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Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 25.02.2026 · 14:46

Es fehlen inländische Impulse für EUR-Kurve, Carry-Positionen bleiben gesucht

Trotz einer leichten Aufwärtstendenz der konjunkturellen Daten im Euroraum rechnen Marktteilnehmer fest mit stabilen Leitzinsen der EZB bis weit in das Jahr 2027 hinein. Besonders auffällig ist hierbei die deutliche Abwärtsrevision der Zinssteigerungs-Erwartungen für den Zeitraum 2027/2028 während der letzten vier Wochen: Wurde vor einem Monat noch per Dezember 2027 ein Anstieg um 35 Basispunkte eingepreist, liegt dieser Wert

Trotz einer leichten Aufwärtstendenz der konjunkturellen Daten im Euroraum rechnen Marktteilnehmer fest mit stabilen Leitzinsen der EZB bis weit in das Jahr 2027 hinein. Besonders auffällig ist hierbei die deutliche Abwärtsrevision der Zinssteigerungs-Erwartungen für den Zeitraum 2027/2028 während der letzten vier Wochen: Wurde vor einem Monat noch per Dezember 2027 ein Anstieg um 35 Basispunkte eingepreist, liegt dieser Wert aktuell nur noch bei etwa 12 Basispunkten. Da der Spielraum für weitere Revisionen nach unten jedoch zunehmend schwindet, dürften deutliche weitere Renditerückgänge am langen Ende der Kurve (Bull-Flattening 2/10) ohne geopolitische Schocks (Iran) und einem Anspringen der generellen Risikowahrnehmung (= Safe Haven Flows) nur mit Schützenhilfe durch US-Treasuries oder JGBs realisieren lassen. Doch auch hier wird die Luft bei 10-jährigen Renditen um 4% bzw. unter 2,1% dünn.  

Eine Fortsetzung der niedrigen EUR-Zinsvolatilität – insbesondere im vorderen Bereich des Vola-Grids bis fünf Jahre – bleibt damit zunächst das wahrscheinlichste Szenario, was Carry-Strategien weiterhin begünstigt. Neben den üblichen Verdächtigen im Solva 0 Segment wie den baltischen Staaten, Slovenien, in EUR-denominierte Staatsanleihen Polens sowie Spanien und Italien erscheinen auch 2- und 5-jährige EU-Bonds gegenüber dem BIP-gewichteten Basket zuletzt wieder attraktiv. 30-jährige EU-Laufzeiten bleiben strukturell attraktiv, da sie perspektivisch vom Auslaufen des NGEU-Programms profitieren, wodurch die Emissionsaktivität der EU bei Laufzeiten über 20 Jahren künftig abnehmen sollte. Ergänzend stützt die Erwartung, dass das Emissionsvolumen generell am langen Ende der Kurve im März saisonal nachlassen wird, das Potenzial für eine relative Outperformance 30-jähriger  Laufzeiten (Verflachung 10/30).


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Die hier bereitgestellten Inhalte stellen keine Anlageberatung, keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und keine Aufforderung zum Tätigen von Geschäften dar. Alle Einschätzungen, Marktkommentare und Analysen spiegeln ausschließlich unsere aktuelle Meinung wider und können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Eine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Informationen wird nicht übernommen. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Quelle der Grafik: Bloomberg und eigene Berechnungen.

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Es fehlen inländische Impulse für EUR-Kurve, Carry-Positionen bleiben gesucht
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 22.02.2026 · 12:48

Zoll Rotation, Nvidia, Iran, Euroland-Daten - die nächste Woche:

Das Makroumfeld der Eurozone hellt sich leicht auf. Ifo (Mo.) und Economic Sentiment (Do.) sollten das diese Woche bestätigen. Für die EZB erwarten wir keine neuen Impulse – der Markt bleibt zu Recht bei Erwartungen auf stabile EZB-Zinsen bis Jahresende (mit Restwahrscheinlichkeit für eine Senkung). Am langen Ende der EUR‑Kurve dominiert der Einfluss von Treasuries und JGBs. Nach dem Rückgang

Das Makroumfeld der Eurozone hellt sich leicht auf. Ifo (Mo.) und Economic Sentiment (Do.) sollten das diese Woche bestätigen. Für die EZB erwarten wir keine neuen Impulse – der Markt bleibt zu Recht bei Erwartungen auf stabile EZB-Zinsen bis Jahresende (mit Restwahrscheinlichkeit für eine Senkung). Am langen Ende der EUR‑Kurve dominiert der Einfluss von Treasuries und JGBs. Nach dem Rückgang der 10‑jährigen Bund‑Rendite um ~15 Bp seit Monatsbeginn und dem Abprallen der 10‑jährigen Treasuries nahe der 4%-Marke sehen wir jedoch kaum Spielraum für weitere Renditerückgänge. Die gehandelte EUR‑Zinsvolatilität bleibt niedrig – Carry bleibt King.

