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Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 15.01.2026 · 10:37

Deutsche Gas-Füllstände - ein Inflations-Warnsignal?

Ein Blick auf die aktuellen Füllstände der deutschen Gasspeicher lässt aufhorchen. Sie sind nur noch zu 44,6 % gefüllt. Das ist nicht nur rund 20 %-Punkte weniger als im Vorjahr, sondern unterschreitet sogar das Niveau von Mitte Januar im Krisenjahr 2022. Damals verhinderten nur massive Einsparungen der Industrie Rationierungen auch bei privaten Konsumenten. Die Speicher leeren sich aktuell um etwa

Ein Blick auf die aktuellen Füllstände der deutschen Gasspeicher lässt aufhorchen. Sie sind nur noch zu 44,6 % gefüllt. Das ist nicht nur rund 20 %-Punkte weniger als im Vorjahr, sondern unterschreitet sogar das Niveau von Mitte Januar im Krisenjahr 2022. Damals verhinderten nur massive Einsparungen der Industrie Rationierungen auch bei privaten Konsumenten. Die Speicher leeren sich aktuell um etwa 0,75 %-Punkte pro Tag und eine weitere Kältewelle würde diesen Trend beschleunigen.

Aktuell notiert der Gaspreis in Europa mit 32,8 EUR/MWh zwar nur leicht über dem 6-Monatsdurchschnitt, doch seit Mitte Dezember ist der Gaspreis bereits um ca. 25 % gestiegen. Eine Eskalation im Nahen Osten (Iran) und Einschränkungen von LNG-Lieferungen aus Qatar würden klare Aufwärtsrisiken für den Preis bedeuten.

Unsere Einschätzung bei www.zins2.de: Wir sind keine Energiemarkt-Experten, aber wir verstehen den Transmissionsriemen zur Inflation. Über das Merit-Order-Prinzip schlagen Gaspreise direkt auf den Strommarkt durch. Angesichts dieser Gemengelage gilt für Anleiheinvestoren: Inflationserwartungen (Breakevens) könnten weniger stabil als erwartet sein und es gilt Füllstände der Gasspeicher und den Gaspreis im Auge zu behalten.

Auf Bloomberg ist das Kürzel für den Füllstand in Deutschland: CGIEDEFU Index, der Gaspreis: TZTA Comdty

Deutsche Gas-Füllstände - ein Inflations-Warnsignal?
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 14.01.2026 · 18:55

Bull-Flattening der EUR-Swapkurve (14.01.26) wirft Fragen auf. Puzzleteile passen nicht ganz zusammen

Das ultra-lange Ende (30-50J): Business as usual, hier dominieren weiterhin technische Faktoren. Die erwarteten Glattstellungen von Receiver-Swaps durch niederländische Pensionskassen bleiben aus. Folge: Die Kurve flacht zwischen 10 und 50 Jahren um knapp 3 Bp, Swaps outperformen Bunds (30J) leicht. Das ist nachvollziehbar. Die Kurvenbewegung zwischen 2 und 10 Jahren ist schwieriger zu greifen: Bunds (10J) outperformen Swaps deutlich um

Das ultra-lange Ende (30-50J): Business as usual, hier dominieren weiterhin technische Faktoren. Die erwarteten Glattstellungen von Receiver-Swaps durch niederländische Pensionskassen bleiben aus. Folge: Die Kurve flacht zwischen 10 und 50 Jahren um knapp 3 Bp, Swaps outperformen Bunds (30J) leicht. Das ist nachvollziehbar.

Die Kurvenbewegung zwischen 2 und 10 Jahren ist schwieriger zu greifen: Bunds (10J) outperformen Swaps deutlich um 1,4 Bp und lassen auch andere Euroland-Peers hinter sich – obwohl das Scheitern der Misstrauensvoten gegen die Regierung Lecornu in Frankreich eingepreist war. Zudem passt die Cross-Market-Betrachtung nicht zur Kurvenbewegung. Wir sehen steigende Ölpreise (Iran-Eskalation) und anziehende Inflationserwartungen, dazu leichten risk-off bei Aktien und Credit. Normalerweise ein Rezept für steilere Kurven oder zumindest Druck auf Duration. Dass wir stattdessen eine "Flucht" in 10-jährige Bunds sehen, ist kontraintuitiv (auch angesichts des hohen Supplys SSA/EUR-Govies heute).

