Eingepreister Waffenstillstand begrenzt Renditerückgang in Eurozone - Duration mittelfristig reduzieren

Eine Verlängerung des Waffenstillstands und die Wiederöffnung der Straße von Hormus werden im Markt derzeit als Basisszenario eingepreist, auch wenn die Absicherung des Tail-Risikos einer erneuten Eskalation ratsam erscheint. Die EZB steht aufgrund der Dauer des Konflikts inzwischen unter Zugzwang, die Zinsen am 11. Juni um 25 Bp anzuheben. Eine Rückkehr in einen Zinssteigerungszyklus (>50 Bp) schließen wir jedoch aus. Für die kommenden Wochen erwarten wir daher Spielraum für ein moderates bullishes Steepening der EUR-Zinskurve, würden Rückgänge der 10-jährigen Swapsätze Richtung 2,70% jedoch als Signal für einen Durationsabbau sehen. Vom US-Treasury-Markt ist für lange EUR-Anleihen kaum Unterstützung zu erwarten, da sich die US-Kurve im Umfeld steigender Verschuldung und einer möglichen Bilanzverkürzung der Fed unter dem neuen Vorsitzenden Warsh eher versteilen sollte. Wir halten unverändert an unserer Einschätzung fest, dass Bundesanleihen sowohl gegenüber Swaps als auch im Vergleich zu anderen EUR-Staatsanleihen leicht underperformen sollten. In einem separaten Teil analysieren wir, über welche Mechanismen die immense KI-Investitionswelle auf die Zinskurve wirken kann.

USA/Iran-Konflikt: Ermüdungseffekte dämpfen die Volatilität

Das Auf und Ab der Nachrichten zum US-Iran-Konflikt bestimmt zwar weiterhin die Intraday-Volatilität an den globalen Kapitalmärkten, bei den Marktteilnehmern ist allerdings eine gewisse Ermüdung spürbar; die Kursausschläge vor allem am kurzen Ende der Zinskurven flachen ab und eine Verlängerung des Waffenstillstands und die Wiederöffnung der Straße von Hormus werden im Markt derzeit als Basisszenario eingepreist. Untermauert wird diese Erwartung durch Medienberichte über stark dezimierte US-Bestände an Präzisionsmunition und Abfangraketen. Angesichts des tiefen Misstrauens zwischen den Konfliktparteien, der Komplexität der Geopolitik und der erratischen Natur des US-Präsidenten bleibt aufgrund der niedrigen impliziten Volatilität das Absichern des Tail-Risikos einer erneuten militärischen Eskalation jedoch ratsam. Selbst bei einer dauerhaften Öffnung der Straße von Hormus ist eine schnelle Rückkehr zum Status quo von vor dem 27. Februar unwahrscheinlich. Die Risikoprämien an den Energiemärkten dürften erhöht bleiben und damit die Leitplanken für die Geldpolitik sowie das EUR-Laufzeitensegment bis zu 5 Jahren bestimmen.

EZB unter Zugzwang: Zinsanhebung am 11. Juni „done deal“

Angesichts der Konfliktdauer hat die Eurozone das von der EZB am 19. März skizzierte adverse Szenario erreicht. Damit sind die selbstgesteckten Bedingungen für eine geldpolitische Reaktion erfüllt, was den EZB-Rat bei der kommenden Sitzung am 11. Juni unter Zugzwang setzt. Ein Folgeschritt im September oder Oktober kann nicht ausgeschlossen werden, hängt jedoch von der weiteren Konfliktdauer ab. Sollte es noch im Juni zu einer Öffnung der Straße von Hormus kommen, taxieren wir bei Zins² die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Herbst-Zinsschritt deutlich niedriger als die im Forward-Markt eingepreisten 90%. Eine Rückkehr in einen echten Straffungszyklus (>50 Bp) schließen wir aufgrund des schwachen Wirtschaftswachstums aus. Für die kommenden Wochen erwarten wir daher Spielraum für ein moderates bullishes Steepening der EUR-Zinskurve, sobald die Entspannungssignale am Golf belastbar werden. Ohne eine vollständige Normalisierung des geopolitischen Umfelds erscheinen Rückgänge des 5-jährigen Swapsatzes unter 2,50% aber kaum plausibel. Für das 10-jährige Segment sehen wir die Untergrenze im Zuge einer geopolitischen Entspannung bei etwa 2,70%. Da die Kombination aus steigender Staatsverschuldung und dem anhaltenden Quantitative Tightening (QT) der EZB die Realrenditen jenseits der 5-jährigen Laufzeit stützen sollte, würden wir temporäre Renditerückgänge dann eher zum Abbau von Duration nutzen.