Zölle

SCOTUS hat die IEEPA‑Zölle kassiert – ein weitgehend eingepreistes Ereignis. Die Trump‑Administration reagierte sofort mit einem globalen 15%-Tarif über Section 122, der jedoch nach 150 Tagen die Zustimmung des Kongresses braucht (unwahrscheinlich). Der effektiven US‑Zollsatz (zuletzt 10,2 % im Dezember) könnte etwas ansteigen aber wir erwarten kurzfristig keine Belastung für Risikomärkte. Wichtiger für Anleihemärkte ist die Frage der Rückerstattungen: potenziell 175 Mrd. USD, aber der Prozess dürfte lang, fragmentiert und damit marktseitig gedämpft wirken (Laufzeitprämien bleiben erhöht, aber ohne Schockeffekt).

Iran

Für das lange Ende der USD‑ und EUR‑Kurve bleibt der geopolitische Komplex entscheidend. Je mehr US‑Militär in den Golf verlegt wird, desto höher das Eskalationsrisiko – Parallelen zu Anfang 2022 vor dem russischen Angriff auf die Ukraine sind offensichtlich. Trotz asymmetrischer Risiken preisen weder Aktien‑ noch Anleihemärkte nennenswerte Risikoprämien ein.

Nvidia

Nvidia berichtet am Mittwoch nach US‑Börsenschluss die Zahlen für Q4/2026. Mit über 7 % Indexgewicht ist Nvidia die größte Einzelposition im S&P 500 – die Marktreaktion wird entsprechend weitreichend sein. Abseits der Tech-Giganten wachsen die Gewinne im S&P 500 solide (12 % im Jahresvergleich). Sieben von elf Sektoren verzeichnen steigende Margen, was die grundsätzliche wirtschaftliche Stärke der USA bestätigt.


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Zoll Rotation, Nvidia, Iran, Euroland-Daten - die nächste Woche:
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 20.02.2026 · 14:00

15-Tage-Ultimatum gegen den Iran – die „art of a deal“? Asymmetrische Marktrisiken!

Die Drohung von US-Präsident Trump, den Iran innerhalb von 15 Tagen militärisch anzugreifen, falls kein „neuer Deal“ zustande kommt, hat die geopolitische Risikoprämie zurück auf die Agenda der Kapitalmärkte gebracht. Während Polymarket die Wahrscheinlichkeit eines Militärschlages bis Ende März bei 60 % einpreist, spiegeln die klassischen Volatilitätsindizes (VIX, MOVE) diese Nervosität noch nicht wider. Dies deutet darauf hin, dass Anleger Trumps

Die Drohung von US-Präsident Trump, den Iran innerhalb von 15 Tagen militärisch anzugreifen, falls kein „neuer Deal“ zustande kommt, hat die geopolitische Risikoprämie zurück auf die Agenda der Kapitalmärkte gebracht. Während Polymarket die Wahrscheinlichkeit eines Militärschlages bis Ende März bei 60 % einpreist, spiegeln die klassischen Volatilitätsindizes (VIX, MOVE) diese Nervosität noch nicht wider. Dies deutet darauf hin, dass Anleger Trumps Rhetorik eher als Bluff abtun obwohl die Risiken des Konflikts asymmetrisch sind. Wir von Zins² analysieren das Szenario:

Das Dilemma für Trump: Verhandlungshebel vs. Zeitfalle

Trump nutzt das US-Militär primär als diplomatischen Hebel. Doch diese Strategie birgt eine gefährliche Eigendynamik. Sollte der Iran auf Zeit spielen (diplomatisches Hinhalten), gerät Trump unter Zugzwang. Ein Rückzug ohne Ergebnis würde seine „Art of the Deal“-Position dauerhaft schwächen. Der massive Aufmarsch von Trägergruppen und strategischen Bombern im Umfeld des Irans ist zudem kostspielig und bindet Kapazitäten, die global (Stichwort Pazifik) fehlen. Die USA können diesen Zustand der „maximalen Gefechtsbereitschaft“ nicht monatelang aufrechterhalten – das Ultimatum ist somit auch ein Sachzwang.

Marktauswirkungen:

Zentral für die Entwicklung aller Assetklassen ist die Ölpreisentwicklung. Der Iran hat nur ein wirksames Mittel zur asymmetrischen Vergeltung: die Blockade der Straße von Hormuz. Da 20 % des globalen Öls und LNGs hier passieren, wäre ein Sprung von Brent über 100 USD nur der Anfang. Die räumliche Nähe zu den Förderanlagen in Katar und den VAE erhöht das Risiko von Kollateralschäden. Ein schneller militärischer Erfolg der USA und ein erfolgreicher Regime-Change im Iran könnte zwar mittelfristig zu einer massiven Ausweitung des Öl-Angebots führen (Wegfall der Sanktionen). Doch die Märkte handeln zuerst die Angst vor der physischen Verknappung. Solange die Straße von Hormuz unsicher ist, bleibt die Risikoprämie beim Ölpreis hoch. Sollte die Sorge vor einer Unterbrechung dieser "Lebensader" jedoch nachlassen, würde der Ölpreis voraussichtlich unter die aktuellen Niveaus zurückfallen.

