Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 03.02.2026 · 08:22

US-BIP-Prognosen werden angehoben - Zinssenkungen der Fed rücken in die Ferne, EUR-Kurve (5/10) etwas steiler

Während Europa noch nach seinem wirtschaftlichen Kompass sucht, schaltet die US-Konjunktur einen Gang höher. Die Konsensprognosen für das US-BIP-Wachstum 2026 wurden zuletzt kontinuierlich nach oben revidiert und stehen nun bei soliden 2,4 %. Untermauert wird dieser Optimismus durch einen starken Start ins Jahr: Der Citi Economic Surprise Index ist auf 53,5 geklettert – den höchsten Stand seit November 2023. Zudem

Während Europa noch nach seinem wirtschaftlichen Kompass sucht, schaltet die US-Konjunktur einen Gang höher. Die Konsensprognosen für das US-BIP-Wachstum 2026 wurden zuletzt kontinuierlich nach oben revidiert und stehen nun bei soliden 2,4 %. Untermauert wird dieser Optimismus durch einen starken Start ins Jahr: Der Citi Economic Surprise Index ist auf 53,5 geklettert – den höchsten Stand seit November 2023. Zudem signalisiert der gestrige US-ISM-Index (verarbeitendes Gewerbe) mit 52,6 den stärksten Expansionswert seit August 2022. Dies deutet auf weitere Aufwärtsrevisionen beim US-Wachstumsausblick in den kommenden Wochen hin. Entsprechend stabil hält sich der US-Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote zeigt mit 4,4% nur leichte Aufwärtsdynamik; die Abschwächung der Nonfarm-Payrolls spiegelt vor allem die Veränderungen des Arbeitsangebots im Umfeld von Trumps Migrationspolitik wider. Handlungsdruck für die Fed die Zinsen schnell weiter zu senken ist daraus nicht abzuleiten.

Für Investoren bedeutet dies, dass die am Markt bis Mitte Juni zu rund 70 % eingepreiste Zinssenkung der Fed (25 Bp) keineswegs sicher ist. Voraussetzung für die Umsetzung sind deutliche Rückgänge bei der Inflation. Entsprechend stehen neben dem US‑Arbeitsmarktbericht für Januar (ursprünglich 6. Februar nun aber aufgrund des erneuten Shut-Downs verzögert), insbesondere die US‑CPI‑Daten für Januar (voraussichtlich) am 11. Februar im Fokus. Sollte die Daten eher nach oben überraschen, würde sich die USD-Kurve voraussichtlich weiter bärisch versteilen.  

Die Aufwärtsrevisionen der US‑Wachstumsprognosen stehen im Kontrast zur Eurozone, wo sich die Erwartungen für das BIP‑Wachstum 2026 seit Anfang des vergangenen Jahres seitwärts bei 1,2 % bewegen. Allerdings "schiebt" vor allem in Deutschland die Fiskalpolitik so dass zusammen mit der leicht über 2% liegenden Kerninflation (2,3% erw. für Januar) ebenfalls kaum Handlungsbedarf bei der EZB besteht, solange EURUSD nicht klar über die Marke von 1,20 nach oben ausbricht. Für lange EUR-Laufzeiten heißt dies: Angesichts der hohen Korrelation zwischen 10jährigen Bunds und 10-jährigen US-Treasuries sowie dem hohen Supplydruck bei Bunds sollte sich die EUR-Kurve zwischen 5 und 10 Jahren eher etwas versteilen. Während Bunds ggü. Treasuries outperformen sollten, dürften sie ggü. Swaps underperformen.


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