklung plausibel. Entsprechend steigt auch das Risiko temporärer Gegenbewegungen. Trotzdem sehen wir von www.zins2.de in dieser Entwicklung ein Warnsignal für eine tiefgreifende strukturelle Verschiebung in der Asset-Allokation globaler Investoren: Raus aus „Papier“, rein in reale Assets.

Angesichts des begrenzten verfügbaren Goldvolumens (210.000 Tonnen = etwa 34.000 Mrd. USD) im Vergleich zum geschätzten Volumen der Staatsanleihe-märkte von rund 140.000 Mrd. USD kann sich der Preisanstieg bei Edelmetallen weiter fortsetzen und Kursziele sind in diesem Umfeld unseriös. Technische Korrekturen dürften relativ schnell wieder als Kaufgelegenheit wahrgenommen werden.

Aktien profitieren grundsätzlich von dieser Entwicklung, da sie zu höheren Bewertungsmultiples führt. Das bedeutet jedoch auch: Eine negative Aktienprämie ist kein Zeichen dafür, dass Aktien überteuert sind oder eine baldige Korrektur bevorsteht.


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Die hier bereitgestellten Inhalte stellen keine Anlageberatung, keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und keine Aufforderung zum Tätigen von Geschäften dar. Alle Einschätzungen, Marktkommentare und Analysen spiegeln ausschließlich unsere aktuelle Meinung wider und können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Eine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Informationen wird nicht übernommen. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Quelle der Grafik: Bloomberg und eigene Berechnungen.

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Goldpreisanstieg – Spiegelbild des Trades: Raus aus „Papier“, rein in reale Assets
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 25.01.2026 · 13:07

Zinspause der Fed, Quartalszahlen der Tech-Giganten, Euroland: Datenschnipsel & Gas-Füllstände

Die Drohungen Trumps, 100 % Zölle auf kanadische Exporte in die USA zu erheben, sollte Kanada ein Handelsabkommen mit China unterzeichnen unterstreichen, dass es nach Davos kaum Grund gibt, auf fallende geopolitische Risikoprämien an den Kapitalmärkten zu setzen. Dies sollte in dieser Woche zu weiterer Unterstützung für Gold und Silber sowie zu Absicherungsdruck (Forward‑Selling) beim USD führen. In der Eurozone

Die Drohungen Trumps, 100 % Zölle auf kanadische Exporte in die USA zu erheben, sollte Kanada ein Handelsabkommen mit China unterzeichnen unterstreichen, dass es nach Davos kaum Grund gibt, auf fallende geopolitische Risikoprämien an den Kapitalmärkten zu setzen. Dies sollte in dieser Woche zu weiterer Unterstützung für Gold und Silber sowie zu Absicherungsdruck (Forward‑Selling) beim USD führen.

In der Eurozone dürften die stark rückläufigen Füllstände der Gasspeicher in Deutschland verstärkt in den Fokus rücken. Lagen der Füllstand Anfang Januar noch bei 56 %, sind es aktuell nur noch 38% (23.01.). Entsprechend dürfte sich der Anstieg des Gaspreises fortsetzen. Grundsätzlich neue Impulse für die EUR-Zinskurve erwarten wir davon jedoch nicht.

Angesichts des Zenits der US-Berichtsaison (103 Unternehmen aus dem S&P 500) und 7 Unternehmen aus dem EuroStoxx 50 liegt der Fokus in dieser Woche eher auf Aktien als auf Zinsmärkten.

US‑Daten: Für den Zinsentscheid der Fed am 28.01. ist weniger als 1 Basispunkt Zinssenkung eingepreist; auch für die Folgesitzung am 18. März liegen die in den Forwards eingepreisten Zinssenkungserwartungen bei nur 4 Basispunkten. Zwar hat sich der US‑Arbeitsmarkt abgeschwächt, doch ist der Anstieg der Arbeitslosenquote (4,4 %) noch begrenzt. Zudem bleibt vor allem der Konsum recht stabil, sodass die Fed voraussichtlich ein „Abwarten“ kommunizieren wird. Wir halten es weiterhin für wahrscheinlich, dass die US‑Zinsen im weiteren Jahresverlauf schneller zurückgehen werden als aktuell am Markt eingepreist (eher drei als zwei Zinssenkungen).

