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Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 12.04.2026 · 13:56

Trotz fehlender Ergebnisse in Islamabad, kein breiter risk-off Move zum Handelsstart morgen früh

Dass die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad ergebnislos abgebrochen wurden, überrascht angesichts des tiefen gegenseitigen Misstrauens und der weit auseinanderliegenden Positionen kaum. Aus Sicht von Zins² ist die Hürde für eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen für beide Seiten jedoch recht hoch. Ein Indiz dafür ist die heutige Passage zweier US-Kriegsschiffe durch die Straße von Hormuz, die

Dass die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad ergebnislos abgebrochen wurden, überrascht angesichts des tiefen gegenseitigen Misstrauens und der weit auseinanderliegenden Positionen kaum. Aus Sicht von Zins² ist die Hürde für eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen für beide Seiten jedoch recht hoch. Ein Indiz dafür ist die heutige Passage zweier US-Kriegsschiffe durch die Straße von Hormuz, die laut Medienberichten ohne Zwischenfälle verlief.

Marktteilnehmer dürften die fehlenden Ergebnisse in Islamabad daher nicht als Schritt in Richtung Eskalation werten; eine breite und tiefe Risk-off-Welle sollte dementsprechend morgen zum Handelsstart ausbleiben. Dass es erneut zu einem Anstieg des Ölpreise (Dated Brent) aufgrund der sich verschärfenden physischen Knappheit kommt, bleibt wahrscheinlich.

Steilere Zins-Kurve bleibt dominantes Szenario

Die Kurvenrisiken für die EUR- und USD-Zinskurven sehen wir bei Zins² in Richtung einer Versteilung gerichtet. Dies gilt sowohl für das Basisszenario einer Fortsetzung der Verhandlungen als auch für den Fall einer erneuten Eskalation. Sollten die Gespräche wieder aufgenommen werden, dürften die Ölpreise etwas nachgeben, was primär die Renditen am kurzen Ende der Kurve unter Druck setzten dürfte. Im Falle einer Eskalation oder einer Verlängerung der Phase hoher Energiekosten wird sich der Fokus der Märkte jedoch verstärkt auf die bisher vernachlässigten fiskalischen Risiken richten. Laufzeitprämien sollten vor allem jenseits von 5 Jahren zunehmen, während Wachstumsrisiken das Potential für deutlich stärker als aktuell schon für die EZB eingepreisten Zinserhöhungen begrenzt und den Anstieg der Renditen am kurzen Ende limitiert. Die zunehmende fiskalische Unsicherheit in der Eurozone aber auch den USA sollte mit einer Underperformance von Bunds und Treasuries gegenüber Swaps einhergehen.

Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 10.04.2026 · 11:08

Patt-Situation in Islamabad: EZB fährt auf Sicht, Bull-Steepening der EUR-Kurve dominantes Szenario

1. Geopolitischer Rahmen: Die für heute anberaumten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung des Konflikts werden nicht zu einer schnellen Einigung führen. Zu weit liegen die Positionen auseinander (nicht nur Iran- USA sondern auch Israel-Iran-Libanon) und zu gering ist das gegenseitige Vertrauen in die Einhaltung von Abmachungen. Aus Sicht von Zins² dürfte die Hürde für

1. Geopolitischer Rahmen: Die für heute anberaumten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung des Konflikts werden nicht zu einer schnellen Einigung führen. Zu weit liegen die Positionen auseinander (nicht nur Iran- USA sondern auch Israel-Iran-Libanon) und zu gering ist das gegenseitige Vertrauen in die Einhaltung von Abmachungen. Aus Sicht von Zins² dürfte die Hürde für beide Seiten, zeitnah erneut auf militärische Eskalation zu setzen, jedoch recht hoch sein. Wir erachten daher eine anhaltende Patt-Situation mit Verhandlungen, die über die Zwei-Wochen-Frist hinausgehen, als das wahrscheinlichste Szenario (60%). Einer Rückkehr zum „heißen Krieg“ messen wir eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit von 30% bei, während lediglich 10% auf eine dauerhafte Einigung entfallen. In diesem Umfeld wird der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormuz sowie die Mautgebühren voraussichtlich vorerst beibehalten können. Zusammen mit der beschädigten Energieinfrastruktur am Golf bleibt die Knappheitsprämie bei Öl bestehen, sodass Dated Brent zunächst um die 100 USD notieren dürfte.