Unser Fazit von www.zins2.de: Manchmal ist eine Marktbewegung mehr Rauschen als Signal. Angesichts der Diskrepanz zwischen geopolitischem Inflationsdruck und der heutigen Kurvenbewegung raten wir dazu, diesen Move im 2-10J Bereich nicht überzubewerten.

Bull-Flattening der EUR-Swapkurve (14.01.26) wirft Fragen auf. Puzzleteile passen nicht ganz zusammen
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 14.01.2026 · 11:24

Covered Bonds 2026: Starker Start mit "Durations-Hunger" – aber erste Bremsspuren

Die Covered‑Bond‑Saison 2026 startet mit beeindruckendem Tempo. Bereits vor Abschluss der zweiten vollen Handelswoche liegt das Neuemissionsvolumen bei über 20 Mrd. EUR – mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum 2025 (damals <10 Mrd. EUR; 27 Mrd. EUR im gesamten Januar). Auffällig ist zudem die längere durchschnittliche Laufzeit der diesjährigen Deals: 7,25 Jahre gegenüber 5,

Die Covered‑Bond‑Saison 2026 startet mit beeindruckendem Tempo. Bereits vor Abschluss der zweiten vollen Handelswoche liegt das Neuemissionsvolumen bei über 20 Mrd. EUR – mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum 2025 (damals <10 Mrd. EUR; 27 Mrd. EUR im gesamten Januar). Auffällig ist zudem die längere durchschnittliche Laufzeit der diesjährigen Deals: 7,25 Jahre gegenüber 5,6 Jahren im Vorjahr.

Bei diesem hohen Supply, engen Neuemissionsprämien und absolut deutlich engeren Spreads über Swaps im Vergleich zu Januar 2025 überrascht es nicht, dass sich viele Covered Bonds im Sekundärmarkt nach der ersten Emissionswelle schwer tun. Ähnliches zeigt sich inzwischen auch bei deutschen Länderanleihen nach der jüngsten Spreadeinengung.

Unsere Einschätzung bei www.zins2.de: Emittenten werden in den kommenden Wochen trotz hoher Liquidität der Investoren kaum darum herumkommen, wieder etwas höhere Neuemissionsprämien zu bieten. Die Marktstimmung bleibt
jedoch insgesamt konstruktiv, und das Risiko eines deutlichen Rücksetzers erscheint weiterhin begrenzt.

Covered Bonds 2026: Starker Start mit "Durations-Hunger" – aber erste Bremsspuren
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 13.01.2026 · 21:59

Help is on the way“: Trumps Post zum iranischen Volk löst Ölpreis-Spike aus - Stimmung am Anleihemarkt dürfte zunächst volatiler werden

Donald Trumps direkte Ansprache an das iranische Volk sorgt für Bewegung an den Energiemärkten und Brent Crude klettert auf 65,5 USD (höchster Wert seit Ende Oktober) und testet die 200-Tage-Linie von unten. Das Risiko eines schnellen militärischen Eingreifens der USA muss als recht hoch eingeschätzt werden. Der höhere Ölpreis zieht die Inflationserwartungen (Breakevens) mit sich. Für EUR- und USD-Staatsanleihen

Donald Trumps direkte Ansprache an das iranische Volk sorgt für Bewegung an den Energiemärkten und Brent Crude klettert auf 65,5 USD (höchster Wert seit Ende Oktober) und testet die 200-Tage-Linie von unten. Das Risiko eines schnellen militärischen Eingreifens der USA muss als recht hoch eingeschätzt werden.

Der höhere Ölpreis zieht die Inflationserwartungen (Breakevens) mit sich. Für EUR- und USD-Staatsanleihen dürfte dies in den kommenden Tagen eine Belastung darstellen, vor allem wenn die 200-Tagelinie gerissen wird. Seit Ende 2025 haben die 5-jährigen Inflationsswaps schon um 5 Bp zugelegt.