Jenseits der Fed steht die Q4‑Berichtssaison iim Fokus. USA: Die Zahlen von Microsoft, Meta und Tesla (28.01.) sowie Apple (29.01.), zusammen mit Schwergewichten wie Boeing, General Motors, Visa und Mastercard sowie den Energieriesen Exxon Mobil und Chevron, sind Highlights. Eurozone: 7 Unternehmen aus dem Eurostoxx 50 berichten unter anderem ASML am 26.01. und SAP am 29.01.

Euroland‑Daten Daten aus der Eurozone, wie der deutsche ifo‑Index (26.01.) bzw. die BIP‑Zahlen für Q4 am Freitag, sollten kaum neue Impulse für die EZB‑Zinserwartungen geben. Vor allem die expansive deutsche Fiskalpolitik macht sich bemerkbar und sorgt für recht stabile Wirtschaftsdaten. In diesem Umfeld erscheinen die am Markt eingepreisten, unveränderten Leitzinsen der EZB bis Jahresende als realistisches Szenario, auch wenn Zinssenkungsrisiken höher einzuschätzen sind als Zinssteigerungsrisiken.


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Zinspause der Fed, Quartalszahlen der Tech-Giganten, Euroland: Datenschnipsel & Gas-Füllstände
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 24.01.2026 · 14:24

Gold & Silber: Hinweis auf schnellen Rückzug ausländischer Investoren aus den USA? Eher nein!

Auch wenn Donald Trump in Davos am Ende verbal etwas zurückruderte: Der fundamentale Bruch mit politischen Normen bleibt und die Wahrscheinlichkeit erneuter Angriffe gegen Verbündete bleibt hoch. Der scharfe Anstieg des Goldpreises ist hierbei das Fieberthermometer der globalen Nervosität. Die Entwicklung hat Konsequenzen für die Politik als auch die Assetallokation, wobei in beiden Fällen ein schneller Kurswechsel schwierig ist.   Das

Auch wenn Donald Trump in Davos am Ende verbal etwas zurückruderte: Der fundamentale Bruch mit politischen Normen bleibt und die Wahrscheinlichkeit erneuter Angriffe gegen Verbündete bleibt hoch. Der scharfe Anstieg des Goldpreises ist hierbei das Fieberthermometer der globalen Nervosität. Die Entwicklung hat Konsequenzen für die Politik als auch die Assetallokation, wobei in beiden Fällen ein schneller Kurswechsel schwierig ist.  

Das Exit-Dilemma für ausländische Investoren:

1) Die Käufer-Frage: Wer soll den Ausländern die US-Aktien auf den aktuell rekordverdächtigen Bewertungsniveaus abkaufen? Auch bei US-Treasuries ist die Schlange derer, die außerhalb der USA ihre Exposure freiwillig aufstocken wollen, derzeit eher kurz. Im Einzelfall mit kleinen Volumina wird es zwar gelingen Verkäufe zu tätigen, nicht jedoch in der aggregierten Masse von mehreren 1000 Mrd. USD.

2) Die Liquiditäts-Frage: Angenommen, der Ausstieg gelingt – wohin mit dem Kapital? Die USA bieten den mit Abstand tiefsten und liquidesten Kapitalmarkt. Es gibt schlicht kaum Alternativen, die derart massive Volumina absorbieren können, ohne sofortige Preissprünge auszulösen. Welch extreme Preisausschläge einseitige Nachfrage bei begrenzter Verfügbarkeit nach sich zieht zeigen aktuell die Preise von Gold und Silber.

3) Bei allen politischen Risiken für US-Assets mit Blick auf Trump bieten auch die Märkte jenseits der USA kein ruhiges Fahrwasser. Entsprechend wichtig bleibt die Diversifikation im Portfolio - und dazu gehört weiterhin ein großer Anteil an US-Assets. Auch die Technologieführerschaft der USA in wichtigen Wirtschaftssegmenten spricht dafür.

Was bedeutet das für die kommenden Quartale?

Wir von www.zins2.de erwarten keine Flucht aus US-Assets, wohl aber einen schleichenden Abbau von Übergewichtungen in den USA relativ zu den Benchmarks. Die Folgen:

Aktien: Etwas niedrigere Bewertungsmultipels bei US-Titeln und eine wahrscheinliche Underperformance gegenüber dem MSCI ex USA.

Anleihen: Anhaltend hohe Laufzeitprämien bei US-Treasuries, da der „Term-Premium“ das gestiegene politische Risiko widerspiegeln muss (=steile Kurve). Letzteres strahlt auch auf Europa aus. Das Argument, dass eine Reallokation aus US-Anleihen in europäische Bonds zu dauerhaft flacheren Zinskurven in der Eurozone führt "kaufen" wir nicht.

