Pendel zwischen Diplomatie und Detonation – wir von Zins² reduzieren Risiko vor dem Ende des Ultimatums
Das Fünftage-Ultimatum von Präsident Trump gegen den Iran läuft morgen Abend aus, und beide Seiten scheinen auf ihren Maximalforderungen zu beharren. Die “Wette” scheint, dass der jeweils andere in letzter Sekunde „einknickt“. Was als Verhandlungstaktik interpretiert werden kann, birgt die Gefahr einer Fortsetzung des „heißen“ Krieges ohne die erhoffte Feuerpause. Angesichts der bekannten Ungeduld Trumps und des Aufbaus der US-Truppenpräsenz
Das Fünftage-Ultimatum von Präsident Trump gegen den Iran läuft morgen Abend aus, und beide Seiten scheinen auf ihren Maximalforderungen zu beharren. Die “Wette” scheint, dass der jeweils andere in letzter Sekunde „einknickt“. Was als Verhandlungstaktik interpretiert werden kann, birgt die Gefahr einer Fortsetzung des „heißen“ Krieges ohne die erhoffte Feuerpause. Angesichts der bekannten Ungeduld Trumps und des Aufbaus der US-Truppenpräsenz in der Golfregion nimmt damit auch das Risiko einer weiteren Eskalation zu.
Aus Sicht von Zins² ist die Gemengelage mittlerweile zu undurchsichtig, um an der bisherigen Positionierung, die zumindest auf keine weitere Eskalation setzte, festzuhalten. Sollte das Ultimatum ohne Ergebnis verstreichen und militärische Schläge gegen die Energieinfrastruktur folgen, wäre die Marktreaktion am Montagmorgen verheerend. Und selbst wenn es nicht weiter eskaliert, würden die Risikoprämien am Energiemarkt eher steigen, da Knappheitssorgen bei Öl und Gas aufgrund der zeitlichen Streckung der Sperrung der Straße von Hormuz zunähmen.
Da das Chance-Risiko-Verhältnis für Long-Durations-Wetten in diesem Umfeld nicht mehr tragfähig ist, haben wir von Zins² heute zum Handelsstart reagiert. Wir haben Long-Positionen im Portfolio über alle Punkte der Kurve reduziert und sind auf neutral geschwenkt. Gleichzeitig sehen wir das Risiko, dass es in Europa bei einer Verlängerung der Phase hoher Ölpreise zu fiskalischen Stützungsmaßnahmen kommt, was Laufzeitprämien bei Staatsanleihen ebenfalls ansteigen lassen würde. Solange das Pendel zwischen Diplomatie und Detonation so unvorhersehbar schwingt, bevorzugen wir eine abwartende Haltung an der Seitenlinie.
Der diplomatische Stillstand kristallisiert sich an drei Punkten, die eine Einigung derzeit fast unmöglich machen:
Die Chronologie der Schritte: Trump verlangt: „Zuerst die Öffnung der Straße von Hormuz und dann wird über alles weitere gesprochen“. Iran: „Zuerst das Ende des Kriegs und der Sanktionen und dann wird die Meerenge geöffnet.“ Da das Vertrauen zwischen beiden Akteuren nahe null liegt, scheut jede Seite davor zurück, den ersten Schritt zu machen.
Der Umfang des Deals: Während die USA einen „Great Deal“ anstreben, der alle Aspekte des Irans vom Atomprogramm bis zu den militärischen Fähigkeiten eingrenzt, ist Teheran maximal zu einer technischen Lösung für den Schiffsverkehr bereit – und das auch nur gegen massive ökonomische Konzessionen.
Die interne Gesichtswahrung: Für Trump ist der Deal eine Marketing-Frage gegenüber seiner Wählerbasis; für den Iran ist er eine Frage der ideologischen Integrität. Ein Kompromiss, der beide Seiten als „Sieger“ dastehen lässt, erscheint angesichts der aggressiven Rhetorik und Truppenverlegungen im Golf aktuell kaum zu erreichen.
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