Das Eis für den USD wird dünner
Die Androhung militärischer Gewalt gegen Verbündete wie den Oman zum Wochenstart sowie die Drohung Militär-Manöver mit Südkorea auszusetzen – begründet mit den „so guten Beziehungen zu Kim Jong-un“ – offenbaren eine besorgniserregende Kurzsichtigkeit an der Spitze der US-Regierung. Die Sprunghaftigkeit in der Außenpolitik, die ursprünglich als Verhandlungstaktik verkauft wurde, droht das Fundament sowohl der geopolitischen als auch der ökonomischen
Die Androhung militärischer Gewalt gegen Verbündete wie den Oman zum Wochenstart sowie die Drohung Militär-Manöver mit Südkorea auszusetzen – begründet mit den „so guten Beziehungen zu Kim Jong-un“ – offenbaren eine besorgniserregende Kurzsichtigkeit an der Spitze der US-Regierung. Die Sprunghaftigkeit in der Außenpolitik, die ursprünglich als Verhandlungstaktik verkauft wurde, droht das Fundament sowohl der geopolitischen als auch der ökonomischen Machtposition der USA nachhaltig zu untergraben.
Zur Finanzierung ihres gewaltigen Doppeldefizits aus Fiskalhaushalt und Leistungsbilanz sind die USA zwingend auf ausländische Kapitalzuflüsse angewiesen. Ausländische Zentralbanken und Staatsfonds absorbieren daher seit Jahrzehnten gigantische Volumina an US-Staatsanleihen. Wenn die US-Regierung gewachsene Allianzen schädigt und die geopolitische Glaubwürdigkeit schwächt, steigt bei globalen Akteuren die Bereitschaft, ihre bislang primär in US-Treasuries gehaltenen Währungsreserven in alternative Assetklassen (wie z. B. Gold) oder andere Währungsräume umzuschichten. Dies birgt unmittelbare Risiken für die Finanzierung und damit die langfristige Tragfähigkeit der stark gestiegenen US-Staatsverschuldung.
Zwar lässt sich aktuell noch keine Kausalitätskette zwischen dem Anstieg der Risikoprämien am langen Ende der US-Zinsstrukturkurve und dem Vertrauensverlust in die geopolitische Führungsmacht ziehen. Allerdings verlaufen derartige Erosionsprozesse meist zunächst schleichend, um schließlich schlagartig an Dynamik zu gewinnen. In einem Umfeld, in dem internationale Investoren nicht nur massiv am US-Treasury-Markt engagiert sind, sondern auch über US-Aktienpositionen ein hohes USD-Exposure halten (im MSCI World stellen US-Titel über 70%), wären die Folgen einer offen zutage tretenden Fluchtbewegung aus dem Dollar gravierend. Eine unter ihrem neuen Vorsitzenden Warsh nur zögerlich agierende Federal Reserve könnte diese Dynamik zusätzlich verschärfen. Ein Anspringen der Wechselkursvolatilität beim USD und die entsprechenden Folgen für die US-Treasurykurve würden global zu steigender Volatilität an den Kapitalmärkten führen. Mit Blick auf EURUSD ist die nächste wichtige charttechnische Hürde nach oben die 200-Tage-Linie bei 1,1630.
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