Konjunktur & Geldpolitik: Ein Krieg würde aufgrund steigender Energiekosten die Sorgen vor globalen Stagflationsrisiken erhöhen. Als Netto-Energieexporteur ist die US-Wirtschaft resilienter gegenüber hohen Ölpreisen als früher; Europa hingegen ist deutlich verwundbarer. Höhere Energiepreise würden vor allem Länder wie Deutschland mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil des verarbeitenden Gewerbes überproportional treffen. Die EZB und die Fed stünden vor einem Dilemma: Schwächeres Wachstum bei gleichzeitigem Inflationsschub durch Energiekosten. Wir erwarten daher abwartende Notenbanken und keine schnelle geldpolitische Unterstützung für die Konjunktur im Falle eines Konflikts.

Aktien: Die hohe Verunsicherung dürfte zunächst zu Abverkäufen bei den großen Indizes führen, wobei Technologiewerte und Konsumtitel überproportional leiden dürften. Rüstungs- und Energiewerte sollten hingegen profitieren. Sobald die Spannung nachlässt dürften Anleger wieder schnell auf eine Erholung setzen.

Anleihen: Trotz der hohen Schuldenstände würden US-Treasuries und Bunds als sicherer Hafen angesehen. Ohne schnelle Reaktion der Zentralbanken dürften sich die USD- und EUR-Kurve zunächst bullisch verflachen. Längerfristig sind die Auswirkungen unklar, da eine wirtschaftliche Abschwächung zu höheren Fiskalausgaben und Nettoemissionen führen würde (= höhere Laufzeitprämien).

Währungen/Edelmetalle: Der USD dürfte als sicherer Hafen profitieren, während der EUR aufgrund der erhöhten konjunkturellen Unsicherheit in der Eurozone eher unter Druck geraten dürfte. Edelmetalle würden insgesamt als Safe Haven profitieren und sollten neue Höchststände verzeichnen.


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15-Tage-Ultimatum gegen den Iran – die „art of a deal“? Asymmetrische Marktrisiken!
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 18.02.2026 · 14:52

Lagarde-Nachfolge: Was auf dem Spiel steht

Offiziell endet die Amtszeit von EZB-Präsidentin Lagarde zwar erst am 31. Oktober 2027, doch steht nach Informationen der Financial Times ein früherer Wechsel an. So will Lagarde ihren Platz vorzeitig räumen, um dem französischen Präsidenten Macron – und nicht seinem möglichen Nachfolger vom Rassemblement National (Präsidentschaftswahlen im April 2027) – die Nachfolgeentscheidung zu ermöglichen. Grundsätzlich werden sowohl das Direktorium als auch die

Offiziell endet die Amtszeit von EZB-Präsidentin Lagarde zwar erst am 31. Oktober 2027, doch steht nach Informationen der Financial Times ein früherer Wechsel an. So will Lagarde ihren Platz vorzeitig räumen, um dem französischen Präsidenten Macron – und nicht seinem möglichen Nachfolger vom Rassemblement National (Präsidentschaftswahlen im April 2027) – die Nachfolgeentscheidung zu ermöglichen. Grundsätzlich werden sowohl das Direktorium als auch die Präsidentschaft der EZB vom Europäischen Rat und damit den Staatschefs der EU mit qualifizierter Mehrheit gewählt, was die Position Frankreichs für den Wahlausgang entscheidend machen kann. Die Schlagzeile der FT wirft verschiedene marktrelevante Fragen auf:

1. Wer tritt Lagardes Nachfolge an? Im Rennen sind aktuell der Spanier Pablo Hernández de Cos, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ); Klaas Knot, der ehemalige Präsident der niederländischen Zentralbank; Joachim Nagel, der Präsident der Bundesbank, und Isabel Schnabel, aktuell Direktoriumsmitglied der EZB. De Cos gilt als wahrscheinlichster Kandidat, solange er die Stimmen Frankreichs auf sich vereinen kann. Als nächstwahrscheinlicher Kandidat wird Klaas Knot gesehen. Aufgrund von von der Leyens Präsidentschaft der EU-Kommission wird die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland die EZB-Präsidentschaft für sich reklamieren kann, als gering eingestuft. Gegen Isabel Schnabel spricht zudem, dass sie als stärkster Falke im EZB-Rat wahrgenommen wird (siehe Bloomberg Auswertung) und damit nicht mehrheitsfähig sein dürfte.

