Steigender Emissionsdruck und politisches Risiko – strukturelle Underperformance von Bunds gegenüber Swaps
Die mittelfristige Finanzplanung der deutschen Bundesregierung sieht die Nettokreditaufnahme des Bundes für die kommenden Jahre bis 2030 bei knapp 200 Mrd. EUR vor. Im Vergleich zur ursprünglichen Planung von 2025 wurde die Prognose für 2027 um etwa 24 Mrd. EUR auf 196,5 Mrd. EUR nach oben korrigiert. Die Nettobelastung für Investoren wird aufgrund der zusätzlichen Fälligkeiten von Bundesanleihen im
Die mittelfristige Finanzplanung der deutschen Bundesregierung sieht die Nettokreditaufnahme des Bundes für die kommenden Jahre bis 2030 bei knapp 200 Mrd. EUR vor. Im Vergleich zur ursprünglichen Planung von 2025 wurde die Prognose für 2027 um etwa 24 Mrd. EUR auf 196,5 Mrd. EUR nach oben korrigiert. Die Nettobelastung für Investoren wird aufgrund der zusätzlichen Fälligkeiten von Bundesanleihen im PSPP-Portfolio der EZB (schätzungsweise 40–50 Mrd. EUR in 2026 & 2027) jedoch noch deutlich höher ausfallen. Aktuell belaufen sich die von der EZB gehaltenen Bestände öffentlicher Anleihen aus Deutschland noch auf 466 Mrd. EUR (Stand März 2026), wovon etwa 90 % auf Bunds entfallen.
Die große Unbekannte für den Markt bleibt bei der Finanzierung der Anteil der Bubills, den die Finanzagentur voraussichtlich erhöhen wird. Dennoch dürften die Bruttoemissionen des Bundes (ex Bubills) angesichts von Fälligkeiten nahe 240 Mrd. EUR auf 400 bis 420 Mrd. EUR steigen, was einem Rekordhoch entspräche. Für 2026 werden Bruttoemissionen in Höhe von etwas über 350 Mrd. EUR erwartet.
Selbst wenn die Regierung aufgrund verzögerter Genehmigungsprozesse bei Investitionen nicht alle geplanten Ausgaben tätigen kann und das Defizit leicht hinter der Planung zurückbleibt, sehen wir uns bei Zins² in unserer Einschätzung bestätigt, dass Bunds gegenüber Swaps in den kommenden Quartalen unterperformen werden. Da der Schwerpunkt der Neuemissionen im Laufzeitspektrum zwischen 5 und 15 Jahren liegen wird, während 30-jährige Laufzeiten aufgrund der absolut hohen Renditeniveaus nur unterproportional zulegen sollten, dürfte die Entwicklung vor allem beim Bund-Swap-Spread (10J) sichtbar werden. Dass 10-jährige Bunds Ende des Jahres wieder etwa 5 Bp über Swaps notieren werden, erscheint plausibel. Entsprechend ist es ratsam, Zinsrisiken über Futures und nicht über Swaps abzusichern.
Auch die politischen Umfragen in Deutschland sprechen für eine Underperformance von Bunds gegenüber Swaps. Während manche Analysten ein vorzeitiges Ende der Koalition für möglich halten, zeigen die jüngsten Wahlumfragen (Forsa, Insa, jeweils vom 28.04.26), dass inzwischen die AfD mit 27 % bzw. 28 % klar vor der CDU/CSU (um 22 %) liegt. Angesichts von 12–14 % für die SPD hätte die aktuelle Koalition keine Mehrheit mehr, und die „Brandmauer“ würde eine schwierige Dreierkoalition unter Einbeziehung der Grünen erfordern. Reformen würden voraussichtlich noch mühsamer, und eine weitere Verschlechterung der Haushaltssituation wäre wahrscheinlich. Damit spricht auch die politische Entwicklung für eine strukturelle Underperformance von Bunds gegenüber Swaps.
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