USA: Restriktive Fed und steigende Realrenditen unter Warsh

Vom US-Treasury-Markt ist für EUR-Anleihen kaum Unterstützung zu erwarten. Das anhaltend solide US-Wirtschaftswachstum macht Zinssenkungen der Federal Reserve – auch abseits der hohen Energiepreise – unwahrscheinlich. Das restriktive geldpolitische Umfeld dürfte damit auch unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh anhalten, selbst wenn die am Markt eingepreisten 30 Bp an Zinserhöhungen bis April 2027 überzogen wirken. Am langen Ende der US-Kurve bleibt zudem die Nervosität hoch: Die von Warsh propagierte Bilanzschrumpfung der Fed trifft auf eine expandierende Staatsverschuldung, was höhere Realrenditen impliziert. Gleichzeitig kann auch der KI-Investitionszyklus für steigende Renditen über die gesamte Kurve hinweg sorgen. Mehr dazu in unserem Sonderthema.

Bund-Spreads unter Druck – Credit-Märkte resilient

Wir halten unverändert an unserer Einschätzung fest, dass Bundesanleihen sowohl gegenüber Swaps als auch im Vergleich zu anderen EUR-Staatsanleihen leicht underperformen sollten. Belastend wirken hierbei das in den kommenden Quartalen deutlich steigende Nettoangebot an Bunds sowie die zunehmenden politischen Risikoprämien für Deutschland, getrieben durch die anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland und die Reformblockade der Bundesregierung. Ein weiterer struktureller Belastungsfaktor ist die Debatte um eine gemeinschaftliche EU-Schuldenfinanzierung, die sich 2027 im Zuge einer engeren Assoziierung der Ukraine an die EU und dem damit verbundenen Finanzbedarf intensivieren dürfte. Die graduelle Erosion der Safe-Haven-Prämie von Bunds (Staatsanleihen insgesamt) stützt im Gegenzug Unternehmensanleihen. Dies erklärt u. a., warum sich der Credit-Markt in den vergangenen Monaten trotz der geopolitischen Verwerfungen bemerkenswert robust präsentiert hat. Solange die Unternehmensbilanzen solide bleiben und keine Gewinnrezession droht, steht einem Anhalten dieses konstruktiven Marktumfelds wenig im Wege.

Sonderthema: Der KI-Investitionszyklus und die Zinskurve - Ein makroökonomischer Belastungstest

Die ausgeprägte Investitionswelle in Künstliche Intelligenz hat sich von einem reinen Technologie-Trend zu einem komplexen makroökonomischen Thema entwickelt, das die Zinskurven potenziell stark beeinflussen kann. Allerdings sind die möglichen Auswirkungen auf das Zinsniveau, die Inflation und folglich auf die Geldpolitik noch von hoher Unsicherheit geprägt, u. a. da ihre Interpretation zu gegensätzlichen Schlussfolgerungen führen kann. Hierzu geben wir einen Überblick über die zentralen Mechanismen.