Wir von www.zins2.de mahnen jedoch zur Differenzierung. Preist der Markt eine militärische Eskalation ein, steigt Öl. Preist er jedoch einen erfolgreichen, schnellen Regimewechsel ein, ändert sich das Bild drastisch, denn die Sanktionen gegen den Iran würden fallen und Irans Ölexporte würden deutlich anziehen. Statt Knappheit droht dann eine Angebotsschwemme, und Trumps Aussagen nach Ölpreisen um 50 USD könnten zurück in den Marktfokus rücken. Entsprechend abrupt können die Stimmungsschwankungen an den Anleihemärkten verlaufen.

Help is on the way“: Trumps Post zum iranischen Volk löst Ölpreis-Spike aus - Stimmung am Anleihemarkt dürfte zunächst volatiler werden
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 13.01.2026 · 10:38

Outright Gegenwind für die EUR-Kurve: USA & Japan diktieren den Takt

Nach dem bullischen Flattening der EUR-Swapkurve am Montag sehen wir heute Morgen (13.01) eine Gegenbewegung wobei sich die Verflachung 10/30 und 30/50 fortsetzt. Der gestern skizzierte Paintrade am ultralangen Ende der Kurve hält an. Wir bei www.zins2.de sind skeptisch, dass die outright Abwärtsbewegung der Renditen um den 10-jährigen Kurvenpunkt noch viel Potenzial nach unten hat.

Nach dem bullischen Flattening der EUR-Swapkurve am Montag sehen wir heute Morgen (13.01) eine Gegenbewegung wobei sich die Verflachung 10/30 und 30/50 fortsetzt. Der gestern skizzierte Paintrade am ultralangen Ende der Kurve hält an.

Wir bei www.zins2.de sind skeptisch, dass die outright Abwärtsbewegung der Renditen um den 10-jährigen Kurvenpunkt noch viel Potenzial nach unten hat. Allerdings nutzen wir die niedrige Volatilität, um die moderate short Position im Abaki Fixed Income Convexity (WKN A40RCV) via out-of-the-money-Calls (Bund/Buxl) gegen Tail-Risiken abzusichern.

Die massive Underperformance von Bunds gegenüber Länderanleihen seit Anfang des Jahres scheint ebenfalls recht weit gelaufen, spiegelt allerdings stark die Supply-Asymmetrie sowie Erwartungen zu neuem Momentum bei der gemeinsamen Schuldenaufnahme in der EU wider.

Der Blick richtet sich heute nach Übersee:

1) USA: CPI & JPM Die Berichtssaison startet (JP Morgan), und die Inflationsdaten kommen. Unsere These: Eine schwache Dezember CPI-Zahl würde heute eher dem S&P 500 („Goldilocks“-Narrativ) als Treasuries helfen. Warum? Das Risiko einer politischen Einflussnahme auf die Fed begrenzt Renditerückgänge am langen Ende der Kurve.

2) Japan: Neuwahlen voraus? In Tokio brodelt die Gerüchteküche um eine Parlamentsauflösung (23. Jan). Dies würde Ministerpräsidentin Takaichi stärken, die für expansive Fiskalpolitik sowie nur geringe Zinsanhebungen der Bank of Japan steht. Der Markt reagiert sofort: JGB-Kurve versteilt sich bärisch,  USD/JPY läuft Richtung 160.

