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Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 03.01.2026 · 13:34

Regime-Change in Venezuela – Auswirkungen auf Geopolitik und Märkte

Die Meldung über den Angriff der USA und die Entführung von Präsident Maduro ist eine direkte Umsetzung der neuen US National Security Strategy und zeigt, wie Washington die Einteilung der Welt in Einflusszonen der Großmächte interpretiert – eine Art Monroe-Doktrin 2.0. Diese Politik lässt geopolitische Risiken (und damit Risikoprämien) weltweit ansteigen!In Europa: Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland einem Waffenstillstand

Die Meldung über den Angriff der USA und die Entführung von Präsident Maduro ist eine direkte Umsetzung der neuen US National Security Strategy und zeigt, wie Washington die Einteilung der Welt in Einflusszonen der Großmächte interpretiert – eine Art Monroe-Doktrin 2.0. Diese Politik lässt geopolitische Risiken (und damit Risikoprämien) weltweit ansteigen!In Europa: Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland einem Waffenstillstand in der Ukraine zustimmt, sinkt. Gleichzeitig bleiben die Sorgen bestehen, dass sich die USA langfristig aus Europa zurückziehen könnten. Ostasien/China: Die Wahrscheinlichkeit, dass China in den kommenden Quartalen auf einen Regime-Change in Taiwan setzt, nimmt zu – mit potenziell erheblichen Folgen für die gesamte Region und die globalen Lieferketten. Hier dürften die Märkte vor allem den Fokus setzen.MarktauswirkungenÖlmarkt: Die Erwartung, dass ein Regime-Change mittelfristig zu höherenvenezolanischen Ölexporten führt, wirkt tendenziell dämpfend auf den Ölpreis und damit disinflationär. Ob das am Montag die erste Schlussfolgerung ist, werden die nächsten Stunden zeigen wenn es mehr Hinweise auf die Situation in Venezuela gibt. US-Energiewerte dürften zum Wochenstart outperformen da Erwartungen hoch sind, dass sie präferierten Zugang zum venezolanischen Öl erhalten werden.Rüstungssektor:Die Notwendigkeit hoher Militärausgaben wird vor Augen geführt.  Rüstungsaktien bleiben gefragt und dürften weiter ein „Eigenleben“ mit geringer Korrelation zu den Gesamtmärkten beibehalten.Aktienindizes Korea, Taiwan, Japan dürften in der ersten Reaktion eher underperformen angesichts der steigender Risikoprämien mit Blick auf China-Taiwan.Zinsmärkte:Der Druck der Realpolitik, höhere Haushaltsdefizite im Umfeld steigender Rüstungsausgaben zu akzeptieren nimmt aus Sicht von www.zins2.de weiter zu. Neben der Diskussion um gemeinschaftliche Finanzierung von Verteidigungsausgaben in der EU (=Spreadkompression) dürften Risikoprämien am langen Ende der EUR- aber auch USD-Zinskurven weiter auf hohem Niveau verharren bzw. weiter etwas ansteigen (Kurvenversteilung über Realrenditen).

Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 02.01.2026 · 18:56

Spannender Start ins Jahr 2026 für EUR-Zinskurven

Zum Jahresstart versteilte sich die Bund-Kurve bärisch und der 2/10er Kurvenspread weitete sich um 2,5 Bp aus, 10/30 legte um 0,5 Bp zu. Angesichts der niedrigen Liquidität sind die Bewegungen nicht über zu interpretieren. Als Auslöser der Bewegung sehen wir von www.zins2.de die Schwäche des US-Treasurymarktes und das dortige bear-steepening, das

Zum Jahresstart versteilte sich die Bund-Kurve bärisch und der 2/10er Kurvenspread weitete sich um 2,5 Bp aus, 10/30 legte um 0,5 Bp zu. Angesichts der niedrigen Liquidität sind die Bewegungen nicht über zu interpretieren. Als Auslöser der Bewegung sehen wir von www.zins2.de die Schwäche des US-Treasurymarktes und das dortige bear-steepening, das über die Futures auch auf die Bundkurve abstrahlt, sowie den „offiziellen Transitionstart“ für einige der niederländischen Pensionsfonds. Entsprechend underperformen Bunds ggü. Swaps und der Buxel-Spread fällt um 2 Bp auf -25 Bp, im 10-jährigen Punkt beträgt die Underperformance von Bunds 1 Bp.Die deutlichen Veränderungen zwischen Bunds und Swaps dürften - abhängig von der Wahl der Zinsabsicherung, zu deutlichen P&L Swings in Portfolios führen, auch da angesichts der geringen Marktliquidität SSA-Anleihen und Covered Bonds vor allem im ultralangen Laufzeitbereich kaum aussagefähige Bewegungen zeigten.

Spannender Start ins Jahr 2026 für EUR-Zinskurven
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 02.01.2026 · 12:11

Makrodaten für den Jahresstart – wenn Vola ansteigt, dann kommt's aus den USA

Frohes Neues Jahr von www.zins2.de ! Während die Märkte am 2. Januar noch im Feiertagsmodus verharren dürften, geht es kommende Woche sowohl in den USA als auch der Eurozone mit Datenimpulsen für die Fed und die EZB los. Dabei spielt die Musik eher in den USA. Vor allem der US-Arbeitsmarktbericht am 9.01. ist für die globalen Bondmärkte

