Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 05.02.2026 · 17:43

EZB lässt Leitzins unverändert – aber wie „good ist the place“?

Die EZB hat heute zum fünften Mal in Folge den Einlagensatz bei 2,0% belassen. Die Entscheidung fiel einstimmig und entsprach den Markterwartungen. Weiterhin betont Präsidentin Christine Lagarde, dass „Inflation in a good place“ sei und sie warnte davor, die überraschend niedrige Januar-Inflation nicht überzubewerten. Die EZB wolle sich nicht von einem einzelnen Datenpunkt „als Geisel nehmen lassen“. Entsprechend niedrig

Die EZB hat heute zum fünften Mal in Folge den Einlagensatz bei 2,0% belassen. Die Entscheidung fiel einstimmig und entsprach den Markterwartungen. Weiterhin betont Präsidentin Christine Lagarde, dass Inflation in a good place sei und sie warnte davor, die überraschend niedrige Januar-Inflation nicht überzubewerten. Die EZB wolle sich nicht von einem einzelnen Datenpunkt „als Geisel nehmen lassen“. Entsprechend niedrig sind die am Markt eingepreisten Zinssenkungserwartungen für die kommenden Monate. Bis zur Sommerpause ab Ende Juli werden nur 5 Bp an Zinssenkung eingepreist.  

Zwar ist die EZB aktuell unter keinem Handlungsdruck bei den Zinsen, doch erscheinen die Risiken für eine Zinssenkung im Sommer aus Sicht von Zins² höher als dies am Markt eingepreist ist:  

1) Ein Unterschießen der Inflation u. a. aufgrund des festen Euros und anhaltend deflationärer Impulse von Seiten chinesischer Exporte ist bis Mai nicht auszuschließen. 2) Die fiskalischen Impulse in Deutschland, auf die jeder wartet, kommen erneut zögerlicher als erhofft. 3) Die zunehmende Volatilität bei den US-Technologiewerten kann ein Hinweis sein, dass die KI-Investitionen keine so solide Stütze für die US-Konjunktur bleiben, wie in 2025. Entsprechend könnte auch der Ausblick für die Konjunktur und die Leitzinsentwicklung in der Eurozone mit größerer Unsicherheit behaftet sein. Lagardes Aussage, dass die aktuellen Risiken "ausgewogen" sein, ist aus Sicht von Zins² Zentralbank-Code für: Wir wissen es aktuell auch nicht genau, also bewegen wir uns lieber nicht.“   

Fazit 

Die Kombination aus fallender Inflation, leicht besserer Konjunktur und einem stärkeren Euro erlaubt es der EZB zwar noch den Autopiloten eingeschaltet zu lassen und die Hürde für neue Maßnahmen ist hoch, doch unterschätzen die Märkte aktuell die Risiken, dass die EZB in diesem Jahr nochmals senken wird. Entsprechend wohl fühlen wir uns im Abaki Fixed Income Convexity, der diese Woche ein neues Hoch verzeichnete, mit einer leichten Steepener-Position zwischen 5 und 10 Jahren und mit dem Flattener jenseits von 30 Jahren. 


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