Steigender Goldpreis und steigende Realrenditen - ähnliche Argumente!
Gold ist während der letzten Tage recht dynamisch von seiner Basis um 4000 USD/Oz auf zeitweise über 4400 USD angestiegen. Aus charttechnischer Sicht ist der nächste Widerstand die 200-Tagelinie nahe 4500 USD. Obgleich die Notierungen aktuell weit unter dem Allzeithoch vom 29. Januar 2026 (5595 USD) verharren und das Preis-Momentum schwächer ist, greifen fundamental dieselben Triebkräfte wie
Gold ist während der letzten Tage recht dynamisch von seiner Basis um 4000 USD/Oz auf zeitweise über 4400 USD angestiegen. Aus charttechnischer Sicht ist der nächste Widerstand die 200-Tagelinie nahe 4500 USD. Obgleich die Notierungen aktuell weit unter dem Allzeithoch vom 29. Januar 2026 (5595 USD) verharren und das Preis-Momentum schwächer ist, greifen fundamental dieselben Triebkräfte wie in den vergangenen Jahren. Aus Sicht von Zins² sind dies keineswegs klassische Inflationssorgen, sondern die wachsenden Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit der globalen Staatsfinanzen und damit Sorgen vor der fiskalischen Dominanz der Geldpolitik und einem „Currency Debasement“ .
Weder in den USA noch in den Kernländern Europas (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) zeigt die Politik angesichts demographie-bedingt ausufernder Sozialausgaben, dem Anstieg der Verteidigungsbudgets und eines zersplitterten Parteiensystems die Bereitschaft oder Fähigkeit, die Dynamik der Staatsverschuldung aufzuhalten. Globale Handelsdisruptionen, der strukturelle Druck auf etablierte Wirtschaftszweige angesichts des technologischen Wandels sowie die drastisch gestiegenen Zinskosten verengen den haushaltspolitischen Handlungsspielraum zusätzlich.
Langfristig lassen diese Rahmenbedingungen im Wesentlichen nur zwei Auswege zu: Entweder steuern die Staaten auf Schuldenrestrukturierungen zu oder die Verschuldung wird schleichend über einen anhaltenden Kaufkraftabbau mittels expansive Geldpolitik "absorbiert". Beide Pfade münden in spürbaren Wohlstandsverlusten. Auch wenn ein solches Zuspitzungsszenario zeitlich noch einige Jahre entfernt ist, signalisieren die erneut hohen Goldkäufe globaler Zentralbanken sowie steigende Realrenditen bei Staatsanleihen trotz niedrigem Wirtschaftswachstum bereits heute eine Skepsis gegenüber der Werthaltigkeit bestehender Reserve-Assets (Staatsanleihen aus den USA bzw. Europa).
Dieser Sorgen stützten keineswegs nur Edelmetalle. Aus Sicht von Zins² sind sie ebenso eine Grundlage für die kontinuierlichen Mittelzuflüsse in die globalen Aktienmärkte und führen zu niedrigen bzw. negativen Aktien-Prämien (Gewinnrendite Aktien - Staatsanleiherendite), hohen Multiples und erklären u. a. die Beständigkeit des "buy-the-dip" Phänomens. In einem Umfeld zunehmender Sorgen um eine Währungsverwässerung reallokieren Investoren Kapital bevorzugt in Produktivvermögen und Sachwerte. Unternehmen mit robuster Bilanzstruktur, ausgeprägter Preissetzungsmacht und verlässlichen Cashflows fungieren als effektiver Schutzschild gegen den Kaufkraftverlust. Umschichtung weg von nominalen Staatsanleihen hin zu Sachwerten – sei es in Form von Edelmetallen oder Unternehmensbeteiligungen – ist daher keine spekulative Übertreibung, sondern eine Portfolioanpassung in Richtung einer Ära dauerhafter fiskalischer Fragilität.
|
Weitere Artikel und Live Feed mit Marktkommentaren auf zins2.de |
|
Zins² by ICM InvestmentBank AG
Tel.: +49 (0) 30 887 106 0 |
|