2. Auswirkungen auf die Inflation und EZB-Politik: Ein Ölpreis um 100 USD entspräche in etwa dem Niveau vom 11. März, das bereits in die damaligen EZB-Projektionen einfloss. Dies impliziert einen Anstieg der Gesamtinflationsrate auf etwa 3,2% bis August/September, gefolgt von deutlichen Rückgängen Richtung 2% im kommenden Jahr. Solange der Waffenstillstand über die EZB-Sitzung am 30. April hinaus hält, wird die Zentralbank versuchen, den Inflationsanstieg als transitorisch einzustufen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung Ende April im Vergleich zu unserer Einschätzung im Zins²-Kompass vor zehn Tagen gesunken. Ein Zinsschritt im Juni wäre – abhängig von den neuen Inflationsprojektionen – das realistischere Szenario. Aktuell preisen die €STR-Forwards 27 Basispunkte (Bp) an Zinssteigerungen bis zum 11. Juni und etwa 60 Bp bis Jahresende ein. Letzteres erscheint weiterhin ambitioniert. In dem von uns als dominant erwarteten Szenario von Verhandlungen, die dann über 2 Wochen hinaus verlängert werden, gehen wir davon aus, dass diese Risikoprämie bis Ende Mai in Richtung 40 Bp reduziert wird.

3. Implikationen für die EUR-Zinskurve und Spreads: Wir sehen Potenzial für ein Bull-Steepening der EUR-Zinskurve, doch braucht es dafür Signale aus Islamabad, dass die Gespräche nicht sofort in einer Sackgasse münden. Entsprechend wichtig wird die Libanonfrage und die Position Israels sein. Je länger sich die Verhandlungen ohne Abbruch hinziehen, umso größer sollte allerdings die Hürde für eine Wiederaufnahme des militärischen Konflikts sein. Entsprechend rechnen wir von Zins² damit, dass Risikoprämien, die über einen 25 Bp Zinsschritt hinausgehen, allmählich ausgepreist werden. Die Kurve sollte sich in der Folge versteilen, wodurch insbesondere mittlere Laufzeiten – der „Bauch“ der Kurve – attraktiv erscheinen. Trotz aller Unsicherheit haben wir in diesem Bereich gestern Abend eine erste Position aufgebaut.

Hinsichtlich der Staatsanleihe-Spreads in der Eurozone halten wir an unserer Einschätzung vom 1. April fest: „Sorgen vor höheren Refinanzierungskosten angesichts der hohen Staatsverschuldung sowie die sprunghaft gestiegene Zinsvolatilität mindern die Attraktivität von Carry-Positionen. Zudem dürften die Neuwahlen in Frankreich und Italien im kommenden Jahr ab dem Sommer stärker in den Fokus rücken. Dies spricht für eine erhöhte Spreadvolatilität“. Credit-Spreads bei Unternehmensanleihen erscheinen derweil weiterhin unattraktiv. Während die Risikoprämien am Zinsmarkt erhöht bleiben, notiert der iTraxx Europe (IG) mit 58 Bp nur noch knapp über dem Niveau von Ende Februar. Angesichts des deutlichen Rückgangs vom März-Hoch (75 Bp) erscheint das Chance-Risiko-Verhältnis hier wenig einladend.


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Patt-Situation in Islamabad: EZB fährt auf Sicht, Bull-Steepening der EUR-Kurve dominantes Szenario
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 09.04.2026 · 09:44

Anleger zwischen FOMO (Fear of Missing Out) und Realität

Die Bedingungen für den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran werden von beiden Seiten höchst unterschiedlich interpretiert. Die Straße von Hormuz bleibt de facto geschlossen, da der Iran weiterhin darauf besteht, die Durchfahrt zu kontrollieren und eine Transitgebühr von 2 Mio. USD pro Schiff zu erheben. Gepaart mit den anhaltenden Angriffen Israels gegen den Libanon bleibt die Gesamtsituation äußerst

Die Bedingungen für den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran werden von beiden Seiten höchst unterschiedlich interpretiert. Die Straße von Hormuz bleibt de facto geschlossen, da der Iran weiterhin darauf besteht, die Durchfahrt zu kontrollieren und eine Transitgebühr von 2 Mio. USD pro Schiff zu erheben. Gepaart mit den anhaltenden Angriffen Israels gegen den Libanon bleibt die Gesamtsituation äußerst fragil.

Dennoch zeigen sich die Aktienmärkte vor dem morgigen Start der direkten Verhandlungen in Islamabad stabil. Die Hoffnung auf eine Fortsetzung der gestrigen Erholungsrallye und die damit verbundene „Fear of Missing Out“ (FOMO) scheinen die Stimmung unter den Anlegern derzeit noch zu dominieren. Zudem vertraut der Markt darauf, dass Donald Trump aus innenpolitischen Erwägungen keine erneute Eskalation des Konflikts anstrebt. Wenn jedoch Ideologien – insbesondere die der Revolutionsgarden – und existenzielle Sicherheitsinteressen der USA sowie der Golf-Anrainerstaaten kollidieren, sollte die Möglichkeit nicht unterschätzt werden., dass der Weg zurück zur Normalität keineswegs linear verläuft.

