Zinskurve & Persischer Golf: Weiteres Abwärtspotenzial bei EUR-Renditen
Die jüngsten Entwicklungen am Persischen Golf stützen die Hausmeinung von Zins², wonach die USA am Ende die Forderungen Teherans nach einer Kontrolle über die Straße von Hormus zumindest implizit akzeptieren dürften (Zins²-Kompass August). Bei weiteren Verhandlungsfortschritten zwischen dem Iran, Oman und den USA sollte sich auch die Drohkulisse der Houthi-Rebellen gegenüber Saudi-Arabien abschwächen. Dementsprechend erscheint eine Rückkehr
Die jüngsten Entwicklungen am Persischen Golf stützen die Hausmeinung von Zins², wonach die USA am Ende die Forderungen Teherans nach einer Kontrolle über die Straße von Hormus zumindest implizit akzeptieren dürften (Zins²-Kompass August). Bei weiteren Verhandlungsfortschritten zwischen dem Iran, Oman und den USA sollte sich auch die Drohkulisse der Houthi-Rebellen gegenüber Saudi-Arabien abschwächen. Dementsprechend erscheint eine Rückkehr der Ölpreise auf das Niveau von Anfang Juli (70–75 USD/Barrel Brent Crude) auf Sicht der kommenden 1-2 Wochen wahrscheinlich.
Dies dürfte den Weg für weitere Renditerückgänge über die gesamte EUR-Zinskurve hinweg ebnen. Im Vergleich zu Anfang Juli notieren derzeit sowohl die marktbasierten Inflationserwartungen als auch die Realrenditen (jeweils bei laufzeitkongruenter Betrachtung) deutlich erhöht. Bei einer anhaltenden Entspannung am Persischen Golf sollten beide Komponenten vor allem im kurzen bis mittleren Laufzeitensegment weiter nachgeben. Während die Marktteilnehmer an der Erwartung einer Zinserhöhung der EZB um 25 Bp im September festhalten dürften, erscheint das Einpreisen eines restriktiven Kurses (>2,50% Einlagensatz) bis Mitte kommenden Jahres zunehmend unbegründet.
Jenseits des 5-jährigen Laufzeitenbereichs dürften Renditerückgänge hingegen zögerlicher verlaufen. Einerseits nimmt der Einfluss von Spot-Ölpreisveränderungen auf die langfristigen Inflationserwartungen spürbar ab. Zum anderen reflektieren die seit Anfang Juli gestiegenen Nominalrenditen am langen Ende vor allem höhere Laufzeitprämien und damit höhere Realrenditen. Diese sind primär auf Bedenken hinsichtlich der anhaltend hohen Haushaltsdefizite und den damit hohen Netto-Supply langlaufender Staatsanleihen zurückzuführen und somit entkoppelt von geopolitischen Entspannungen im Nahen Osten.
Vor diesem Hintergrund halten wir an unserer Erwartung einer weiteren Versteilung der EUR-Zinskurve im Segment von 5 bis 30 Jahren fest. Für den 5-jährigen Swapsatz sehen wir Abwärtspotenzial in Richtung 2,80%; im Falle einer Annäherung an dieses Niveau erschiene eine taktische Verkürzung der Portfolioduration angebracht.
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