Outright Gegenwind für die EUR-Kurve: USA & Japan diktieren den Takt
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 12.01.2026 · 16:30

Niederländische Pensionskasse PFZW mischt die EUR-Zinskurve zum Wochenstart auf

Zum Wochenstart setzt sich die starke Verflachung der EUR‑Zinskurve fort, nachdem die niederländische Pensionskasse PFZW (EUR 250 Mrd. AuM) weiterhin recht hohe Nachfrage nach Duration signalisiert. Als Reaktion engt sich der Spread zwischen 10 und 50 Jahren (EUR‑Swapkurve, 6M) um etwa 3 Basispunkte ein und Swaps outperformen deutlich gegenüber Bunds; Im 30-jährigen Segment outperformen Swaps Bunds (Buxl-Spread) um

Zum Wochenstart setzt sich die starke Verflachung der EUR‑Zinskurve fort, nachdem die niederländische Pensionskasse PFZW (EUR 250 Mrd. AuM) weiterhin recht hohe Nachfrage nach Duration signalisiert. Als Reaktion engt sich der Spread zwischen 10 und 50 Jahren (EUR‑Swapkurve, 6M) um etwa 3 Basispunkte ein und Swaps outperformen deutlich gegenüber Bunds; Im 30-jährigen Segment outperformen Swaps Bunds (Buxl-Spread) um 1,9 Bp und Swaps notieren inzwischen 31 Bp unter Bunds — der größte Abstand seit Mitte November 2025.

Für uns von www.zins2.de zeigt die Bewegung wie stark das ultra-lange Ende technisch dominiert bleibt und dass im Vorfeld die Erwartungen an den Abbau von Duration übertrieben war. Marktteilnehmer, die im Vorfeld mittels Steepenern auf deutliche Flows aus dem Schließen von Receiver-Swaps der niederländischer Pensionskassen gesetzt hatten, müssen diese nun schließen. Der Pain-Trade ist in vollem Gange und es ist (noch) zu früh, um auf eine Gegenbewegung zusetzen.

Niederländische Pensionskasse PFZW mischt die EUR-Zinskurve zum Wochenstart auf
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 12.01.2026 · 08:19

Gefährliche Eskalation in Washington – Gold auf Rekordhoch

US-Staatsanwälte haben eine strafrechtliche Untersuchung gegen Jay Powell eingeleitet. Der Vorwurf: Es geht offiziell um Unregelmäßigkeiten bei der $2,5 Mrd. teuren Renovierung des Fed-Hauptquartiers und Powells Aussage dazu vor dem Kongress. Trump bestreitet eine direkte Einmischung, legt aber verbal nach („Er ist nicht gut bei der Fed und nicht gut beim Bauen von Gebäuden“). Der Goldpreis schoss daraufhin im

US-Staatsanwälte haben eine strafrechtliche Untersuchung gegen Jay Powell eingeleitet. Der Vorwurf: Es geht offiziell um Unregelmäßigkeiten bei der $2,5 Mrd. teuren Renovierung des Fed-Hauptquartiers und Powells Aussage dazu vor dem Kongress. Trump bestreitet eine direkte Einmischung, legt aber verbal nach („Er ist nicht gut bei der Fed und nicht gut beim Bauen von Gebäuden“). Der Goldpreis schoss daraufhin im asiatischen Handel auf ein neues Rekordhoch von 4600 USD.

Powells Reaktion: In einem beispiellosen Statement weist er die Vorwürfe zurück und nennt sie einen „Vorwand“, um die Unabhängigkeit der Fed zu brechen. Sein Zitat: „Die Androhung einer Anklage ist die Konsequenz daraus, dass wir Zinsen basierend auf dem Gemeinwohl setzen, statt den Vorlieben des Präsidenten zu folgen.“

Wir von www.zins2.de sehen uns in unserer Einschätzung bestätigt, dass der Markt das  „Politisierungs-Risiko“ der US-Geldpolitik unterschätzt: Wenn die Unabhängigkeit der Fed fällt, müssen Märkte deutlich höhere Risikoprämien über die verschiedenen Assetklassen hinweg einpreisen:

1)    Versteilungstendenzen der US-Treasurykurve,

2)    USD-Schwächer

3)     US-Aktien underperformen ggü. anderen globalen Märkten da Investoren die hohe Gewichtung in US-Aktien (z. B. über den MSCI-World) verringern.

4)    Reale Assets wir Edelmetalle bzw. Rohstoffe insgesamt legen weiter zu.

Gefährliche Eskalation in Washington  – Gold auf Rekordhoch
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 11.01.2026 · 14:17

Schlüssel-Events der Woche (KW 3)

Auch wenn Geopolitik die Makrodaten überlagert, bringt die anstehende Woche interessante Events...