2. Implikationen für die Geldpolitik: eher expansiv! Zwei Faktoren sprechen für einen dovisheren Kurs unter einem Nachfolger von Lagarde. Lagarde hat die Beschlussfassung im EZB-Rat auf Konsens ausgerichtet, auch da sie selber keine Zentralbankerin, sondern eher eine Politikerin war. Ihr Nachfolger könnte stärker eigene Positionen durchsetzen, was bei einem südeuropäischen Kandidaten eher in Richtung Lockerung zeigen dürfte. Frankreich, mit einer Kerninflation von nur 1,0 % bei gleichzeitig steigender Schuldenquote, hat strukturell Interesse an einer akkommodierenden Geldpolitik und wird entsprechenden Druck über den Nachfolger von Villeroy, dem per Anfang Juni 26 zurücktretenden Gouverneur der Banque de France, entfalten. Sollte zudem die Inflationsrate in der Eurozone von aktuell 1,7 % weiter etwas zurückgehen, würde der Rückenwind für die Tauben im EZB-Rat ebenfalls zunehmen.

3. Risiko für die Unabhängigkeit der EZB: Während bisher vor allem das Risiko der Politisierung der Fed diskutiert wurde, wird diese Diskussion nun auch bei der EZB konkreter. Wenn Zentralbanker aktiv darauf hinwirken, welche Regierung ihren Nachfolger ernennt, wird die Behauptung politischer Neutralität unglaubwürdig. Langfristig könnte das den Legitimationsdruck auf die institutionelle Unabhängigkeit der EZB erhöhen.

Fazit: Ein Rücktritt von Lagarde noch in diesem Jahr hätte ein „Geschmäckle“ hinsichtlich der politischen Unabhängigkeit der EZB. Wir von Zins² sehen die Wahrscheinlichkeit einer im Zweifel eher etwas expansiveren Geldpolitik leicht zunehmend, ohne dass dies zum aktuellen Zeitpunkt Einfluss auf unsere Positionierung hat.


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Lagarde-Nachfolge: Was auf dem Spiel steht
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 17.02.2026 · 11:13

Fallende Renditen: Global ein Pain-Trade - trotzdem reduzieren wir unsere long Bobl-Position

10jährige Renditen gehen in den wichtigsten Anleihemärkten aktuell deutlich zurück, und die Kurven verflachen sich zwischen 2 und 10 Jahren. Mit 4,02 % nähern sich 10jährige US-Treasuries der wichtigen technischen Unterstützungszone (3,95–4,00 %), und auch 10jährige Bunds notieren nur noch 3 Bp über der 200-Tagelinie (2,70 %). Die Abwärtsdynamik bei internationalen Renditen erhielt in den letzten zwei Wochen

10jährige Renditen gehen in den wichtigsten Anleihemärkten aktuell deutlich zurück, und die Kurven verflachen sich zwischen 2 und 10 Jahren. Mit 4,02 % nähern sich 10jährige US-Treasuries der wichtigen technischen Unterstützungszone (3,95–4,00 %), und auch 10jährige Bunds notieren nur noch 3 Bp über der 200-Tagelinie (2,70 %). Die Abwärtsdynamik bei internationalen Renditen erhielt in den letzten zwei Wochen auch Rückenwind aus Japan, wo trotz des deutlichen Wahlsiegs von Ministerpräsidentin  Takaichi am 8. Februar (2/3Mehrheit im Unterhaus) und Erwartungen einer expansiven Fiskalpolitik die JGB-Renditen deutlich zurückkamen. 

Die globale Renditeentwicklung widerspricht dem Marktkonsens, der aufgrund steigenden Angebotsdrucks sowie Sorgen über mögliche Verschiebungen globaler Kapitalflüsse (u. a. weniger internationale Käufe von US-Treasuries) allgemein von anhaltend hohen Renditen am langen Ende und steileren Zinskurven ausging. Entsprechend erwischen die aktuellen dynamischen Renditerückgänge bei bullischem Flattening viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß und sind ein Pain-Trade. Erfahrungsgemäß kann eine solche Bewegung länger anhalten als fundamental für möglich gehalten wird. 

Trotzdem sehen wir von Zins² die Entwicklung – zumindest mit Blick auf unsere long Bobl-Position – inzwischen trotz des schwachen deutschen ZEW-Index im Februar (Erwartungen 58,3 statt erw. 65,2) als weitgehend ausgereizt an. EURUSD hat offensichtlich Schwierigkeiten sich weiter zu befestigen und damit fehlt ein wichtiges Argument für eine zusätzliche Ausweitung der EZB-Zinssenkungserwartungen. Aktuell preisen die ESTR-Forwards 40% Wahrscheinlichkeit für eine 25 Bp Zinssenkung der EZB bis Dezember ein. Dies erscheint zwar  adäquat, aber die Hürde für  zusätzliche  Zinssenkungserwartungen wird zunehmend höher. Entsprechend schließen  wir die Hälfte der Bobl-Position, die wir Ende Januar eröffnet hatten. 


