Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 23.03.2026 · 17:07

„Taco am Golf“: Wie sehr wird sich der Iran dem widersetzen? Märkte atmen vorerst auf!

Auch wenn die Details derzeit noch widersprüchlich erscheinen, wertet der Kapitalmarkt Trumps jüngste Ankündigung, das Ultimatum gegen den Iran um 5 Tage zu verlängern und geplante Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur vorerst auszusetzen, als das erhoffte „Taco“-Szenario (Deeskalation). Die Reaktion der Märkte folgte prompt: Der Ölpreis korrigierte spürbar Richtung der 100-USD-Marke, während Zinssteigerungserwartungen an die Fed, EZB und BoE

Auch wenn die Details derzeit noch widersprüchlich erscheinen, wertet der Kapitalmarkt Trumps jüngste Ankündigung, das Ultimatum gegen den Iran um 5 Tage zu verlängern und geplante Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur vorerst auszusetzen, als das erhoffte „Taco“-Szenario (Deeskalation). Die Reaktion der Märkte folgte prompt: Der Ölpreis korrigierte spürbar Richtung der 100-USD-Marke, während Zinssteigerungserwartungen an die Fed, EZB und BoE merklich zurückgeschraubt werden. An den Aktien- und Creditmärkten dominiert ein kräftiges Short-Covering, da viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt werden. 

Wie bewerten wir von Zins² die Lage? 

Unser primäres 70%-Szenario (siehe vorherigen Post) scheint sich zu materialisieren. Auch wenn sich Teheran offiziell noch zieren mag, der Iran hat bei einer Fortsetzung der Eskalation wenig zu gewinnen. Da das Regime derzeit noch fest im Sattel sitzt und die Aussichten auf eine Lockerung der Sanktionen im Gegenzug für diplomatisches Stillhalten gut stehen, kann sich die iranische Führung intern sogar als „Sieger durch Standhaftigkeit“ präsentieren. Wir setzen daher in den kommenden Tagen auf militärische Entspannung, wohl wissend wie volatil die Situation angesichts von Trumps Stimmungsschwankungen bleibt. Eine Rückkehr zum „Status quo“ von Ende Februar wird es an den Märkten deshalb auch nicht geben. Strukturelle Risikoprämien  dürften erhöht bleiben und entsprechend erwarten wir von Zins², dass nur etwa die Hälfte der Risikoprämien was Kurven- und Creditspreads  bzw. Aktien anbelangt wieder ausgepreist werden. 

Umsetzung im Abaki FI Convexity 

Wir haben die extremen Ausschläge der vergangenen Tage aktiv genutzt, um das Portfolio für die Erholungsphase entsprechend unserer Szenarioerwartungen zu positionieren. Konkret haben wir über den Kauf von Bobl-Kontrakten (5-jährige Bundesanleihen) einen Kurven-Steepener implementiert. Parallel dazu haben wir sowohl 5-jährige als auch ultra-lange OATs (französische Staatsanleihen) erworben. Wir hatten die Long-Convexity Position des Kernportfolios nicht über das Schreiben von Optionen monetisiert. Die extremen Tageschwankungen (z B. Dec26 Euribor-Future heute Low to High 40 BPs!) und damit einhergehenden weiter steigenden impliziten Volatilitäten gaben uns dabei Recht. Ziel der Positionierung ist es nun, von einer Spread-Beruhigung und einer Reduktion der Risikoprämien zu profitieren. Dafür reicht aus unserer Sicht aus, dass es nicht zu einer expliziten weiteren Eskalation kommt.   


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