Lagarde entspannt vor EU-Parlament: Unterstützung für 5-jährige Laufzeiten
Bei ihrem Auftritt vor dem Europäischen Parlament betonte EZB-Präsidentin Lagarde ausdrücklich, dass sich das Direktorium im Vorfeld auf keinen bestimmten Zinspfad festlege. Ihr Verweis auf die weiterhin verankerten Inflationserwartungen und fehlenden Druck für kraftvolle Zinsreaktionen – im Umfeld der geopolitischen Entspannung am Persischen Golf – kommt jedoch einer Absage an eine Zinsanhebung im Juli gleich. Entsprechend reduzierte der Markt die Wahrscheinlichkeit
Bei ihrem Auftritt vor dem Europäischen Parlament betonte EZB-Präsidentin Lagarde ausdrücklich, dass sich das Direktorium im Vorfeld auf keinen bestimmten Zinspfad festlege. Ihr Verweis auf die weiterhin verankerten Inflationserwartungen und fehlenden Druck für kraftvolle Zinsreaktionen – im Umfeld der geopolitischen Entspannung am Persischen Golf – kommt jedoch einer Absage an eine Zinsanhebung im Juli gleich. Entsprechend reduzierte der Markt die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt am 23. Juli auf knapp 10%. Auch für September werden nur noch knapp 20 Bp eingepreist.
Aus Sicht von Zins² erscheint dies weiterhin zu hoch (siehe Chart), vor allem mit Blick auf die in den Folgemonaten bis März 2027 erwartete Anhebung der Leitzinsen auf etwas über 2,60%. Solange das Entspannungsszenario am Persischen Golf anhält, sehen wir damit Potenzial für weiter sinkende EZB-Zinserwartungen, was auch die Renditen der von uns als Sweet-Spot betrachteten 5-jährigen Laufzeiten noch etwas absenken sollte. Allerdings würden wir Rückgänge der 5-jährigen Bundrendite in Richtung 2,50 % eher zum Abbau von Long-Positionen nutzen.
Die nächsten zentralen Wirtschaftsdaten folgen nun in dichter Chronologie: Am 23. Juni werden die vorläufigen PMIs für die Eurozone veröffentlicht, am Folgetag der deutsche Ifo-Index und am 25. Juni der US-PCE-Deflator.
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