USD: Die Abschwächungstendenzen dürften anhalten wobei bei den Preisbewegungen zwischen den Auswirkungen der Hedgeaktivität und Verschiebungen in der Assetallokation unterschieden werden muss. Die USD-Schwäche am Freitag würden wir eher mit USD-Absicherungsgeschäften in Verbindung bringen.  


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Gold & Silber: Hinweis auf schnellen Rückzug ausländischer Investoren aus den USA? Eher nein!
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 22.01.2026 · 12:08

Davos-Ruhe, SCOTUS, JGBs: Warum die EU-Zinskurve jetzt zum "Flattener" neigt

Nach der vorübergehenden Glättung der Wogen beim World Economic Forum in Davos scheint die europäische Strategie klar: Zeit kaufen. Ein sofortiges Umdenken oder eine radikale Abkopplung der EU von den USA ist unwahrscheinlich. Man hofft auf die US-Midterm-Elections am 3. November 2026 – in der Erwartung, dass die Republikaner das Repräsentantenhaus verlieren und Trumps Spielraum schwindet. Der kritische Tenor der Richter

Nach der vorübergehenden Glättung der Wogen beim World Economic Forum in Davos scheint die europäische Strategie klar: Zeit kaufen. Ein sofortiges Umdenken oder eine radikale Abkopplung der EU von den USA ist unwahrscheinlich. Man hofft auf die US-Midterm-Elections am 3. November 2026 – in der Erwartung, dass die Republikaner das Repräsentantenhaus verlieren und Trumps Spielraum schwindet. Der kritische Tenor der Richter am US Supreme Court bei der Anhörung zum Fall Lisa Cook hat zudem die Sorge vor einer direkten Politisierung der Fed gedämpft. Damit rückt das Szenario einer extremen, politisch induzierten Kurvenversteilung in den USA erst einmal aus dem Fokus. Auch die Nachricht, dass der Sell-Off bei ultra-langen JGBs am Montag nur von sehr niedrigen Umsätzen (<500 Mio USD) ausgelöst wurde spricht zunächst gegen weitere Steepening-Impulse für die EUR-Kurve aus dem Ausland.  

Was heißt das für die EUR-Zinskurve und Spreads? 

Die ausbleibende Eskalation zwischen den USA und Europa und das anschließende Risk-On Sentiment spricht zunächst für eine etwas flachere Kurve – zumindest zwischen 2 und 10 Jahren. Diese Entwicklung würde zusätzliche Unterstützung von Fortschritten bei den Verhandlungen um einen Waffenstillstand in der Ukraine erhalten. Da in diesem Fall das Funding für den Wiederaufbau der Ukraine stark über gemeinschaftliche Schuldenaufnahme der EU finanziert würde, stützt dies unsere Grundüberzeugung, dass Bunds weiterhin gegenüber anderen Euroland Staatsanleihen underperformen. Aufgrund des Carrys und abnehmender Risiken eines Sturzes der Minderheitsregierung von Lecornu erscheinen uns OATs aber auch slovakische und irische Staatsanleihen attraktiv, um dies umzusetzen.   

Mit Blick auf den Bund-Swap Spread bleibt die Situation schwierig. Im 30-jährigen Segment und dahinter scheinen inzwischen von Seiten der niederländischen Pensionskassen Receiver-Swaps glattgestellt zu werden. Entsprechend underperformen Swaps gegenüber dem Buxl. Die Entwicklung dürfte weiter anhalten. 


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Davos-Ruhe, SCOTUS, JGBs: Warum die EU-Zinskurve jetzt zum "Flattener" neigt
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 21.01.2026 · 11:15

Trump: Was macht die EUR-Kurve?

Trumps voraussichtlich verspäteter Auftritt in Davos sowie die Anhörung vor dem US Supreme Court zu Lisa Cook sind heute die zentralen Ereignisse für die Märkte, wobei Davos im Vordergrund steht. Wir von Zins² wären überrascht, wenn Trump in Davos weiter an der Eskalationsschraube drehen würde, und erwarten entsprechend eine leichte Verschiebung der Bundkurve vor allem zwischen 2 und 10 Jahren

Trumps voraussichtlich verspäteter Auftritt in Davos sowie die Anhörung vor dem US Supreme Court zu Lisa Cook sind heute die zentralen Ereignisse für die Märkte, wobei Davos im Vordergrund steht. Wir von Zins² wären überrascht, wenn Trump in Davos weiter an der Eskalationsschraube drehen würde, und erwarten entsprechend eine leichte Verschiebung der Bundkurve vor allem zwischen 2 und 10 Jahren nach unten. Dies passt auch zur Entspannung am JGB‑Markt, wo es nach der gestrigen Panik zur erwarteten Gegenbewegung kam und die 40‑jährigen Renditen um 17 Bp nachgaben. Wie es in Japan weitergeht hängt davon ab, ob die gestrige Panik als Warnsignal von der japanischen Politik und der BoJ wahrgenommen wird.

