Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 24.01.2026 · 14:24

Gold & Silber: Hinweis auf schnellen Rückzug ausländischer Investoren aus den USA? Eher nein!

Auch wenn Donald Trump in Davos am Ende verbal etwas zurückruderte: Der fundamentale Bruch mit politischen Normen bleibt und die Wahrscheinlichkeit erneuter Angriffe gegen Verbündete bleibt hoch. Der scharfe Anstieg des Goldpreises ist hierbei das Fieberthermometer der globalen Nervosität. Die Entwicklung hat Konsequenzen für die Politik als auch die Assetallokation, wobei in beiden Fällen ein schneller Kurswechsel schwierig ist.   Das

Auch wenn Donald Trump in Davos am Ende verbal etwas zurückruderte: Der fundamentale Bruch mit politischen Normen bleibt und die Wahrscheinlichkeit erneuter Angriffe gegen Verbündete bleibt hoch. Der scharfe Anstieg des Goldpreises ist hierbei das Fieberthermometer der globalen Nervosität. Die Entwicklung hat Konsequenzen für die Politik als auch die Assetallokation, wobei in beiden Fällen ein schneller Kurswechsel schwierig ist.  

Das Exit-Dilemma für ausländische Investoren:

1) Die Käufer-Frage: Wer soll den Ausländern die US-Aktien auf den aktuell rekordverdächtigen Bewertungsniveaus abkaufen? Auch bei US-Treasuries ist die Schlange derer, die außerhalb der USA ihre Exposure freiwillig aufstocken wollen, derzeit eher kurz. Im Einzelfall mit kleinen Volumina wird es zwar gelingen Verkäufe zu tätigen, nicht jedoch in der aggregierten Masse von mehreren 1000 Mrd. USD.

2) Die Liquiditäts-Frage: Angenommen, der Ausstieg gelingt – wohin mit dem Kapital? Die USA bieten den mit Abstand tiefsten und liquidesten Kapitalmarkt. Es gibt schlicht kaum Alternativen, die derart massive Volumina absorbieren können, ohne sofortige Preissprünge auszulösen. Welch extreme Preisausschläge einseitige Nachfrage bei begrenzter Verfügbarkeit nach sich zieht zeigen aktuell die Preise von Gold und Silber.

3) Bei allen politischen Risiken für US-Assets mit Blick auf Trump bieten auch die Märkte jenseits der USA kein ruhiges Fahrwasser. Entsprechend wichtig bleibt die Diversifikation im Portfolio - und dazu gehört weiterhin ein großer Anteil an US-Assets. Auch die Technologieführerschaft der USA in wichtigen Wirtschaftssegmenten spricht dafür.

Was bedeutet das für die kommenden Quartale?

Wir von www.zins2.de erwarten keine Flucht aus US-Assets, wohl aber einen schleichenden Abbau von Übergewichtungen in den USA relativ zu den Benchmarks. Die Folgen:

Aktien: Etwas niedrigere Bewertungsmultipels bei US-Titeln und eine wahrscheinliche Underperformance gegenüber dem MSCI ex USA.

Anleihen: Anhaltend hohe Laufzeitprämien bei US-Treasuries, da der „Term-Premium“ das gestiegene politische Risiko widerspiegeln muss (=steile Kurve). Letzteres strahlt auch auf Europa aus. Das Argument, dass eine Reallokation aus US-Anleihen in europäische Bonds zu dauerhaft flacheren Zinskurven in der Eurozone führt "kaufen" wir nicht.

USD: Die Abschwächungstendenzen dürften anhalten wobei bei den Preisbewegungen zwischen den Auswirkungen der Hedgeaktivität und Verschiebungen in der Assetallokation unterschieden werden muss. Die USD-Schwäche am Freitag würden wir eher mit USD-Absicherungsgeschäften in Verbindung bringen.  


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