Mögliche Transmissionskanäle: Wie KI-CapEx (Capital Expenditures) die Renditen beeinflussen (kann)

  • Verschiebung des neutralen Zinses r*: Erhöhen KI-Investitionen die strukturelle Produktivität und damit das makroökonomische Trendwachstum, erfordert dies spiegelbildlich einen höheren Gleichgewichtszins. Die Grenznachfrage nach Kapital nimmt aufgrund der gesteigerten Grenzproduktivität der Investitionen zu. Ohne eine simultan steigende Sparquote muss der neutrale Zins so lange zulegen, bis Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht sind. Da die langfristigen Inflationserwartungen (Break-evens) zunächst als stabil unterstellt werden, wird der Renditeanstieg in diesem Szenario primär von steigenden Realrenditen getrieben.
  • Hoher Kapitalbedarf und „Crowding Out": Der Aufbau der KI-Infrastruktur (Rechenzentren, Energienetze, Spezialchips) erfordert immense Investitionsmittel. Allein im laufenden Jahr belaufen sich die Investitionsausgaben (CapEx) der US-Hyperscaler auf schätzungsweise 600 Mrd. USD, Tendenz schnell steigend. Da die Finanzierung aus dem laufenden Free Cashflow zunehmend an Grenzen stößt, erfordert dies vermehrt die Kapitalaufnahme über den Anleihemarkt sowie über Private-Credit-Strukturen. Mit 134 Mrd. USD übertrafen die Anleiheemissionen der fünf führenden US-Hyperscaler (Amazon, Microsoft, Google, Meta, Oracle) im bisherigen Jahresverlauf 2026 das Gesamtvolumen des Vorjahres (108 Mrd. USD) bereits deutlich. Diese Unternehmensanleihen konkurrieren direkt mit der ohnehin historisch hohen Emissionstätigkeit der öffentlichen Haushalte um die vorhandene Marktliquidität. Diese kumulierte Kreditnachfrage treibt den Preis für Kapital – und damit das allgemeine Zinsniveau – nach oben, was sich in steigenden Realrenditen widerspiegelt.
  • Kurzfristiger Nachfrageschock überlagert Produktivitätseffekte: Während die Produktivitätsgewinne durch KI erst mittel- bis langfristig disinflationär wirken, erzeugen die physischen Investitionen in der Initialphase einen nachfragegetriebenen zyklischen Inflationsdruck. Dieser Effekt ist aktuell bereits an steigenden Halbleiterpreisen sowie spürbar höheren Stromkosten ablesbar. Angesichts der ohnehin hartnäckigen Kerninflation könnte dies die Zentralbanken zwingen, die Leitzinsen weiter anzuheben bzw. länger auf einem restriktiven Niveau zu belassen.
  • Der deflationäre Kontrastpunkt – Die Citrini-These: Als Gegenargument zu strukturell höheren Gesamtrenditen fungiert die These des Citrini-Reports. Demnach führt die rasche Adaption von KI-Agenten zu einer substanziellen Verdrängung von Arbeitskräften. Während die Personalkosten der Unternehmen dadurch drastisch sinken, schrumpfen korrespondierend die Arbeitseinkommen der privaten Haushalte. Da der private Konsum in den Industriestaaten jedoch 60 bis 70% des BIP ausmacht, resultiert daraus eine erhebliche Kontraktion der Endnachfrage. Dieser deflationäre Impuls würde die Zentralbanken zu deutlichen Zinssenkungen zwingen. Gleichzeitig dürften die Kreditrisiken jedoch sprunghaft ansteigen, was wiederum eine Versteilung der Zinskurve induziert: Während die Realzinsen am kurzen Ende durch geldpolitische Lockerungen in den negativen Bereich rutschen, legen die Risikoprämien bei längeren Laufzeiten (ab ca. 3 Jahren) spürbar zu. Das Thema der Schuldentragfähigkeit träte in diesem Umfeld sowohl für Unternehmen als auch für öffentliche Haushalte in den Vordergrund. Ohne eine erneute Bilanzausweitung der Zentralbanken (Quantitative Easing) zur Risikoabsorption ließe sich eine systemische Krise in diesem Szenario kaum abwenden.