Das gestrige, sowie heute fortgesetzte Steepening der EUR-Swapkurve zwischen 2/10 und 10/30 aufgrund der politischen Unsicherheit um Trump ist für uns nachvollziehbar (auch da Buba Präsident Nagel dovish war). Das illiquidere Kurvensegement 30/50 steigt Flow-getrieben überproportional. Die Outperformance von Bunds gegenüber Swaps werten wir in diesem Umfeld vor allem als technische Gegenbewegung nach der massiven Verschiebung der EUR-Swapkurve seit Jahresanfang auf die wir im Abaki Fixed Income Convexity nicht reagieren.

Dass sich die geopolitische Situation um Grönland dauerhaft entspannt, ist jedoch unwahrscheinlich; die weitere Entwicklung hängt von den anstehenden Entscheidungen des US Supreme Court, der Stimmung bei den Republikanern und — vielleicht am wichtigsten — von den Kursbewegungen US‑amerikanischer Assets ab. Die deutliche Underperformance 10‑jähriger US‑Treasuries gegenüber Bunds (Spread hat sich seit Jahresanfang um 18 Bp ausgeweitet), die relative Schwäche US‑amerikanischer Aktien gegenüber Asien und Europa, der Anstieg des Goldpreises auf neue Höchststände und die Nervosität des USD‑Index zeigen, dass globale Marktteilnehmer zunehmend risikoavers mit Blick auf US-Assets reagieren.

Grundsätzlich bleibt der Druck auf die EU, sich militärisch und technologisch von den USA zu lösen, hoch bzw. hat zuletzt deutlich zugenommen. Das gelingt nur über verstärkte politische Integration und hohe gemeinsame Investitionen. Entsprechend halten wir an unserer strategischen Sicht fest:

1) Supply‑Druck bei Staatsanleihen rund um den 10‑jährigen Kurvenpunkt bleibt auf Sicht der kommenden Jahre hoch bzw. nimmt weiter zu.

2) Bunds underperformen gegenüber Swaps und die Spreadkompression bei Euroland‑Staatsanleihen ist noch nicht beendet.

3) Regionale Diversifikation im EUR‑SSA‑ und Covered‑Bond‑Segment ist für deutsche Investoren wichtig (weniger Home‑Bias = weniger Bundesländer, Pfandbriefe). Rekordhohe Orderbücher bei der gestrigen syndizierten 10‑jährigen spanischen Staatsanleihe (148 Mrd. EUR) sowie der italienischen 7‑jährigen (150 Mrd. EUR Buch) zeigen, dass die Diversifikation globaler Investoren in die Peripherie anhält.


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Trump: Was macht die EUR-Kurve?
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 20.01.2026 · 11:04

Implosion von JGBs verstärkt Versteilungstendenzen der EUR-Kurve

Die Lage am japanischen Rentenmarkt eskaliert schnell: 40‑jährige JGB‑Renditen notieren inzwischen bei über 4%. Für die auch am langen Ende der EUR‑ und USD‑Kurve aktiven japanischen Lebensversicherungen übertreffen die JPY‑Renditen damit inzwischen deutlich die vergleichbaren Renditeniveaus im Ausland (bei Währungsabsicherung). Entsprechend strahlt die Kurvenversteilung in Japan auf die EUR‑ und USD‑Kurven ab. Verstärkt wird dies

Die Lage am japanischen Rentenmarkt eskaliert schnell: 40‑jährige JGB‑Renditen notieren inzwischen bei über 4%. Für die auch am langen Ende der EUR‑ und USD‑Kurve aktiven japanischen Lebensversicherungen übertreffen die JPY‑Renditen damit inzwischen deutlich die vergleichbaren Renditeniveaus im Ausland (bei Währungsabsicherung). Entsprechend strahlt die Kurvenversteilung in Japan auf die EUR‑ und USD‑Kurven ab. Verstärkt wird dies dadurch, dass Marktteilnehmer das lange Ende der Staatsanleihekurven insgesamt aufgrund unterschwelliger Sorgen um die Schuldentragfähigkeit nicht mehr als sicheren Hafen betrachten. Aus Sicht von www.zins2.de verstärkt dies in Stressphasen am Kapitalmarkt die Versteilungstendenzen vor allem zwischen 2 und 10 Jahren.

