Regime-Change in Venezuela – Auswirkungen auf Geopolitik und Märkte
Die Meldung über den Angriff der USA und die Entführung von Präsident Maduro ist eine direkte Umsetzung der neuen US National Security Strategy und zeigt, wie Washington die Einteilung der Welt in Einflusszonen der Großmächte interpretiert – eine Art Monroe-Doktrin 2.0. Diese Politik lässt geopolitische Risiken (und damit Risikoprämien) weltweit ansteigen!In Europa: Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland einem Waffenstillstand in
Die Meldung über den Angriff der USA und die Entführung von Präsident Maduro ist eine direkte Umsetzung der neuen US National Security Strategy und zeigt, wie Washington die Einteilung der Welt in Einflusszonen der Großmächte interpretiert – eine Art Monroe-Doktrin 2.0. Diese Politik lässt geopolitische Risiken (und damit Risikoprämien) weltweit ansteigen!In Europa: Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland einem Waffenstillstand in der Ukraine zustimmt, sinkt. Gleichzeitig bleiben die Sorgen bestehen, dass sich die USA langfristig aus Europa zurückziehen könnten. Ostasien/China: Die Wahrscheinlichkeit, dass China in den kommenden Quartalen auf einen Regime-Change in Taiwan setzt, nimmt zu – mit potenziell erheblichen Folgen für die gesamte Region und die globalen Lieferketten. Hier dürften die Märkte vor allem den Fokus setzen.MarktauswirkungenÖlmarkt: Die Erwartung, dass ein Regime-Change mittelfristig zu höherenvenezolanischen Ölexporten führt, wirkt tendenziell dämpfend auf den Ölpreis und damit disinflationär. Ob das am Montag die erste Schlussfolgerung ist, werden die nächsten Stunden zeigen wenn es mehr Hinweise auf die Situation in Venezuela gibt. US-Energiewerte dürften zum Wochenstart outperformen da Erwartungen hoch sind, dass sie präferierten Zugang zum venezolanischen Öl erhalten werden.Rüstungssektor:Die Notwendigkeit hoher Militärausgaben wird vor Augen geführt. Rüstungsaktien bleiben gefragt und dürften weiter ein „Eigenleben“ mit geringer Korrelation zu den Gesamtmärkten beibehalten.Aktienindizes Korea, Taiwan, Japan dürften in der ersten Reaktion eher underperformen angesichts der steigender Risikoprämien mit Blick auf China-Taiwan.Zinsmärkte:Der Druck der Realpolitik, höhere Haushaltsdefizite im Umfeld steigender Rüstungsausgaben zu akzeptieren nimmt aus Sicht von www.zins2.de weiter zu. Neben der Diskussion um gemeinschaftliche Finanzierung von Verteidigungsausgaben in der EU (=Spreadkompression) dürften Risikoprämien am langen Ende der EUR- aber auch USD-Zinskurven weiter auf hohem Niveau verharren bzw. weiter etwas ansteigen (Kurvenversteilung über Realrenditen).