Frohes Neues Jahr von www.zins2.de ! Während die Märkte am 2. Januar noch im Feiertagsmodus verharren dürften, geht es kommende Woche sowohl in den USA als auch der Eurozone mit Datenimpulsen für die Fed und die EZB los. Dabei spielt die Musik eher in den USA. Vor allem der US-Arbeitsmarktbericht am 9.01. ist für die globalen Bondmärkte von Relevanz wobei es eine deutliche Überraschung (Konsens NFP +55 Tsd.) nach unten brauchen würde, um für die Sitzung der Fed am 28. Januar ernsthafte Zinssenkungserwartungen aufkommen zu lassen (aktuell eingepreist -4 Bp). In der Folgewoche dürften neben den US CPI Daten (November) am 13. Januar vor allem die mit den JPM-Morgan startende Q4 25 US-Berichtssaison (13. Dez.) in den Fokus der Investoren rücken. Stärker als auf den Makrodaten dürfte für die EUR-Zinskurven der Fokus auf möglichen Flows im Zusammenhang mit den Umstellungen niederländischer Pensionskassen richten (Durationsabbau über Schließen von ultralangen Receiver-Swaps, Portfolioumschichtungen über Abbau von Positionen in deutschen und niederländischen Staatsanleihen (welche Laufzeit?))

Hier ist der Makro-Datenfahrplan für die kommenden Tage:

Freitag 02.01.: Finale Einkaufsmanagerindizes Euroland verarb. Gewerbe (Dezember) – ohne große Relevanz. Sollte die Diskrepanz zwischen Industrie (schwach) und Dienstleistungen bestätigen.

Dienstag 6.01.: Vorläufige deutsche und französische Inflationszahlen für Dezember. Ein Rückgang der deutschen Jahresrate auf 2,0 % nach 2,3% wird aufgrund niedriger Energiepreise erwartet, aber wenig Einfluss auf EZB-Zinserwartungen. Finale Dienstleistungs PMIs Euroland (Dez.) weiter recht robust.

Mittwoch, 07.01.: Eurozone HICP Inflation (Flash, Dez) Erwartet wird leichter Rückgang von 2,1% auf 2,0%, Kernrate unverändert 2,4%. Auswirkungen auf EZB-Erwartungen in Q1 26 sollten sehr begrenzt sein. EZB sieht den Leitzins von 2% als adäquat. Auch wir von www.zins2.de erwarten für 2026 keine Zinsänderung, wobei wir eher das Risiko einer Zinssenkung als das einer Zinsanhebung sehen.

Freitag, 09.01.: US Non-Farm Payrolls (NFP) Erwartet wird ein Anstieg der NFP-Zahl um 55 Tsd. und ein Rückgang der Arbeitslosenquote von 4,6% auf 4,5%. Vor allem eine erneute Überraschung bei der Arbeitslosenquote nach oben würde die Erwartungen für eine Zinssenkung im März (50 % Wahrscheinlichkeit eingepreist) schüren.

Dienstag, 13.01.: US CPI (Verbraucherpreise für November) wobei der Fokus eher auf den Januarzahlen liegt da sich dann herausstellen wird, wie viel von dem zollbedingten Preisdruck in den normalen Preisanpassungen zum Jahresstart reingepackt werden wird. Zinserwartungen für die FEDActivate to view larger image,

Makrodaten für den Jahresstart – wenn Vola ansteigt, dann kommt's aus den USA
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 30.12.2025 · 16:47

Negative Equity Risk Premium - weniger ein Warnsignal für Aktien als für Anleihen!

Die Konsensschätzungen für 2026 sind ausgehend von den Niveaus kurz vor Weihnachten klar positiv: S&P 500 +9,7%, EuroStoxx 50 +7,1%, Nikkei +14,2%. Gleichzeitig liegt die Gewinnrendite des S&P 500 (Reziprok des KGVs) inzwischen aber unter der Rendite 10‑jähriger US‑Treasuries – die Equity Risk Premium ist also negativ. Aktien sind im Vergleich zu

Die Konsensschätzungen für 2026 sind ausgehend von den Niveaus kurz vor Weihnachten klar positiv: S&P 500 +9,7%, EuroStoxx 50 +7,1%, Nikkei +14,2%. Gleichzeitig liegt die Gewinnrendite des S&P 500 (Reziprok des KGVs) inzwischen aber unter der Rendite 10‑jähriger US‑Treasuries – die Equity Risk Premium ist also negativ. Aktien sind im Vergleich zu US-Treasuries teuer. Doch ist dies automatisch ein Warnzeichen für eine bevorstehende Aktienkorrektur? Wir von Zins2.de sind skeptisch.Die niedrige bzw. negative Equity Risk Premium ist aus unserer Sicht kein Aktien‑, sondern ein Anleiheproblem. Sie zeigt die wachsenden Sorgen der Investoren über: steigendes Staatsanleiheangebot, langfristige Schuldentragfähigkeit und führt damit zu einer Erosion der Safe‑Haven‑Prämie von Staatsanleihen. Das Ergebnis sind Umschichtungen aus Staatsanleihen in reale Assets wie Aktien, Gold oder Immobilien. Für die Rentenmärkte heißt dies: steigende Laufzeitprämien, Versteilung der Zinskurven, enge bzw. negative Spreads zwischen Staatsanleihen und Swaps (Bund-Swap, UST-SOFR etc.)Fazit: Eine fallende Equity Risk Premium ist aus unserer Sicht kein isoliertes Argument für eine Aktienkorrektur, sondern Ausdruck einer strukturellen Veränderung in der globalen Assetallokation . Rücksetzer bei Aktien sind natürlich immer möglich – aber sie dürften erneut schnell als Kaufgelegenheit wahrgenommen werden.

Negative Equity Risk Premium - weniger ein Warnsignal für Aktien als für Anleihen!
ICM