Wir von Zins² bleiben in diesem Umfeld vorerst an der Seitenlinie. Wie bereits in unserem gestrigen Post beleuchtet, würden wir eine erneute Eskalation und ein damit einhergehendes bärisches Flattening der EUR-Zinskurve als Gelegenheit für Käufe in mittleren Laufzeiten betrachten. Die schwachen deutschen Produktionszahlen für Februar heute Morgen unterstreichen, dass die EZB das Thema Wachstum trotz Inflationssorgen nicht wird ignorieren können, was Zinssteigerungen deckelt. Mit aktuell eingepreisten 60 Basispunkten (Bp) an EZB-Zinserhöhungen bis zum Jahresende (+10 Bp im Vergleich zum gestrigen Tiefstand) ist es für konkrete Trades aus unserer Sicht jedoch noch zu früh.


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Anleger zwischen FOMO (Fear of Missing Out) und Realität
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 08.04.2026 · 16:58

Bullisches Steepening - erneute Gegenbewegung wäre eher Kaufgelegenheit im mittleren Laufzeitbereich

Die €STR-Forwards für Dezember 2026 verzeichneten heute (08. April) einen bemerkenswerten Rückgang von über 25 Basispunkten im Vergleich zum Vortag und entsprechend versteilte sich die EUR-Zinskurve (2J -21 Bp). Angesichts der massiven Unsicherheit im Vorfeld der am Freitag beginnenden Verhandlungen in Islamabad erscheint diese Entlastungsrallye auf den ersten Blick zu ausgeprägt. Dennoch halten wir von Zins² es für

Die €STR-Forwards für Dezember 2026 verzeichneten heute (08. April) einen bemerkenswerten Rückgang von über 25 Basispunkten im Vergleich zum Vortag und entsprechend versteilte sich die EUR-Zinskurve (2J -21 Bp). Angesichts der massiven Unsicherheit im Vorfeld der am Freitag beginnenden Verhandlungen in Islamabad erscheint diese Entlastungsrallye auf den ersten Blick zu ausgeprägt. Dennoch halten wir von Zins² es für wenig attraktiv, derzeit auf eine Gegenbewegung (also wieder steigende Zinserwartungen) zu setzen. Denn trotz des heutigen Rücksetzers notieren die Dezember-Forwards weiterhin rund 60 Basispunkte über dem Niveau vom 27. Februar, was zeigt, dass eine beträchtliche Risikoprämie im Markt verbleibt.

Aus Sicht von Zins² ist das Aufwärtspotenzial für die EZB-Zinsen selbst im Falle einer diplomatischen Sackgasse begrenzt. Denn auch bei einer Fortsetzung der militärischen Auseinandersetzung schätzen wir das Potenzial für zusätzliche Zinsschritte der EZB über kumulierte 50 Basispunkte hinaus bis zum Jahresende als gering ein. Der Grund hierfür liegt in der zunehmenden Rezessionsgefahr: Ein dauerhaft hoher Ölpreis würde die Kaufkraft so stark schwächen, dass die EZB ab einem gewissen Punkt den Fokus auf den konjunkturellen Einbruch legen würde.

Sollten negative Schlagzeilen aus Islamabad die Zinserwartungen erneut kurzfristig in die Höhe treiben, würden wir von Zins² dies daher nicht als neuen Trend, sondern vielmehr als Kaufgelegenheit betrachten – insbesondere im 5-jährigen Laufzeitbereich. Der Bauch der Zinskurve dürfte in einem solchen Szenario davon profitieren, dass der Markt mittelfristig wieder eine Abkehr von der straffen Geldpolitik einpreisen muss, sobald die konjunkturellen Bremsspuren der Energiekrise deutlicher sichtbar werden. Gleichzeitig sollte dieser Bereich vor einem Anstieg der Laufzeitprämien aufgrund steigender Haushaltdefizite geschützt sein. Kurzfristige Panikspikes bei den Renditen sollten damit eher Kaufgelegenheiten darstellen.


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Bullisches Steepening - erneute Gegenbewegung wäre eher Kaufgelegenheit im mittleren Laufzeitbereich
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 08.04.2026 · 11:15

Diplomatische Atempause für kurzes Ende der Zinskurve – fiskalische Realität am langen Ende der Kurve trübt sich weiter ein!