Zins²-Fazit

Aus unserer Sicht ist es am wahrscheinlichsten, dass in den kommenden ein bis drei Jahren die inflationären und wachstumsstärkenden Faktoren (Punkte 1 bis 3) den Markt dominieren werden, was per Saldo zu höheren Realrenditen führen sollte.

Der Markt dürfte jedoch hochsensibel auf jedes Anzeichen reagieren, das für eine zunehmende Wahrscheinlichkeit des strukturellen Deflationsszenarios (letzter Punkt) spricht, da ein solcher Narrativwechsel tiefgreifende Portfolioumschichtungen erzwingen würde. Die Debatte darüber, in welchem Stadium sich die KI-Transformation befindet, dürfte in nächster Zeit maßgeblich von der US-Notenbank beeinflusst werden. Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh gilt als prominenter Verfechter der These, dass die KI-Adaption primär angebotsseitig disinflationär wirkt und somit den Spielraum für dauerhaft niedrigere Leitzinsen schafft. Da diese Sichtweise im FOMC derzeit noch keine Mehrheit findet, ist in den kommenden Monaten mit einer verstärkten analytischen Auseinandersetzung und erhöhter Volatilität bezüglich dieses Themas zu rechnen.

Eingepreiste Veränderung Leitzinsen (kumuliert)

Eingepreiste Veränderung Leitzinsen (kumuliert)

Die Zentralbanken betonen unisono die hohe Unsicherheit hinsichtlich der inflationären Folgen des Ölpreisanstiegs. Während die größten Anpassungen der Zinserwartungen bereits in den ersten vier Wochen des Konflikts stattfanden, bewegen sich die Erwartungen seither in engen Bandbreiten. Allein für die Fed haben die Zinssteigerungserwartungen auf einen vollen 25 Bp Schritt auf Sicht von 12 Monaten weiter leicht angezogen. Dies spiegelt vor allem die soliden US-Wirtschaftsdaten wider. Wir von Zins² sehen die Markterwartungen für die Fed für diesen Zeitraum als etwas zu hoch an, auch da die US-Inflationsdaten zuletzt eher nach unten überraschten. Mit Blick auf die EZB erwarten wir – nach einem ersten Schritt um 25 Bp im Juni – maximal eine weitere Anhebung; die marktseitige Einpreisung von +65 Bp bis März 2027 halten wir für überzogen. Für die Bank of England werden bis März 2027 etwa 50 Bp an Zinserhöhungen eingepreist; inkonsistent finden wir daran vor allem, dass ein erster Schritt erst im September erwartet wird. Bei der Bank of Japan rechnet der Markt unverändert mit knapp zwei Anhebungen um je 25 Bp. Dies erscheint zwar konsistent mit der Inflation, doch sehen wir aufgrund von politischem Gegenwind das Risiko unverändert eher bei lediglich einem Zinsschritt.

Erwartete Veränderung EZB Einlagensatz

Erwartete Veränderung EZB Einlagensatz

Die Äußerungen wichtiger EZB-Ratsmitglieder während der letzten 2 Wochen lassen wenig Zweifel daran, dass eine Zinsanhebung um 25 Bp am 11. Juni für sie notwendig ist. Da sich das aktuelle Umfeld zunehmend vom „Basis-Szenario“ der EZB entfernt, ist ein weiteres Abwarten keine Option mehr. Sollte die Straße von Hormus bis in den Juli hinein geschlossen bleiben, erscheint auch ein Zinsschritt im September wahrscheinlich. Wir glauben, dass die Hürde für geldpolitische Straffungen darüber hinaus jedoch erheblich ist, da sich dann der Fokus der EZB von Inflations- hin zu Wachstumssorgen verschieben würde. Da der aktuelle Inflationsdruck zudem primär ein exogener Angebotsschock ist, wird die EZB versuchen, das absolute Minimum an Straffung zu liefern, um ihre Glaubwürdigkeit zu wahren, ohne die Eurozone in eine tiefe Rezession zu stürzen.