Hintergrund der Panik am JGB‑Markt: Die Auflösung des japanischen Unterhauses (Neuwahlen am 8. Februar) schürt Erwartungen an einen von Ministerpräsidentin Takaichi angekündigten Politikwechsel. Es wird mit weiteren fiskalpolitischen Impulsen über das im November angekündigte Fiskalpaket von 135 Mrd. USD hinaus gerechnet (z. B. Aussetzung der Umsatzsteuer auf Lebensmittel). Gleichzeitig hält der politische Druck auf die BoJ an, die Zinsen nur langsam anzuheben was Sorgen im Markt schürt, dass die BoJ im Umfeld der gestiegenen Inflation „behind the curve“ bleibt. Dies befeuert die Schwäche des JPY und die Belastung auf langen JGB‑Laufzeiten. Die Entwicklung gilt als Zeichen dafür, dass die Ära der Yield‑Curve‑Control der BoJ endgültig zu Ende ist.

Auswirkungen auf die EUR‑ und USD‑Kurve: Japanische Lebensversicherungen halten geschätzt etwa 300-400 Mrd. EUR an langlaufenden ausländischen Anleihen. Diese Positionen werden in der Regel rollierend gegen Währungsrisiken abgesichert. Die Hedgekosten spiegeln das Zinsdifferenzial am kurzen Ende der Kurven (JPY vs. EUR) wider. Entsprechend liegt die Rendite einer 30‑jährigen Anleihe der EU (10/2055, 4,11 %) nach 1‑Jahres‑Hedgekosten um knapp 100 Basispunkte unter der einer 40-jährigen JGB‑Anleihe. Da unter den neuen japanischen Solvency‑Regeln für Lebensversicherungen die Reduktion von Währungsrisiken „belohnt“ wird, ist der Trade „raus aus Fremdwährungs-anleihen, rein in JGBs“ für japanische Lebensversicherungen attraktiv und solche Flows sollten anhalten bzw. sich verstärken.

Aus Sicht von www.zins2.de ist die Belastung für das lange Ende der EUR‑Kurve damit strukturell und nicht nur temporär, auch wenn das Tempo des JGB-Sell‑offs übertrieben erscheint und eine zeitnahe Gegenbewegung wahrscheinlich ist. Zusammen mit geopolitischen Risiken bleiben für die EUR-Kurve Versteilungsrisiken zwischen 2 und 10 Jahren sowie zwischen 10 und 30 Jahren dominant. Jenseits von 30 Jahren halten wir an der Einschätzung fest, dass angesichts des fehlenden Angebots weiterhin einiges für eine Kurvenverflachung spricht. Entsprechend sehen wir die aktuelle Bewegung eher unterstützend für den Abaki Fixed Income Convexity (WKN A40RCV), der gestern ein erneutes Hoch verzeichnete.


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Implosion von JGBs verstärkt Versteilungstendenzen der EUR-Kurve
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 19.01.2026 · 15:59

Trump & Grönland: Das Ende der europäischen Appeasement-Strategie und potentielle Marktauswirkungen

Risikowahrnehmung an den Märkten nimmt zwar zu, doch halten sich Anleihe‑ und Aktienmärkte mit klaren Schlussfolgerungen zur geopolitischen Eskalation um Grönland bislang zurück. Nur Gold zeigt die erwartete deutlich positive Reaktion. Trumps Zolldrohungen wegen der europäischen Haltung zu Grönland und sein bizarrer Brief an Norwegen, in dem er die Zölle mit der ausbleibenden Vergabe des Friedensnobelpreises an ihn begründet, markieren

Risikowahrnehmung an den Märkten nimmt zwar zu, doch halten sich Anleihe‑ und Aktienmärkte mit klaren Schlussfolgerungen zur geopolitischen Eskalation um Grönland bislang zurück. Nur Gold zeigt die erwartete deutlich positive Reaktion.