Donald Trumps Einschätzung, der iranische 10-Punkte-Plan stelle eine „brauchbare Basis“ für Verhandlungen dar, muss primär durch das Prisma der US-Innenpolitik und der bevorstehenden Midterm-Wahlen im November 2026 betrachtet werden. Für das Weiße Haus ist die kurzfristige Senkung der Benzinpreise eine politische Überlebensfrage. Dennoch dürften weder die USA noch die arabischen Golf-Anrainerstaaten den iranischen Maximalforderungen in

Donald Trumps Einschätzung, der iranische 10-Punkte-Plan stelle eine „brauchbare Basis“ für Verhandlungen dar, muss primär durch das Prisma der US-Innenpolitik und der bevorstehenden Midterm-Wahlen im November 2026 betrachtet werden. Für das Weiße Haus ist die kurzfristige Senkung der Benzinpreise eine politische Überlebensfrage. Dennoch dürften weder die USA noch die arabischen Golf-Anrainerstaaten den iranischen Maximalforderungen in ihrer jetzigen Form zustimmen können. Besonders die angestrebte dauerhafte Kontrolle Teherans über die Straße von Hormuz kollidiert mit eigenen Sicherheitsinteressen. Entsprechend zäh dürften die Verhandlungen in Islamabad verlaufen. Sollte es nicht bereits bei den ersten Gesprächen am Freitag messbaren Fortschritte bei den Kernstreitpunkten – Souveränität des Seewegs, Atomprogramm und Sanktionsaufhebung – geben, ist ein erneuter, abrupter Stimmungsumschwung an den Märkten nahezu vorprogrammiert.

Das abrupte Repricing am EUR-Zinsmarkt zum Handelsstart heute Morgen ist, ähnlich wie bei den Aktien- und Kreditmärkten, primär als Eindeckung vorheriger Short-Positionen zu werten. Es handelt sich vor allem um eine technische Reaktion. Zwar hat sich das „Tail-Risk“ einer unmittelbaren militärischen Totaleskalation und deren verheerender Folgen für die Konjunktur der Eurozone etwas verringert und Hoffnungen, dass es nur zu transitorischen Inflationseffekten kommt, sind gestiegen, doch verharrt die Nervosität auf einem hohen Niveau. Ein valider Indikator für eine echte wirtschaftliche Entspannung wäre erst eine nachhaltige Einengung des Preisunterschieds zwischen „Dated Brent“ (Spotmarkt) und dem „Front Month“ (Terminmarkt). Solange das physische Öl deutlich teurer bleibt als der Terminkontrakt für Juni, bleibt die tatsächliche Belastung für die Industrie und die Inflationsdynamik bestehen – die „Papier-Entspannung“ an der Börse käme dann noch nicht in der Realwirtschaft an. (Zur Bedeutung des unterschiedlichen Ölpreises siehe gestriger Post)

Ungeachtet der Volatilität am kurzen Ende der EUR-Zinskurve zeichnen sich für das lange Ende der Kurven selbst bei einem dauerhaften Waffenstillstand erhöhte Risikoprämien ab. In den USA signalisiert die Trump-Administration eine gefährliche fiskalische Dynamik: Die geplante Erhöhung des Verteidigungsetats um ca. 50% bzw. 500 Mrd. USD wird das Haushaltsdefizit und die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treiben. Parallel dazu wächst in der EU der Druck für steigende Verteidigungsausgaben, da das Vertrauen in die USA als verlässliche Schutzmacht im Zuge des aktuellen Konflikts weiter nachgelassen hat. Laufzeitprämien (Term Premiums) werden in den kommenden Quartalen damit eher zunehmen, wobei die Rolle von Staatsanleihen als „Safe Havens“ weiter erodiert. Wir von Zins² gehen davon aus, dass sich die Renditeniveaus für Laufzeiten jenseits der 5 Jahre im Vergleich zum Jahr 2025 dauerhaft auf einem höheren Plateau einpendeln werden. Zinspolitische Erleichterungen am kurzen Ende werden weniger deutlich als in der Vergangenheit auf lange Laufzeiten abstrahlen. Entsprechend sollten auch Bunds genauso wie US-Treasuries gegenüber Swaps underperformen.