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Fallende Renditen: Global ein Pain-Trade - trotzdem reduzieren wir unsere long Bobl-Position
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 16.02.2026 · 13:33

Weitere Underperformance von 10J Bunds vs. Swaps und Euroland Statsanleihen

Die Meldung vom 13.02.2026, dass die Bundesregierung erwägt, Investitionen zur Sicherung der Rohstoffversorgung innerhalb des mit bis zu 30 Mrd. EUR ausgestatteten „Deutschlandfonds“ von der Schuldengrenze auszunehmen, hat kurzfristig für Unruhe bei Bunds gesorgt. Da der Fonds aufgrund der bislang sehr schleppenden Mittelvergabe weder 2026 noch 2027 einen nennenswerten Einfluss auf die Nettokreditaufnahme haben dürfte, sollte das Thema

Die Meldung vom 13.02.2026, dass die Bundesregierung erwägt, Investitionen zur Sicherung der Rohstoffversorgung innerhalb des mit bis zu 30 Mrd. EUR ausgestatteten „Deutschlandfonds“ von der Schuldengrenze auszunehmen, hat kurzfristig für Unruhe bei Bunds gesorgt. Da der Fonds aufgrund der bislang sehr schleppenden Mittelvergabe weder 2026 noch 2027 einen nennenswerten Einfluss auf die Nettokreditaufnahme haben dürfte, sollte das Thema jedoch rasch an Marktrelevanz verlieren und die relative Performance von Bunds gegenüber Swaps kaum beeinflussen. Aus Sicht von Zins² zeigen die Aussagen Klingbeils jedoch, wie angespannt die Haushaltslage (Arbeitsmarkt, Gesundheitskosten etc.) ist und dass der Druck, Haushaltslöcher über höhere Schulden zu stopfen zunimmt. Damit sehen wir die Äußerungen eher als politischen Testballon. Ein starkes Abschneiden der AfD bei den Landtagswahlen in Baden‑Württemberg (8. März) und Rheinland‑Pfalz (22. März) könnte der Diskussion um höhere Schulden Rückenwind geben. Und dies wäre dann sehr relevant für die relative Performance von Bunds ggü. Swaps und anderen Euroland Staatsanleihen.

Unabhängig davon halten wir von Zins² an unserer Einschätzung fest, dass Bunds in den kommenden Monaten gegenüber Swaps und anderen Euroland‑Staatsanleihen weiter underperformen werden – insbesondere im 10‑jährigen Bereich. Nachdem die tatsächliche Schuldenaufnahme 2025 mit 111 Mrd. EUR deutlich unter dem Planwert von 143 Mrd. EUR lag, hat die Ausgabedynamik zuletzt spürbar angezogen. Für 2026 dürfte die Nettoemissionstätigkeit der Finanzagentur in Richtung 150–160 Mrd. EUR steigen, auch wenn dies weiterhin unter der Planzahl von 182 Mrd. EUR liegt. In diesem Umfeld erscheint ein Spread zwischen 10-jährigen Bunds und Swaps um 5 Bp (aktuell -2,6 Bp) in der zweiten Jahreshälfte erreichbar (Bundrendite abzüglich Swaprate).

Im Vergleich zu anderen Eurostaaten, deren Nettokreditaufnahme tendenziell rückläufig ist, stellt dies für Bunds einen klaren Belastungsfaktor dar – sowohl gegenüber Swaps als auch gegenüber anderen Euroland‑Emittenten. Deutschlands Nettokreditaufnahme steigt 2026 und 2027 um 0,7 % bzw. 0,6 % des BIP, während sie in den anderen großen Euroländern sinkt. Gleichzeitig haben Länder wie Griechenland, Portugal, Belgien oder Spanien bereits einen deutlich größeren Teil ihres Jahres‑Fundingziels erreicht; Deutschland liegt zurück. Das bedeutet: In den kommenden Monaten muss erheblich mehr Angebot platziert werden – was auch bei unverändertem Aaa‑Rating nur über höhere Risikoprämien gelingen dürfte.

Das Makroumfeld bleibt gleichzeitig konstruktiv für Carry‑Positionen: Die Zinsvolatilität sollte EZB‑bedingt niedrig bleiben, konjunkturelle Risiken wirken begrenzt, und die Diskussion über eine vertiefte fiskalische Integration der EU hält an. Vor diesem Hintergrund fehlen aus unserer Sicht die Katalysatoren für eine Trendwende bei den Spreads in der Eurozone und Marktteilnehmer dürften weiterhin aus Bunds in Richtung Peripherieanleihen bzw. Supranationals wie die EU umschichten. Auch OATs sollten in den kommenden Monaten weiter ggü. Bunds outperformen können.