Trumps Zolldrohungen wegen der europäischen Haltung zu Grönland und sein bizarrer Brief an Norwegen, in dem er die Zölle mit der ausbleibenden Vergabe des Friedensnobelpreises an ihn begründet, markieren das Ende der Appeasement‑Strategie der EU gegenüber der aktuellen US‑Regierung.
Die Entwicklung zwingt die EU zu schnellerer strategischer Autonomie gegenüber den USA, was eine gemeinschaftliche Außen‑ und Verteidigungspolitik sowie ein Mehr an gemeinschaftlicher Schuldenaufnahme nach sich ziehen wird.

Die EU dürfte in diesem Umfeld von wichtigen Index‑Providern als Sovereign Emittent anerkannt werden, was die Investorenbasis weiter stärken würde. Wir von www.zins2.de sehen die Entwicklung als Argument für eine strukturelle Underperformance deutscher Bundesanleihen (teuerster Emittent auf der Kurve) gegenüber anderen Staatsanleihen der Euroländer. Auch Anleihen der EU, des ESM oder der EIB haben Potenzial, gegenüber Bunds zu outperformen. Gegenüber dem Korb aus BIP‑gewichteten Euroland‑Staatsanleihen wirken 2‑, 5‑ und 30‑jährige EU‑Anleihen attraktiv, während 10‑jährige EU‑Laufzeiten teuer erscheinen.

Kurvenentwicklung: Viel hängt davon ab, wie Trump auf eine EU reagiert, die auf Gegenmaßnahmen statt auf Appeasement setzt.

1) Trump setzt auf Eskalation: Die Kurve zwischen 2 und 10 Jahren, aber auch zwischen 5 und 10 Jahren sollte sich versteilen. Ein eskalierender Zollstreit würde Konjunkturrisiken in wichtigen Eurolandstaaten auslösen, den Risk‑off‑Schub bei Aktien verstärken und damit EZB‑Zinssenkungs-erwartungen anheizen. Gleichzeitig würde die Notwendigkeit fiskalischer Gegenmaßnahmen steigen was das lange Ende der Kurve underperformen ließe.

2) Sollte Trump dagegen — etwa aufgrund von Druck aus der Republikanischen Partei oder dem Supreme Court — zurückrudern (wir von www.zins2.de sehen dafür eine Chance von über 50 %), würden verstärkte fiskalpolitische Impulse innerhalb der EU das kurze Ende der Kurve wieder in Richtung einer auf Sicht der kommenden Quartale unveränderten EZB‑Zinspolitik zurückpendeln lassen.. Erwartungen auf ein mehr an fiskalischer Integration in der EU dürften trotzdem anhalten und die Safe-Haven Prämie bei Bunds sollte erodieren und Bunds underperformen.


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Trump & Grönland: Das Ende der europäischen Appeasement-Strategie und potentielle Marktauswirkungen
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 18.01.2026 · 13:36

Schlüsselevents der Woche - Politik dominiert: WEF Davos, Eurogruppe, US-Supreme Court

In dieser Woche stehen nur wenige relevante Konjunkturdaten an, und auch die Zahl der Unternehmensberichte (Q4 2025) aus den USA und Europa bleibt überschaubar. Das ändert sich erst in der darauffolgenden Woche, wenn mit Meta, Tesla, Microsoft und Apple vier der Magnificent 7 ihre Q4 Ergebnisse vorlegen (28.01. und 29.01.). Entsprechend wird der Wochenstart klar von politischen Themen

In dieser Woche stehen nur wenige relevante Konjunkturdaten an, und auch die Zahl der Unternehmensberichte (Q4 2025) aus den USA und Europa bleibt überschaubar. Das ändert sich erst in der darauffolgenden Woche, wenn mit Meta, Tesla, Microsoft und Apple vier der Magnificent 7 ihre Q4 Ergebnisse vorlegen (28.01. und 29.01.). Entsprechend wird der Wochenstart klar von politischen Themen dominiert (USA Montag Feiertag, Martin Luther King Day).

