Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 13.02.2026 · 09:28

Für Bonds und Risikoanlagen: Alle Augen auf den heutigen US CPI-Zahlen

Die gestrigen Verluste bei Risikoanlagen über verschiedene Assetklassen hinweg (Technologieaktien, Gold/Silber und Bitcoin) deuten darauf hin, dass Liquidität – und nicht Fundamentaldaten – der Hauptgrund für die Verkäufe war (Deleveraging). In solchen Phasen steigt die Korrelation zwischen Risikoanlagen typischerweise in Richtung 1. Da gleichzeitig auch das technische Bild des S&P 500 nach dem Rückgang unter 6950 angeschlagen wirkt und

Die gestrigen Verluste bei Risikoanlagen über verschiedene Assetklassen hinweg (Technologieaktien, Gold/Silber und Bitcoin) deuten darauf hin, dass Liquidität – und nicht Fundamentaldaten – der Hauptgrund für die Verkäufe war (Deleveraging). In solchen Phasen steigt die Korrelation zwischen Risikoanlagen typischerweise in Richtung 1. Da gleichzeitig auch das technische Bild des S&P 500 nach dem Rückgang unter 6950 angeschlagen wirkt und der Index nur noch knapp über der 100Tagelinie (6811) notiert, nimmt die Nervosität insgesamt etwas zu und die kurzfristig gehandelte Volatilität beim S&P 500 schloss über 20%. 

Ein Auslöser der gestrigen Verkaufswelle dürfte die Unsicherheit vor der heutigen Veröffentlichung der für die US-Geldpolitik wichtigen US CPI-Daten (Januar) um 14:30 Uhr gewesen sein. Marktteilnehmer wollen nicht „auf dem falschen Fuß“ erwischt werden und reduzieren daher Risikopositionen. 

Bringen die US CPI-Daten heute das „Goldilocks“-Narrativ zurück? 

Die Konsensschätzung für die Inflation liegt bei 2,5 % (YoY) sowohl für die Gesamt- als auch für die Kernrate. Für die Kernrate wäre dies der niedrigste Wert seit April 2021. Sollte die Zahl schwächer ausfallen, würde dies das Goldilocks-Narrativ stützen: Trotz starken Wachstums kühlt die Inflation ab, was die Zinssenkungsphantasie für die Fed verstärken würde. Ein Short Squeeze bei Tech-Aktien und eine kräftige Erholung bei Gold wären plausible Folgen. Zudem würde die Wahrscheinlichkeit steigen, dass die 2jährige US Treasury-Rendite aus ihrer seit Oktober 2025 anhaltenden Seitwärtsbewegung nach unten ausbricht. Ein bullisches Steepening der US Treasury-Kurve und ein schwächerer USD wären ebenfalls zu erwarten – mit entsprechenden  Spillovers auf die EUR-Kurve. 

Was passiert bei höheren Inflationszahlen? 

Sollten die Inflationsdaten hingegen über den Erwartungen liegen, dürfte die für Juni 2026 aktuell zu etwa 50 % eingepreiste Zinssenkung der Fed weiter ausgepreist werden. Angesichts der asymmetrischen Erwartungen an die FedPolitik unter dem neuen Vorsitzenden Warsh (eher Zinssenkungen als Ausweitung der Fed-Bilanz) würde dies voraussichtlich zu einem bärischen Steepening der USD-Kurve führen, während Risikoanlagen weiter unter Druck geraten würden. 

Wir von Zins² haben keine starke View auf die heutigen Zahlen sehen jedoch gerade in den USA die Vorzeichen für eine weitere Kurvenversteilung zwischen 2 und 10 Jahren  einhergehend mit USD-Schwäche.


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