Deutsche Gas-Füllstände - ein Inflations-Warnsignal?
Ein Blick auf die aktuellen Füllstände der deutschen Gasspeicher lässt aufhorchen. Sie sind nur noch zu 44,6 % gefüllt. Das ist nicht nur rund 20 %-Punkte weniger als im Vorjahr, sondern unterschreitet sogar das Niveau von Mitte Januar im Krisenjahr 2022. Damals verhinderten nur massive Einsparungen der Industrie Rationierungen auch bei privaten Konsumenten. Die Speicher leeren sich aktuell um etwa
Ein Blick auf die aktuellen Füllstände der deutschen Gasspeicher lässt aufhorchen. Sie sind nur noch zu 44,6 % gefüllt. Das ist nicht nur rund 20 %-Punkte weniger als im Vorjahr, sondern unterschreitet sogar das Niveau von Mitte Januar im Krisenjahr 2022. Damals verhinderten nur massive Einsparungen der Industrie Rationierungen auch bei privaten Konsumenten. Die Speicher leeren sich aktuell um etwa 0,75 %-Punkte pro Tag und eine weitere Kältewelle würde diesen Trend beschleunigen.
Aktuell notiert der Gaspreis in Europa mit 32,8 EUR/MWh zwar nur leicht über dem 6-Monatsdurchschnitt, doch seit Mitte Dezember ist der Gaspreis bereits um ca. 25 % gestiegen. Eine Eskalation im Nahen Osten (Iran) und Einschränkungen von LNG-Lieferungen aus Qatar würden klare Aufwärtsrisiken für den Preis bedeuten.
Unsere Einschätzung bei www.zins2.de: Wir sind keine Energiemarkt-Experten, aber wir verstehen den Transmissionsriemen zur Inflation. Über das Merit-Order-Prinzip schlagen Gaspreise direkt auf den Strommarkt durch. Angesichts dieser Gemengelage gilt für Anleiheinvestoren: Inflationserwartungen (Breakevens) könnten weniger stabil als erwartet sein und es gilt Füllstände der Gasspeicher und den Gaspreis im Auge zu behalten.
Auf Bloomberg ist das Kürzel für den Füllstand in Deutschland: CGIEDEFU Index, der Gaspreis: TZTA Comdty