Die von Präsident Trump angekündigten zusätzlichen US Zölle ab dem 1. Februar – 10 % auf alle Importe aus wichtigen EU Staaten sowie aus UK und Norwegen, ab Juni sogar 25 % – dürften zwar in dieser Form kaum umgesetzt werden (u. a. wegen der ausstehenden Supreme Court Entscheidung zur Rechtmäßigkeit der Zölle und zunehmendem Widerstand innerhalb der republikanischen Partei). Dennoch zeigen die politischen Wirrungen von Trump, dass auch das Handelsabkommen zwischen den USA und der EU keine Entwarnung in der Zollfrage bietet. Das am 19.01. beginnende World Economic Forum (WEF) mit Trump dürfte aus europäischer Sicht zudem weitere unerfreuliche Schlagzeilen produzieren. Marktteilnehmer müssen politische Tail Risiken – etwa hinsichtlich NATO Bestand oder strukturellen Veränderungen innerhalb der EU – stärker gewichten, insbesondere falls die EU wie von Präsident Macron gefordert das Anti Coercion Instrument als Reaktion auf Trumps Grönlandpolitik aktiviert.
Neben der Zolleskalation und dem WEF steht das Treffen der Finanzminister der Eurozone (19.01.) im Fokus. Der Vorschlag für die Nachfolge von Luis de Guindos als EZB Vizepräsident (seine Amtszeit endet am 31. Mai 26) ist in der von Proporz geprägten EZB relevant für die spätere Nachfolge von Präsidentin Lagarde, deren Amtszeit am 31.10.2027 endet.
Ein weiterer politischer Datenpunkt ist die Anhörung im Fall Lisa Cook vor dem US Supreme Court am 22.01. Die Einschätzung von www.zins2.de dazu finden Sie im vorherigen Post.

Marktausblick von www.zins2.de zum Wochenstart
EUR Zinskurve:
Höhere US Zölle bzw. das Risiko einer Eskalation treffen die Eurozone in einer konjunkturell sensiblen Phase. Es ist fraglich, ob die jüngst angehobenen Wachstumsprognosen für 2026 Bestand haben. Am kurzen Ende der Kurve sollten die Renditen zum Wochenstart etwas nachgeben, ohne dass die Erwartungen stabiler EZB Zinsen für 2026 ernsthaft infrage stehen. Am langen Ende dürfte die Underperformance von Bunds gegenüber anderen Euroland Staatsanleihen anhalten, da Spekulationen über eine stärkere gemeinsame Schuldenaufnahme in der EU zunehmen. Die Bund Kurve sollte sich daher etwas versteilen (2/10), und Bunds sollten gegenüber Swaps underperformen.
FX: EURUSD dürfte sich weiter leicht abschwächen.
Gold/Silber: Edelmetalle sollten Rückenwind erhalten.
Aktien: Die Risikowahrnehmung dürfte insgesamt zunehmen, Gewinnmitnahmen könnten dominieren. Exportwerte mit hohem US Exposure sollten underperformen, Rüstungswerte sollten outperformen.

Wichtiger als Makrodaten sind in dieser Woche noch die Erdgaspreise, die in Europa zuletzt aufgrund stark sinkender Speicherstände (insbesondere in Deutschland) deutlich anzogen. Die erneut erwartete Kältewelle könnte die Preise weiter treiben und über volatilere Inflationserwartungen auf die EUR Kurve wirken.


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Michael Ramon Klawitter 16.01.2026 · 12:00

Anhörung im Fall Lisa Cook am Donnerstag vor dem US‑Supreme Court – wichtig für die Markteinschätzung zur zukünftigen Fed‑Politik

Die strafrechtlichen Vorladungen gegen Fed‑Vorsitzenden Powell haben die Frage der politischen Unabhängigkeit der Federal Reserve erneut in den Marktfokus gerückt. Die 10‑jährigen Inflationserwartungen (Breakevens) der US‑Treasurylinker zeigen bislang jedoch keine nennenswerte Nervosität und bewegen sich seit 2023 stabil in einer Bandbreite zwischen 2,20 % und 2,40 %. Während Trump Gerüchten zufolge auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos (19.

Die strafrechtlichen Vorladungen gegen Fed‑Vorsitzenden Powell haben die Frage der politischen Unabhängigkeit der Federal Reserve erneut in den Marktfokus gerückt. Die 10‑jährigen Inflationserwartungen (Breakevens) der US‑Treasurylinker zeigen bislang jedoch keine nennenswerte Nervosität und bewegen sich seit 2023 stabil in einer Bandbreite zwischen 2,20 % und 2,40 %.

Während Trump Gerüchten zufolge auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos (19.–23. Januar) die Nachfolge von Fed‑Chair Powell bekanntgeben könnte, steht am Donnerstag, 22. Januar, ein weiteres wichtiges Ereignis für die Einschätzung der zukünftigen Fed‑Politik an: Der US‑Supreme Court (SCOTUS) verhandelt den Fall der Fed‑Gouverneurin Lisa Cook. Trump hatte im September 2025 versucht, sie wegen angeblicher Falschangaben bei einer Hypothek zu entlassen. Ein Gericht stoppte dies, nun befasst sich SCOTUS mit dem Fall. Ein endgültiges Urteil wird erst im April erwartet, doch könnte die Anhörung bereits Hinweise auf die Tendenz der Entscheidung liefern.