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Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 13.02.2026 · 09:28

Für Bonds und Risikoanlagen: Alle Augen auf den heutigen US CPI-Zahlen

Die gestrigen Verluste bei Risikoanlagen über verschiedene Assetklassen hinweg (Technologieaktien, Gold/Silber und Bitcoin) deuten darauf hin, dass Liquidität – und nicht Fundamentaldaten – der Hauptgrund für die Verkäufe war (Deleveraging). In solchen Phasen steigt die Korrelation zwischen Risikoanlagen typischerweise in Richtung 1. Da gleichzeitig auch das technische Bild des S&P 500 nach dem Rückgang unter 6950 angeschlagen wirkt und

Die gestrigen Verluste bei Risikoanlagen über verschiedene Assetklassen hinweg (Technologieaktien, Gold/Silber und Bitcoin) deuten darauf hin, dass Liquidität – und nicht Fundamentaldaten – der Hauptgrund für die Verkäufe war (Deleveraging). In solchen Phasen steigt die Korrelation zwischen Risikoanlagen typischerweise in Richtung 1. Da gleichzeitig auch das technische Bild des S&P 500 nach dem Rückgang unter 6950 angeschlagen wirkt und der Index nur noch knapp über der 100Tagelinie (6811) notiert, nimmt die Nervosität insgesamt etwas zu und die kurzfristig gehandelte Volatilität beim S&P 500 schloss über 20%. 

Ein Auslöser der gestrigen Verkaufswelle dürfte die Unsicherheit vor der heutigen Veröffentlichung der für die US-Geldpolitik wichtigen US CPI-Daten (Januar) um 14:30 Uhr gewesen sein. Marktteilnehmer wollen nicht „auf dem falschen Fuß“ erwischt werden und reduzieren daher Risikopositionen. 

Bringen die US CPI-Daten heute das „Goldilocks“-Narrativ zurück? 

Die Konsensschätzung für die Inflation liegt bei 2,5 % (YoY) sowohl für die Gesamt- als auch für die Kernrate. Für die Kernrate wäre dies der niedrigste Wert seit April 2021. Sollte die Zahl schwächer ausfallen, würde dies das Goldilocks-Narrativ stützen: Trotz starken Wachstums kühlt die Inflation ab, was die Zinssenkungsphantasie für die Fed verstärken würde. Ein Short Squeeze bei Tech-Aktien und eine kräftige Erholung bei Gold wären plausible Folgen. Zudem würde die Wahrscheinlichkeit steigen, dass die 2jährige US Treasury-Rendite aus ihrer seit Oktober 2025 anhaltenden Seitwärtsbewegung nach unten ausbricht. Ein bullisches Steepening der US Treasury-Kurve und ein schwächerer USD wären ebenfalls zu erwarten – mit entsprechenden  Spillovers auf die EUR-Kurve. 

Was passiert bei höheren Inflationszahlen? 

Sollten die Inflationsdaten hingegen über den Erwartungen liegen, dürfte die für Juni 2026 aktuell zu etwa 50 % eingepreiste Zinssenkung der Fed weiter ausgepreist werden. Angesichts der asymmetrischen Erwartungen an die FedPolitik unter dem neuen Vorsitzenden Warsh (eher Zinssenkungen als Ausweitung der Fed-Bilanz) würde dies voraussichtlich zu einem bärischen Steepening der USD-Kurve führen, während Risikoanlagen weiter unter Druck geraten würden. 

Wir von Zins² haben keine starke View auf die heutigen Zahlen sehen jedoch gerade in den USA die Vorzeichen für eine weitere Kurvenversteilung zwischen 2 und 10 Jahren  einhergehend mit USD-Schwäche.


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Für Bonds und Risikoanlagen: Alle Augen auf den heutigen US CPI-Zahlen
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 11.02.2026 · 11:08

Wann ist der Buxl attraktiv? Wir von Zins² glauben „jetzt“!

30‑jährige Bunds haben in den vergangenen Wochen deutlich gegenüber Swaps underperformt; der Spread notiert inzwischen wieder bei knapp 35 Bp nachdem er Ende des Jahres noch bei 23 Bp stand (Bunds über Swaps). Im Vergleich dazu fielen die Bewegungen im 10‑jährigen Laufzeitsegment eher moderat aus und der Bund-Swap Spread tendierte zwischen -2,5 Bp und -6,5 Bp

30‑jährige Bunds haben in den vergangenen Wochen deutlich gegenüber Swaps underperformt; der Spread notiert inzwischen wieder bei knapp 35 Bp nachdem er Ende des Jahres noch bei 23 Bp stand (Bunds über Swaps). Im Vergleich dazu fielen die Bewegungen im 10‑jährigen Laufzeitsegment eher moderat aus und der Bund-Swap Spread tendierte zwischen -2,5 Bp und -6,5 Bp seitwärts (aktuell -3 Bp). Die Underperformance von 30-jährigen Bunds spiegelt sich auch im Kurvenspread zwischen 10 und 30 Jahre wider, der mit 68 Bp auf dem höchsten Niveau seit Mitte 2018 steht.

