Saisonale Muster im Juli: Ein positiver Dreiklang für Aktien, Credit und Rates
Im Vorfeld der anstehenden Berichtssaison für das zweite Quartal mehren sich die Sorgen, dass für die US-Hyperscaler angesichts der immensen Investitionen (Capex) in die KI-Infrastruktur der operative Gegenwind zunehmen könnte. Ein Blick auf die historischen Saisonalitäten zeigt jedoch, dass im Juli ein Einbruch für die breiten Aktienindizes in den USA (S&P 500, Russel 2000) sowie in
Im Vorfeld der anstehenden Berichtssaison für das zweite Quartal mehren sich die Sorgen, dass für die US-Hyperscaler angesichts der immensen Investitionen (Capex) in die KI-Infrastruktur der operative Gegenwind zunehmen könnte. Ein Blick auf die historischen Saisonalitäten zeigt jedoch, dass im Juli ein Einbruch für die breiten Aktienindizes in den USA (S&P 500, Russel 2000) sowie in der Eurozone (Stoxx 600) statistisch unwahrscheinlich ist. Im saisonalen Muster ist der Juli für US- und europäische Indizes der zweitstärkste Monat des gesamten Kalenderjahres, nur knapp geschlagen vom November.
Aktien
Diese positive Tendenz erweist sich über verschiedene Betrachtungszeiträume hinweg als äußerst robust. So verzeichnete der S&P 500 in den vergangenen 15 Jahren im Juli einen durchschnittlichen Wertzuwachs von 2,55 %, wobei lediglich in zwei Jahren eine negative Performance verbucht werden musste. Verengt man den Blick auf die letzten zehn Jahre, weist der US-Leitindex mit einem durchschnittlichen Plus von 3,37 % im Juli sogar eine makellose Bilanz ohne ein einziges Verlustjahr auf. Beim europäischen Stoxx 600 fällt dieser saisonale Effekt zwar etwas moderater aus, bleibt aber dennoch statistisch signifikant. Unterstützt wird diese Dynamik häufig dadurch, dass die im Vorfeld gedämpften Erwartungen an die Quartalszahlen die Messlatte für positive Überraschungen („Earnings Beats“) senken, was den Märkten als Katalysator dient.
Credit
Angesichts der historisch hohen Korrelation zwischen den Aktien- und Kreditmärkten überrascht es kaum, dass Euro-Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Segment (IG) im Juli ebenfalls eine überdurchschnittlich starke Entwicklung zeigen. Gemessen am Spread über Swaps partizipiert das Credit-Segment spürbar an der freundlichen Marktstimmung. Bemerkenswerterweise kürt die Historie den Juli in dieser Assetklasse sogar zum absolut stärksten Monat des Jahres. Neben dem konstruktiven Aktienumfeld sorgt hier ein wiederkehrender technischer Faktor für Rückenwind: Zu Beginn des zweiten Halbjahres treffen erhebliche Reinvestitionsströme aus fällig gewordenen Kupons und Tilgungen auf ein bereits ausgedünntes Angebot am Primärmarkt.
Rates
Auch an den Rentenmärkten (Rates) ist das saisonale Muster in den USA und der Eurozone im Juli ausgeprägt positiv, d. h. Renditen fallen. In den vergangenen zehn Jahren gaben die Renditen zehnjähriger US-Treasuries im Juli im Schnitt um 8 Basispunkte nach, während zehnjährige EUR-Swapsätze im selben Zeitraum um 11 Basispunkte fielen. Damit verzeichnet der Juli für EUR-Swapsätze im gesamten Jahresverlauf den kräftigsten monatlichen Rückgang. Aus fundamentaler und markttechnischer Sicht lässt sich dieses Phänomen vor allem durch die sommerlich bedingte, drastisch nachlassende Neuemissionstätigkeit erklären. Da Unternehmen und Staaten ihre Primärmarktaktivitäten während der Urlaubsphase stark drosseln, führt der Mangel an neuem Angebot bei anhaltendem institutionellem Platzierungsbedarf zu einem regelrechten „Technical Squeeze“. Dieser synchrone Rückenwind für Aktien, Credit und Rates macht den Juli historisch zu einem der verlässlichsten Monate für Multi-Asset-Strategien.
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