Ähnlich wie bei der anstehenden SCOTUS‑Entscheidung zur Rechtmäßigkeit von Trumps „reziproken“ Zöllen wären wir von Zins² jedoch überrascht, wenn das Gericht die Executive Power des Präsidenten weiter ausweiten würde – insbesondere vor dem Hintergrund des als Angriff auf die Fed‑Unabhängigkeit wahrgenommenen möglichen Strafverfahrens gegen Powell. Aber natürlich haben wir in diesem Feld als Europäer einen Bias in Richtung der Aufrechterhaltung bestehender Normen und Institutionen.

Sollte jedoch der Eindruck entstehen, dass Trumps Entlassungsversuch trotz dünner und widersprüchlicher Faktenlage rechtmäßig war und SCOTUS die Entscheidung des Berufungsgerichts aufhebt, wäre am Markt vermutlich mit steigenden Risikoprämien zu rechnen. Dies würde weitere Checks and Balances schwächen und politische Kurswechsel der US‑Regierung könnten noch extremer ausfallen. Zudem könnte Trump bei der Zusammensetzung des Fed‑Boards deutlich stärker „durchregieren“, da missliebige Mitglieder leichter entlassen werden könnten. Die politische Abhängigkeit der Fed würde zunehmen.

Das lange Ende der Treasury‑Kurve dürfte in diesem Szenario mit höheren Risikoprämien reagieren, Edelmetalle zusätzlichen Rückenwind erhalten und der USD tendenziell schwächer werden. Unabhängig vom Ausgang gilt: Die Anhörung im Fall Lisa Cook vor SCOTUS am kommenden Donnerstag wird für die Märkte von zentraler Bedeutung sein.


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Anhörung im Fall Lisa Cook am Donnerstag vor dem US‑Supreme Court – wichtig für die Markteinschätzung zur zukünftigen Fed‑Politik
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 15.01.2026 · 17:50

Synchrones Flattening: Wenn der "Consensus Steepener" zum Pain-Trade wird

Das Bild an den Zinsmärkten ist aktuell eindeutig – und für viele schmerzhaft: Wir sehen ein synchrones Flattening der Kurven in den USA, Europa und Japan. Die Treiber der Bewegung: USA (2s10s): Überraschend starke Wirtschaftsdaten führen zu einem Repricing der Fed-Zinssenkungserwartungen. Die 2-jährigen US-Renditen steigen (+3,5 Bp), was die Kurve vorne nach oben drückt was wiederum als Pain-Trade auch auf

Das Bild an den Zinsmärkten ist aktuell eindeutig – und für viele schmerzhaft: Wir sehen ein synchrones Flattening der Kurven in den USA, Europa und Japan.

Die Treiber der Bewegung: USA (2s10s): Überraschend starke Wirtschaftsdaten führen zu einem Repricing der Fed-Zinssenkungserwartungen. Die 2-jährigen US-Renditen steigen (+3,5 Bp), was die Kurve vorne nach oben drückt was wiederum als Pain-Trade auch auf 10/30 abstrahlt. Denn viele Marktteilnehmer hatten auf Steeper gesetzt (Thema: Politisierung der Fed, Supreme Court/Zölle). Diese Positionen werden nun reduziert/geschlossen – ein klassischer Pain-Trade, der ähnlich auch in Japan zu beobachten ist. Im EUR-Zinsraum schieben konstruktive Konjunkturdaten (dt. BIP 2025, Euroland Industrieproduktion Dezember) das kurze Ende leicht nach oben, da verbliebene Zinssenkungserwartungen für die EZB weiter reduziert werden. 10-jährige Laufzeiten halten sich nahezu unverändert und die Verflachung im 2/s10er Segment sorgt für einen Squeeze zwischen 10 und 30 Jahren da auch hier der Flattener der Pain-Trade ist.  

Unsere Sicht bei zins2.de: Wir hätten diese Bewegung am kurzen Ende in dieser Dynamik nicht erwartet, sehen aber aktuell keinen Grund, uns gegen den Markt zu stellen.

Unser Abaki Fixed Income Convexity Fonds profitiert in diesem Umfeld weiter von seiner Positionierung am ultra-langen Ende der EUR-Kurve und beschert dem Fonds heute einen erneuten Höchststand.


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