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Diplomatische Atempause für kurzes Ende der Zinskurve – fiskalische Realität am langen Ende der Kurve trübt sich weiter ein!
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 07.04.2026 · 11:46

Brent Crude: 109 USD im Front Contract oder 141 USD Spotpreis – gravierender Unterschied für Konjunktur und Zentralbanken

Finanzmedien wie Bloomberg und andere Nachrichtenagenturen referenzieren beim Ölpreis häufig auf den sogenannten „Front Month Contract“ von Brent Crude (aktuell der Juni-Kontrakt, 109 USD). Hierbei handelt es sich um den Terminkontrakt mit der kürzesten Laufzeit und der höchsten Liquidität. Brent-Futures an der ICE verfallen turnusgemäß am letzten Geschäftstag des zweiten Monats vor dem eigentlichen Liefermonat. Im Falle des

Finanzmedien wie Bloomberg und andere Nachrichtenagenturen referenzieren beim Ölpreis häufig auf den sogenannten „Front Month Contract“ von Brent Crude (aktuell der Juni-Kontrakt, 109 USD). Hierbei handelt es sich um den Terminkontrakt mit der kürzesten Laufzeit und der höchsten Liquidität. Brent-Futures an der ICE verfallen turnusgemäß am letzten Geschäftstag des zweiten Monats vor dem eigentlichen Liefermonat. Im Falle des Juni-Kontrakts markiert somit das Ende des Aprils den Zeitpunkt des Verfalls.

Da die physische Lieferung für diesen Kontrakt noch Wochen in der Zukunft liegt, hat dieser Preis eine starke „Erwartungskomponente“ – insbesondere die Hoffnung, dass die aktuellen geopolitischen Spannungen im Persischen Golf zeitlich begrenzt bleiben. In der Konsequenz bildet der Juni-Kontrakt die gegenwärtige physische Knappheit nur unzureichend ab. Die Realität zeigt sich stattdessen im Spot-Preis für Brent Crude (Dated Brent), der aktuell bei etwa 141 USD notiert. Die daraus resultierende Differenz von rund 32 USD zum Front-Contract ist historisch außergewöhnlich und deutlich höher als 2022 (18 USD Maximum). Sie signalisiert eine extreme „Backwardation“ – ein Marktzustand, in dem die sofortige Verfügbarkeit von Rohöl massiv höher bewertet wird als zukünftige Lieferungen. Die physische Verfügbarkeit von Öl ist knapp.

Nähert sich ein Terminkontrakt seinem Ablaufdatum, verliert er zwingend seinen Charakter als spekulatives Erwartungsinstrument; er muss sich dem physischen Preisniveau angleichen. Die Marktteilnehmer befinden sich somit in einem Wettlauf gegen die Zeit: Jede Woche, die ohne diplomatischen Durchbruch verstreicht, erhöht den Druck auf die Juni-Kontrakte massiv. Sollte der Preis für Dated Brent Ende April weiterhin bei 140 USD verharren, wird der Juni-Kontrakt auf dieses Niveau ansteigen. Eine solche Entwicklung würde voraussichtlich die gesamte Terminkurve der Folgekontrakte nach oben ziehen und für Investoren und Zentralbanken die Hoffnungen eines „transitorischen Schocks“ weiter reduzieren.

Inflationserwartungen würden zulegen und die EZB unter Zugzwang setzen, ihre Zinspfade aggressiver nach oben zu korrigieren, um eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern. Die entscheidende Frage für die kommenden Wochen bleibt: Wird die physische Realität (der Spot-Preis) durch eine Entspannung der Lage nach unten sinken oder wird die spekulative Hoffnung (der Future-Preis) durch die Fortdauer des Konflikts gewaltsam nach oben gerissen?


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Brent Crude: 109 USD im Front Contract oder 141 USD Spotpreis – gravierender Unterschied für Konjunktur und Zentralbanken
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 02.04.2026 · 11:10

Bricht das Muster beim EUR-Kurvenspread? Auch Bund-Swap gilt es im Auge zu haben!

Die gestrigen politischen Signale aus Washington werteten die Kapitalmärkte als Bestätigung einer anhaltenden geopolitischen Sackgasse, die Potential zur Eskalation hat. In der Folge legte der Ölpreis wieder deutlich zu, was die skeptische Sicht von Zins² auf das kurzfristige Entspannungsszenario der Vortage untermauert. Beginnen Marktteilnehmer auf expansive fiskalische Reaktion zu setzen? Bemerkenswert ist heute die Reaktion am EUR-Zinsmarkt: Kurz vor

Die gestrigen politischen Signale aus Washington werteten die Kapitalmärkte als Bestätigung einer anhaltenden geopolitischen Sackgasse, die Potential zur Eskalation hat. In der Folge legte der Ölpreis wieder deutlich zu, was die skeptische Sicht von Zins² auf das kurzfristige Entspannungsszenario der Vortage untermauert.

Beginnen Marktteilnehmer auf expansive fiskalische Reaktion zu setzen?