Zwar sehen wir von Zins² die strukturellen Gründe für eine Underperformance von Bunds ggü. Swaps bzw. anderen Euroland Staatsanleihen weiter intakt (Supplydruck Bunds, gemeinschaftliche Schuldenaufnahme in der EU) doch ist dieses Argument nicht isoliert auf die 30-jährige Laufzeit anzuwenden. Wir erklären uns damit die Underperformance von Bunds im 30-jährigen Segment u. a. mit den Nachwehen der Reform der Anlagepolitik der niederländischen Pensionskassen. Marktteilnehmer, die im Vorfeld auf eine Glattstellung ultra-langer Receiverswaps zum Jahresanfang und damit eine Underperformance von Swaps gegenüber Bunds im 30-Jahressegment gesetzt hatten, wurden angesichts der fehlenden Flows der Niederländer im Derivatebereich auf dem falschen Fuß erwischt und müssen Positionen schließen (Paintrade). Entsprechend underperformen 30-jährige Bunds zu Swaps und die Bundkurve versteilt sich zwischen 10 und 30 Jahren deutlich stärker als die Swapkurve.

Inzwischen hat das Ausmaß der Versteilung der Bundkurve zwischen 10 und 30 Jahren aus Sicht von Zins² ein attraktives Niveau erreicht und die Argumente sprechen eher wieder für eine Verflachung:

1)    Der Supplydruck bei Bunds wird sich eher auf den Laufzeitbereich zwischen 7 und 10 Jahren fokussieren während der Supply im Bereich von 30 Jahren aus der Kernunion insgesamt eher etwas abnimmt bei stabiler Nachfrage nach 30-jährigen von Seiten Realmoney-Accounts.

2)    Mit 3,50% notiert die Rendite 30-jähriger Bunds auf dem höchsten Stand seit Mitte 2011, was Nachfrage stützen sollte.

3)    Der Paintrade „long 30J Bunds vs. „short“ 30J Swaps sollte an Dynamik verlieren.  

In dieser Kombination erscheint uns bei Zins² der Buxl damit inzwischen attraktiv. Im Fonds (WKN A40RCV) setzen wir dies mit einer Flattener-Position zwischen 10 und 30 Jahren um. Insgesamt sind wir im Fonds, der mit 108,87 gestern einen weiteren Höchststand erreichte, weiterhin leicht long Duration positioniert.


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Wann ist der Buxl attraktiv? Wir von Zins² glauben „jetzt“!
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 09.02.2026 · 12:54

Kevin Warsh: Stress für USD- und EUR-Kurve!

Die mögliche Nominierung von Kevin Warsh zum Fed-Vorsitzenden verspricht eine Ära der Widersprüche – und damit erhöhte Zins- und FX-Unsicherheit. Sie dürfte sowohl in den USA als auch in der Eurozone zu steileren Zinskurven führen.  1. Die „KI-Wunderwaffe“ als Vorwand für Zinssenkungen  Warsh kokettiert mit der Vorstellung eines KI-getriebenen Produktivitätsbooms. Seine Logik: Steigt die Produktivität stark, kann die Fed die Zinsen

Die mögliche Nominierung von Kevin Warsh zum Fed-Vorsitzenden verspricht eine Ära der Widersprüche – und damit erhöhte Zins- und FX-Unsicherheit. Sie dürfte sowohl in den USA als auch in der Eurozone zu steileren Zinskurven führen. 

1. Die „KI-Wunderwaffe“ als Vorwand für Zinssenkungen 

Warsh kokettiert mit der Vorstellung eines KI-getriebenen Produktivitätsbooms. Seine Logik: Steigt die Produktivität stark, kann die Fed die Zinsen senken, ohne Inflationsrisiken zu erzeugen. Damit würde er Trumps Forderung nach „easy money“ entsprechen – obwohl die empirische Basis für künftige Produktivitätsgewinne bislang äußerst dünn ist. Die politische Dimension zusätzlicher Zinssenkungen würde durch die geplante Ausweitung der T-Bill-Emissionen zur Finanzierung des US-Haushaltsdefizits weiter verstärkt. 

2. Das lange Ende der Kurve: steigende Risikoprämien 

Quantitative Tightening (QT): Warsh will die Fed-Bilanz verkleinern und insbesondere den Anteil langlaufender US-Treasuries deutlich reduzieren. Dadurch müssten US-Banken, private Investoren und ausländische Käufer mehr langlaufende Treasuries absorbieren. Äußerungen aus China, wonach Banken ihre US-Treasury-Bestände reduzieren sollen, zeigen jedoch, dass dies im aktuellen geopolitischen Umfeld kaum realistisch erscheint. Dies gilt umso mehr, als die US-Regierung weiterhin fiskalische Disziplin vermissen lässt, die Verteidigungsausgaben bis 2027 um 50% auf 1500  Mrd. USD pro Jahr erhöhen will und sich auf einem Pfad befindet, der bis 2030 zu einer Schuldenquote von rund 120% des BIP führt. 

Inflationsunsicherheit: Auch wenn die marktbasierten Inflationserwartungen derzeit stabil wirken, ist die Unsicherheit über die zukünftige Preisentwicklung hoch. Zölle und eine restriktivere Migrationspolitik wirken angebotsseitig preistreibend und erhöhen damit die Risikoprämien am langen Ende der Zinskurve. 