Datum Indikator Konsens Vorher Marktrelevanz
13.01.2026 Start Q4 Berichtssaison S&P 500 mit Zahlen von JP Morgan
13.01.2026 USA Kerninflation Dez, yoy 2.7% 2.6%
14.01.2026 USA Einzelhandelsumsatz Dez, mom 0.4% 0.4%
15.01.2026 Deutsches BIP 2025, yoy 0.1% -0.5%

13.01. Start der Q4‑2025‑Berichtssaison für S&P‑500‑Unternehmen. J.P. Morgan eröffnet am Dienstag den Reigen; bei den Großbanken liegt der Fokus vor allem auf der Frage, ob Kreditabschreibungen zunehmen. Das liefert Hinweise auf die Gesundheit des Konsumenten und damit auf die der US‑Wirtschaft insgesamt. Die Veröffentlichungen der für das Marktsentiment insgesamt entscheidenden Quartalszahlen der großen Technologiekonzerne starten erst in der letzten Januarwoche.

13.01. Die US‑Inflationszahlen für Dezember werden weiterhin durch den Shutdown der US‑Administration
verzerrt sein, da Vergleichswerte für Oktober und November nicht erhoben
wurden. Nach der verzerrten November‑Zahl erscheinen die Marktrisiken
asymmetrisch: Eine stärkere CPI‑Zahl würde Zinssenkungserwartungen der Fed
stärker zurückdrängen, als eine schwache Zahl die Erwartungen an Zinssenkungen
erhöhen würde.

14.01. US‑Einzelhandelsumsätze für Dezember. Die Umsatzmeldungen der Unternehmen für
die Weihnachtszeit waren recht solide. Zusammen mit dem robusten
Arbeitsmarktbericht sollte sich dies in soliden Einzelhandelsumsätzen
widerspiegeln. Der US‑Konsument wirkt weiterhin widerstandsfähig.

14.01. Mögliches Misstrauensvotum gegen die französische Minderheitsregierung unter Lecornu. Für den Fall einer Niederlage sind Neuwahlen für Mitte März angedacht.

15.01. Die deutschen BIP‑Zahlen für 2025 sollten angesichts der hohen Fiskalausgaben
eine deutliche Verbesserung gegenüber 2024 (−0,5 % yoy) zeigen. Das Risiko für
die Zahlen ist nach oben gerichtet; große Marktauswirkungen erwarten wir von
www.zins.de jedoch nicht.

Jenseits der festen Daten: Die Entscheidung des obersten US‑Gerichts zur Rechtmäßigkeit von Trumps Zöllen steht an. Sollten diese als rechtswidrig eingestuft werden, hätten US‑Unternehmen potenziell hohe Regressansprüche. Selbst wenn die Administration neue Zölle auf anderer rechtlicher Grundlage einführt, würde sich die Haushaltssituation der USA um schätzungsweise ~150 Mrd. USD verschlechtern.

Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 11.01.2026 · 12:53

Märkte geben Trump weiter den „Benefit of the Doubt“

Aktien auf Rekordhoch, der USD fest, die gehandelte Cross-Market Volatilität bröckelt. Zum Ende der ersten Handelswoche 2026 scheint an den Märkten alles „Business as usual“. Das vorherrschende Narrativ ist: Trump ist ein Übergangsphänomen, die Mid-Terms im November 2026 werden es schon richten bzw. wie der Rheinländer sagt: „Et hätt noch emmer joot jejange“. Wir bei www.zins2.de warnen davor,

Aktien auf Rekordhoch, der USD fest, die gehandelte Cross-Market Volatilität bröckelt. Zum Ende der ersten Handelswoche 2026 scheint an den Märkten alles „Business as usual“. Das vorherrschende Narrativ ist: Trump ist ein Übergangsphänomen, die Mid-Terms im November 2026 werden es schon richten bzw. wie der Rheinländer sagt: „Et hätt noch emmer joot jejange“.