Bemerkenswert ist heute die Reaktion am EUR-Zinsmarkt: Kurz vor dem langen Osterwochenende bleibt das bisherige Muster einer Kurvenverflachung aus. Kurze UND lange Renditen legen ähnlich zu. Seit Kriegsausbruch führten steigende Renditen am kurzen Ende fast schon mechanisch zu einer ausgeprägten Verflachung zwischen 2 und 10 Jahren sowie im 10 und 30 Jahren. Dass dieser Trend nun ins Stocken gerät, ist ein Warnsignal. Es deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer angesichts der Krisendauer und der zunehmenden Wachstumsrisiken auf eine expansive fiskalische Reaktion der Regierungen setzen, um die wirtschaftlichen Verwerfungen abzufedern.

Spanien und Italien haben bereits erste, wenn auch begrenzte Maßnahmen ergriffen. Doch hier liegt die Krux: Angesichts der seit der Pandemie massiv gestiegenen Staatsverschuldung in der Eurozone würde eine klare Ausweitung der Fiskalpolitik unweigerlich die Laufzeitprämien zulegen lassen. Die Kurve würde steiler werden.

Obwohl wir von Zins² – wie in unserem Kompass für April dargelegt (Link) – skeptisch bleiben, dass es tatsächlich zu einer breit angelegten, expansiven Fiskalwelle kommen wird (schlicht, weil die fiskalischen Spielräume fehlen), steigen die Risiken, dass die Politik sich dem öffentlichen Druck beugt mit jeder Woche, die der Konflikt andauert. Selbst ohne aktive Hilfsprogramme sorgt die konjunkturelle Abkühlung für eine steigende Defizitquoten, was die Risikoprämien bei Staatsanleihen am langen Ende erhöhen kann. Die Diskussion um den erodierenden Safe-Haven Status von Staatsanleihen ist in einem solchen Umfeld niemals weit entfernt.

Neben Kurvenspreads würde auch Bund-Swap deutlich reagieren

Sollte sich eine Wende in den Erwartungen zur Fiskalpolitik verfestigen, würde neben den Kurvenspreads insbesondere der Bund-Swap-Spread reagieren. In einem solchen Szenario dürften Bundesanleihen gegenüber Swaps underperformen. Niveaus um null Bp im 10-jährigen Bereich erscheinen dann nicht mehr unrealistisch. Für die Praxis bedeutet das: Wir bei Zins² favorisieren aktuell wieder Bund-Futures gegenüber Swaps zur Absicherung von Zinsrisiken.


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Bricht das Muster beim EUR-Kurvenspread? Auch Bund-Swap gilt es im Auge zu haben!
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 01.04.2026 · 14:03

Buy the Rumours und Sell the Fact? Wird heute Abend um 21:00 Uhr Eastern Time „geliefert“?

Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Konflikts am Persischen Golf sorgt derzeit für ein deutliches Re-Pricing an den Kapitalmärkten. Doch mahnt die Realität zur Vorsicht. Wer erwartet, dass der US-Präsident heute Abend um 21:00 Uhr Eastern Time ein sofortiges Ende des Militäreinsatzes verkündet, verkennt die geopolitische Situation. Auch am „Wettmarkt“ Polymarket deutet bisher wenig auf ein

Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Konflikts am Persischen Golf sorgt derzeit für ein deutliches Re-Pricing an den Kapitalmärkten. Doch mahnt die Realität zur Vorsicht. Wer erwartet, dass der US-Präsident heute Abend um 21:00 Uhr Eastern Time ein sofortiges Ende des Militäreinsatzes verkündet, verkennt die geopolitische Situation. Auch am „Wettmarkt“ Polymarket deutet bisher wenig auf ein Ende des Krieges hin. Die Wahrscheinlichkeit für einen Waffenstillstand bis Ende April steht bei nur 38%.

Solange der Iran die Straße von Hormus nicht dauerhaft freigibt, würde ein Rückzug der USA als geopolitische Niederlage für Trump gewertet werden. Denn die Position der Golfanrainerstaaten – bisherige loyale Verbündete der USA – würde geschwächt und Teheran für seine Eskalationsstrategie belohnt. Dies würde auch kaum mit den Sicherheitsinteressen Israels vereinbar sein. Eine solche Situation als Sieg „zu verkaufen“, vor allem wenn gleichzeitig Energiepreise hoch bleiben, dürfte selbst in der MAGA-Bewegung auf wenig Zuspruch treffen.