EUR-Swap (6m)

EUR-Swap (6m)

Die EUR-Zinskurve hat sich im Monatsvergleich leicht versteilt, wobei Renditen im Laufzeitbereich bis 15 Jahre etwas zurückgingen (maximal 4 Bp im 5-jährigen Bereich) und Laufzeiten jenseits von 20 Jahren um 2-3 Bp zulegten. Die geringen Veränderungen kaschieren jedoch, dass die Renditeausschläge innerhalb des Zeitfensters mit einer Amplitude von knapp 25 Bp für 5- und 10-jährige Swapsätze recht groß waren. Im Vergleich zu Ende Februar handelt die Zins-Kurve weiterhin deutlich flacher mit Anstiegen 2-jähriger Renditen um knapp 55 Bp, während 30- und 50-jährige Sätze nur um etwa 20 Bp bzw. 10 Bp zulegten.

Komponenten der EUR-Swapkurve: Veränderung zum 30.04.26

Komponenten der EUR-Swapkurve: Delta vs. 30.04.

Während die absoluten Veränderungen der Swapkurve zwischen dem 30. April und dem 1. Juni recht gering ausfielen, überraschen die Bewegungen der Inflationserwartungen und damit der Realrenditen. Erstere fielen ausgehend vom 2-Jahrespunkt (-50 Bp) bis hin zu den 10-jährigen Inflationserwartungen (-12 Bp) recht deutlich, während umgekehrt die Realrenditen kräftig anzogen. Letzteres passt einerseits zur Diskussion, dass der neutrale Zins r* im Umfeld der KI-Inflationsschwemme eher zulegen sollte. Gleichzeitig spiegelte der Rückgang der Inflationserwartungen jedoch auch eine Gegenbewegung auf die zuvor übermäßig stark gestiegenen Inflationserwartungen wider. So legten z. B. die 5-jährigen Inflationsswaps nach Ausbruch des Konflikts bis zum 29. April um etwa 70 Bp zu, was in (fast) jedem Szenario als übertrieben angesehen werden musste. Entsprechend stellt der Rückgang auf aktuell 2,23% (40 Bp über dem Stand vom 27.02.) eine Normalisierung dar.

Kurvenspread EUR-Swap (6m)

Kurvenspread EUR-Swap (6m)

Die Direktionalität zwischen EZB-Zinserwartungen (2-jährige Swapsätze) und der Steilheit der Kurve zwischen 2 und 10 Jahren, vor allem aber auch zwischen 10 und 30 Jahren, hält unvermindert an. Angesichts der geringen Schwankungen am kurzen Ende der Kurve hielten sich in den vergangenen 5 Wochen damit auch die Impulse für den Kurvenspread zwischen 2 und 10 Jahren in engen Grenzen. Die Bandbreite der Bewegung lag bei gerade einmal 6 Bp. Ähnlich gering fielen die Schwankungen des 10/30er Spreads aus.

Bund-Swap Spread

Bund-Swap Spread

Im Vergleich zum letzten Jahr, als Bund- und Buxl-Spread vor allem in der zweiten Jahreshälfte hoch korreliert waren, hat sich der Zusammenlauf der Spreadbewegungen ab Ausbruch des Konflikts im Persischen Golf deutlich gelockert. 30-jährige Bunds haben gegenüber Swaps deutlich verloren, während sich der Bund-Spread im Wesentlichen seitwärts bewegte. Wir halten an der Sicht fest, dass Bunds in den kommenden Quartalen vor allem im 10-jährigen Segment gegenüber Swaps underperformen sollten, da in diesem Laufzeitsegment der Schwerpunkt der Neuemissionen liegen sollte.