Fazit 

Wenn die Fed versucht, das kurze Ende der Kurve abzusenken, sich aber gleichzeitig vom langen Ende zurückzieht, ist eine steilere Kurve aus Sicht von Zins² nahezu unvermeidlich. Wie der Chart zeigt, ist die USD-Kurve zwischen 2 und 10 Jahren im historischen Durchschnitt weiterhin recht flach. In einem solchen Umfeld dürfte die Sorge um den Status des USD als Reservewährung anhalten. Der „Debasement-Trade“ bleibt intakt: schwächerer USD, schwächere US-Treasuries und Zuflüsse in reale Assets wie Gold und Aktien. Wie bereits im Zins²-Kompass der vergangenen Woche erläutert, verschiebt sich die Risikohierarchie am Kapitalmarkt wobei diese Entwicklungen nicht abrupt erfolgen. Trotzdem dürften spürbare Spillovers auf die EUR-Kurve nicht ausbleiben, auch da mit Blick auf Bunds die Emissionsflut ebenfalls „drückt“: Niedrigere EZB-Zinsen angesichts von Aufwärtspotential bei EURUSD bei gleichzeitigem Aufwärtsdruck am langen Ende der Kurve. Wie "einfach" die 30-jährige Bundrendite die Marke von 3,50% übersprungen hat und Bunds in diesem Laufzeitband gegenüber Swaps underperformen unterstreicht, die veränderte Risikowahrnehmung am Markt.  


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Kevin Warsh: Stress für USD- und EUR-Kurve!
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 08.02.2026 · 09:55

US-Arbeitsmarkt und US-CPI im Fokus

Der Datenkalender für die kommende Woche ist stark US‑zentriert. Die Veröffentlichung des aufgrund des Shutdowns der US‑Regierung verschobenen Arbeitsmarktberichts für Januar am Mittwoch (11.02.) sowie die US‑Inflationszahlen für Januar am Freitag sind die zentralen Ereignisse. Mit einem erwarteten Anstieg der Nonfarm Payrolls um 69.000 und einer stabilen Arbeitslosenquote von 4,4 % sollten dieDaten die grundsätzlichen

Der Datenkalender für die kommende Woche ist stark US‑zentriert. Die Veröffentlichung des aufgrund des Shutdowns der US‑Regierung verschobenen Arbeitsmarktberichts für Januar am Mittwoch (11.02.) sowie die US‑Inflationszahlen für Januar am Freitag sind die zentralen Ereignisse.

Mit einem erwarteten Anstieg der Nonfarm Payrolls um 69.000 und einer stabilen Arbeitslosenquote von 4,4 % sollten dieDaten die grundsätzlichen Abschwächungstendenzen des US‑Arbeitsmarkts bestätigen – jedoch keinen Einbruch signalisieren. Entsprechend deuten die Zahlen auf unveränderte Fed Funds auch für die Fed‑Sitzung im März hin. Neben den aktuellen Daten steht die jährliche Benchmark‑Revision der Arbeitsmarktdaten des Bureau of Labor Statistics (BLS) im Fokus. Schätzungen gehen davon aus, dass die bisherigen Beschäftigungszahlen um rund 1,0 Million Stellen nach unten korrigiert werden. Die Tauben im FOMC dürften dies als Argument für deutlichere Zinssenkungen nutzen. Aktuell sind 55 Bp an Zinssenkungen bis Dezember 2026 eingepreist – 2 Bp mehr als vor einer Woche.

Von hoher Relevanz sind zudem die US‑Inflationszahlen für Januar am Freitag. Für die Gesamt- und Kernrate wird ein monatlicher Anstieg von 0,3 % erwartet. Allerdings sind die Zahlen mit Vorsicht zu interpretieren:

1. Warenkorb‑Update: Das BLS passt die Gewichtungen an neue Konsumgewohnheiten an – ein statistischer Joker, dessen Richtung kaum vorhersehbar ist.

2. SaisonaleFaktoren: Die jährliche Neujustierung der Saisonbereinigung führt regelmäßig zu Revisionen und Überraschungen.

3. Neujahrs‑Effekt: Viele Anbieter nutzen den Jahreswechsel für deutliche Preisanpassungen. 2025 sahen wir dadurch im Januar Sprünge von +0,5 % (Headline). Aufgrund der Zolleffekte könnten diese Anpassungen erneut relativ stark ausfallen, weshalb die Prognosen mit hoher Unsicherheit behaftet sind.

Sollte der CPI die Marke von 0,3 % überschreiten, dürfte die USD‑Kurve weiter unter Druck geraten (Bear Steepening). Ein „schwächerer“ Wert könnte hingegen das Deleveraging stoppen und die bereits am Freitag gesehene Erholungsrallye bei Aktien sowie bei Krypto‑Assets und Edelmetallen weiter befeuern.


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