Die aktuelle Erleichterung an den Märkten greift daher zu kurz. Solange die Straße von Hormus nicht wieder generell geöffnet ist, werden die Risikoprämien für Rohöl, LNG sowie für energieintensive Vorprodukte wie Düngemittel und Grundchemikalien auf einem strukturell erhöhten Niveau verharren. Inflations- und Wachstumsrisiken bleiben erhöht auch wenn dies die globalen Regionen asymmetrisch trifft: Während die US-Wirtschaft als Nettoenergieexporteur eine relative Resilienz aufweist, stehen die energieimportabhängigen Industriezentren in Asien und Europa unter starkem Druck. Vor diesem Hintergrund mahnen wir von Zins² zur Vorsicht: Den jüngsten Rückgang der Risikowahrnehmung zu extrapolieren, halten wir im aktuellen geopolitischen Umfeld für verfrüht. Auch am kurzen Ende der EUR-Zinskurve dürfte das Auspreisen von EZB-Zinssteigerungserwartungen bald auf Widerstand stoßen und eine Wahrscheinlichkeit von klar unter 50 % für einen ersten EZB-Zinsschritt Ende April würden wir aktuell nicht "kaufen".


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Buy the Rumours und Sell the Fact? Wird heute Abend um 21:00 Uhr Eastern Time „geliefert“?
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 30.03.2026 · 13:24

EUR-Zinskurve: Von Inflationssorgen hin zu Rezessionsängsten

Die aggressive Rhetorik von US-Präsident Trump im Financial Times-Interview („Take the oil“) verschiebt das Marktszenario vor dem Auslaufen des von Trump gesetzten Ultimatums gegen den Iran am 6. April in Richtung einer weiteren Eskalation. Entsprechend legt der Ölpreis auf über 115 USD zu. Sollte es zu anhaltenden Schäden an der Energieinfrastruktur am Golf ohne Öffnung der Straße von

Die aggressive Rhetorik von US-Präsident Trump im Financial Times-Interview („Take the oil“) verschiebt das Marktszenario vor dem Auslaufen des von Trump gesetzten Ultimatums gegen den Iran am 6. April in Richtung einer weiteren Eskalation. Entsprechend legt der Ölpreis auf über 115 USD zu. Sollte es zu anhaltenden Schäden an der Energieinfrastruktur am Golf ohne Öffnung der Straße von Hormuz  kommen, erscheinen auch 150 USD möglich. Der Renditerückgang zum Wochenstart zeigt dabei, dass der Fokus am Markt begonnen hat,  sich von den Inflationsrisiken hin zu den Wachstums- / Rezessionsrisiken zu verschieben. 

Angesichts der festen Muster bei den Auswirkungen eines Preisschocks auf die Wirtschaft und die Zinskurve ist dies kaum verwunderlich, auch wenn wir noch nicht überzeugt sind, dass die Höchststände bei den EZB-Zinssteigerungserwartungen erreicht sind. Die Grafik zeigt , dass zumindest im letzten Zyklus die Kurvenverflachung erst deutlich NACH Beginn der Zinssteigerungen der EZB ihr Maximum erreicht hatte.  Angesichts der Unsicherheiten bei der Energiepreisentwicklung dürfte es auch diesmal Zeit brauchen, um das Ausmaß der EZB-Zinsanhebungen (Szenario 2 oder 3 in Lagardes Ausführungen) abzuschätzen.

Die Anatomie des Ölpreisschocks (Schematischer Verlauf)

  1. Monat 1–3 (Unmittelbarer Schock): Die Headline-Inflation springt sofort an, was sich schon in den heute Morgen veröffentlichten deutschen Länder-Inflationszahlen widerspiegelt. In der Eurozone ist ein Anstieg der Gesamtrate um 1,5 bis 2,0 Prozentpunkte binnen eines Quartals zu erwarten. Das BIP-Wachstum knickt nur verzögert ein, da sich die Wirtschaftssubjekte erst an die Situation anpassen müssen. 
  2. Monat 6–9 (Der Inflations-Peak): Hier erreichen die Zweitrundeneffekte ihren Höhepunkt (ca. Herbst 2026) während die Industrieproduktion aufgrund unrentabler Energiekosten zurückgefahren wird. Die Realeinkommen der Konsumenten drehen ins Minus was den Konsum belastet.
  3. Monat 12+ (Die Rezessions-Tiefe): Während die Inflation schon wieder deutlich zurückgeht, erreicht die Rezession ihren Höhepunkt meist erst drei bis vier Quartale nach dem initialen Preis-Schock. Für die Eurozone bedeutet ein 100%-Schock beim Ölpreis ein BIP-Minus von ca. 1 bis 2%-Punkten, abhängig von den fiskalischen Gegenmaßnahmen. 