Wir bei www.zins2.de warnen davor, diese Ruhe 1:1 ins Portfolio zu übertragen. Politik wird derzeit wichtiger als Makro-Daten. Wir sehen Brüche mit fundamentalen Normen, die als „Tail-Risks“ zwingend eingepreist werden müssen:

1. Geopolitischer Stress: Der militärische Zugriff auf Venezuela ist das eine. Die Drohungen gegen den NATO-Partner Dänemark (Grönland) sind jedoch eine neue Dimension der Bündnis-Erosion mit potentiell dramatischen Auswirkungen für die Fiskalpolitik in der EU: weitere sprunghafte Zunahme gemeinschaftlicher Verschuldung.

2. Marktinterventionen: Die Ankündigung, den US-Verteidigungshaushalt bis 2027 um 500 Mrd. USD auf 1,5 Bio. USD hochzuschrauben , gepaart mit Dividenden-Stopps für Rüstungsfirmen und einer Begrenzung der Höhe der Kreditkartenzinsen auf 10 %, zeigt: Der US-Staat greift tief in die Corporate Governance ein und der „Common Sense“ Ansatz mit Blick auf die Märkte bröckelt.

3. Fed-Unabhängigkeit: Warum sollen die autokratischen Interventionen der US-Regierung vor der Fed Halt machen? Forderungen nach drastischen Zinssenkungen (=negative Realrenditen am kurzen Ende der USD-Kurve) und eine generelle Politisierung der Fed müssen in die Überlegungen zur Portfoliopositionierung mit einbezogen werden.

Fazit: Fixed-Income und FX-Märkte bleiben aktuell robust, aber Anleger sollten politische Risiken aktiv managen und geeignete Absicherungen für Tail‑Events vorsehen.

Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 09.01.2026 · 15:04

Kurvenspread 30/50 Jahre: wo bleiben die niederländischen Pensionskassen?

Während sich die EUR-Swapkurve nach den recht ordentlichen US-Arbeitsmarktzahlen im vorderen Bereich kaum verändert, fallen die Renditerückgänge am ultra‑langen Ende der EUR‑Swapkurve (30J −1,5 Bp, 50J −2,5 Bp) und die beschleunigte Verflachung zwischen 30 und 50 Jahrenfallen auch heute ins Auge. Offensichtlich sind die erwarteten Durationsanpassungen niederländischer Pensionskassen, zumindest in der ersten Januarwoche, geringer ausgefallen als

Während sich die EUR-Swapkurve nach den recht ordentlichen US-Arbeitsmarktzahlen im vorderen Bereich kaum verändert, fallen die Renditerückgänge am ultra‑langen Ende der EUR‑Swapkurve (30J −1,5 Bp, 50J −2,5 Bp) und die beschleunigte Verflachung zwischen 30 und 50 Jahrenfallen auch heute ins Auge.

Offensichtlich sind die erwarteten Durationsanpassungen niederländischer Pensionskassen, zumindest in der ersten Januarwoche, geringer ausgefallen als antizipiert. Marktteilnehmer, die auf eine Versteilung im hinteren Kurvenbereich gesetzt hatten, werden auf dem falschen Fuß erwischt und müssen Shorts eindecken. In der Folge outperformen Swaps gegenüber dem Buxel (30 Jahre) allein heute um 1,5 Bp (zum Vergleichszeitpunkt 30.12.2025: 6 Bp).

Angesichts der stark technisch getriebenen Kurvenbewegung hängt es nun für die weitere Entwicklung des 30/50er Spreads aber auch des Buxel-Spreads stark davon ab, ob kommende Woche die niederländischen Pensionskassen sich aus der Deckung wagen. Wenn nein, kann der Short-Squeeze am ultralangen Ende noch anhalten.

Grundsätzlich sehen wir von www.zins2.de starke Argumente, dass die Zinskurve zwischen 30 und 50 Jahren (und darüber hinaus) aufgrund des „Werts“ der Konvexität klar invers sein muss.

Kurvenspread 30/50 Jahre: wo bleiben die niederländischen Pensionskassen?
ICM