Marktdaten: Zinsen & Spreads

Stand 01.06.2026
Δ vs. 30.04.2026
Zinsen
Δ
2y5y10y30y 2s10s10s30s
IRS 2.81-3.8 2.84-4.0 3.04-3.1 3.182.0 23.10.7 13.65.1
i-Spread (bps)
Δ
2y5y10y30y 2s10s10s30s
GER GOV -182.4 -131.0 -30.0 37-2.6 15-2.3 40-2.6
FRA GOV -32.9 20-2.0 60-3.8 133-4.5 63-6.7 73-0.7
ITA GOV -3-3.4 27-10.0 69-14.5 137-15.8 71-11.1 68-1.3
i-Spread (bps)
Δ
2y5y10y30y
KfW -12-3.9 3-0.4 200.3
EU -12-3.4 7-0.9 300.1 89-3.6
Land NRW -2-4.1 11-0.1 241.5 561.1
COV AAA GER 30.2 17-0.9 29-0.6

Marktdaten: Swaption Vols

Stand 01.06.2026
Δ vs. 30.04.2026
N-Vol (bps)
Δ
IRS-Tenor
1Y2Y5Y10Y30Y
Maturity 1m 69.8-25.7 81.7-21.1 72.1-12.0 59.6-10.1 49.0-6.9
3m 70.2-30.0 77.2-25.0 69.4-14.2 60.8-8.6 52.0-7.7
6m 72.1-25.7 76.0-21.2 69.5-12.8 63.7-7.3 57.6-5.5
1y 73.2-16.9 74.7-14.9 69.5-10.8 65.0-7.0 59.8-7.0
2y 74.0-9.7 73.2-9.3 69.9-7.8 67.2-5.1 62.7-5.0
5y 71.0-5.5 70.6-5.4 68.9-4.3 67.8-2.3 63.9-2.9
10y 68.3-2.9 68.4-2.9 66.9-2.4 65.3-2.1 61.6-2.1

10J Swap vs. Standardabweichung

10J Swap vs. Standardabweichung

Der Graph zeigt den 10jährigen Swapsatz im Vergleich zu seiner (zeitabhängigen) Standardabweichung. Das Underlying weist mit 83 Basispunkten p.a. eine 170%ige Vol-Realisierung im Vergleich zum Spotniveau zum Periodenstart auf (49 Basispunkte). Die Ex-post-Analyse stützt unsere Einschätzung, historisch niedrige Volatilitätsniveaus (in Relation zum aktuellen Zinsregime) nicht schematisch zu verkaufen.

Abaki Fixed Income Convexity

Rückblick

Der Abaki Fixed Income Convexity verzeichnet YTD eine Performance von +5% und hat damit im Mai etwa 0,5% verloren. Zum Teil spiegelt diese Entwicklung eine nur verzögerte Spreadanpassung der (illiquiden) ultra-langen NRW-Bonds im Kernportfolio wider. Nach volatilen Wochen befinden sich die Zinsmärkte aktuell in einem eher ruhigen Fahrwasser – wobei die Event-Risiken weiter hoch sind. Dies wurde nicht adäquat in der gehandelten Volatilität widergespiegelt und wir verzichteten auf die Vereinnahmung von Carry durch das Schreiben von Optionen.

Positionierung

Das Kernportfolio des Abaki Fixed Income Convexity lief zuletzt auf einer reduzierten Quote ultra-langer Bonds. Der Grund dafür ist unsere Einschätzung, dass ultra-lange Renditen vermehrt in den Strudel der Diskussion um Schuldentragfähigkeit geraten könnten und sich das ultra-lange Kurvensegment trotz des großen Konvexitätsvorteils der Anleihen versteilen könnte. Wir sehen inzwischen ein konstruktiveres Bild für die Nachfrage nach ultra-langen Anleihen. Gemeinsam mit einem Proxy-Steepener weiter vorne und einem verteuerten Buxl (Bund30) ergibt sich unseres Erachtens ein attraktiver Zeitpunkt, die Quote wieder zu erhöhen.

ICM