Die Zinskurve wird in diesem Umfeld zwischen zwei Mühlsteinen zerrieben: 

  1. Das kurze Ende (2 Jahre): Hier regiert die Angst vor der Inflation und die Entschlossenheit der EZB. Da die Notenbank die „Scharte von 2022 auswetzen“ will (muss), werden die Zinsen trotz Rezessionsgefahr angehoben. Die Renditen am kurzen Ende können auch nach der schon erfolgten Anpassung seit Ende Februar weiter etwas steigen. 
  2. Das lange Ende (10–30 Jahre): Hier gewinnen die Wachstumsrisiken die Oberhand. Je höher der Ölpreis steigt, desto stärker wird eine zukünftige Rezession eingepreist. Dies deckelt das Potenzial für steigende Renditen jenseits der 3%-Marke bei 10-jährigen Bunds, was eine weitere Kurvenverflachung bis hin zu einer zeitweiligen Inversion der EUR-Kurve zwischen 2 und 10 Jahren ermöglicht.  

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EUR-Zinskurve: Von Inflationssorgen hin zu Rezessionsängsten
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 26.03.2026 · 12:10

Pendel zwischen Diplomatie und Detonation – wir von Zins² reduzieren Risiko vor dem Ende des Ultimatums

Das Fünftage-Ultimatum von Präsident Trump gegen den Iran läuft morgen Abend aus, und beide Seiten scheinen auf ihren Maximalforderungen zu beharren. Die “Wette” scheint, dass der jeweils andere in letzter Sekunde „einknickt“. Was als Verhandlungstaktik interpretiert werden kann, birgt die Gefahr einer Fortsetzung des „heißen“ Krieges ohne die erhoffte Feuerpause. Angesichts der bekannten Ungeduld Trumps und des Aufbaus der

Das Fünftage-Ultimatum von Präsident Trump gegen den Iran läuft morgen Abend aus, und beide Seiten scheinen auf ihren Maximalforderungen zu beharren. Die “Wette” scheint, dass der jeweils andere in letzter Sekunde „einknickt“. Was als Verhandlungstaktik interpretiert werden kann, birgt die Gefahr einer Fortsetzung des „heißen“ Krieges ohne die erhoffte Feuerpause. Angesichts der bekannten Ungeduld Trumps und des Aufbaus der US-Truppenpräsenz in der Golfregion nimmt damit auch das Risiko einer weiteren Eskalation zu. 

Aus Sicht von Zins² ist die Gemengelage mittlerweile zu undurchsichtig, um an der bisherigen Positionierung, die zumindest auf keine weitere Eskalation setzte, festzuhalten. Sollte das Ultimatum ohne Ergebnis verstreichen und militärische Schläge gegen die Energieinfrastruktur folgen, wäre die Marktreaktion am Montagmorgen verheerend. Und selbst wenn es nicht weiter eskaliert, würden die Risikoprämien am Energiemarkt eher steigen, da Knappheitssorgen bei Öl und Gas aufgrund der zeitlichen Streckung der Sperrung der Straße von Hormuz zunähmen.  

Da das Chance-Risiko-Verhältnis für Long-Durations-Wetten in diesem Umfeld nicht mehr tragfähig ist, haben wir von Zins² heute zum Handelsstart reagiert. Wir haben Long-Positionen im Portfolio über alle Punkte der Kurve reduziert und sind auf neutral geschwenkt. Gleichzeitig sehen wir das Risiko, dass es in Europa bei einer Verlängerung der Phase hoher Ölpreise zu fiskalischen Stützungsmaßnahmen kommt, was Laufzeitprämien bei Staatsanleihen ebenfalls ansteigen lassen würde. Solange das Pendel zwischen Diplomatie und Detonation so unvorhersehbar schwingt, bevorzugen wir eine abwartende Haltung an der Seitenlinie.  

Der diplomatische Stillstand kristallisiert sich an drei Punkten, die eine Einigung derzeit fast unmöglich machen: 

Die Chronologie der Schritte: Trump verlangt: „Zuerst die Öffnung der Straße von Hormuz und dann wird über alles weitere gesprochen“. Iran: „Zuerst das Ende des Kriegs und der Sanktionen und dann wird die Meerenge geöffnet.“ Da das Vertrauen zwischen beiden Akteuren nahe null liegt, scheut jede Seite davor zurück, den ersten Schritt zu machen. 

Der Umfang des Deals: Während die USA einen „Great Deal“ anstreben, der alle Aspekte des Irans vom Atomprogramm bis zu den militärischen Fähigkeiten eingrenzt, ist Teheran maximal zu einer technischen Lösung für den Schiffsverkehr bereit – und das auch nur gegen massive ökonomische Konzessionen. 

Die interne Gesichtswahrung: Für Trump ist der Deal eine Marketing-Frage gegenüber seiner Wählerbasis; für den Iran ist er eine Frage der ideologischen Integrität. Ein Kompromiss, der beide Seiten als „Sieger“ dastehen lässt, erscheint angesichts der aggressiven  Rhetorik und Truppenverlegungen im Golf aktuell kaum zu erreichen. 


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