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Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 08.01.2026 · 14:08

NRW 2056 mit Rekordbuch - relevant für ultra-lange Laufzeiten insgesamt!

Am EUR-Primärmarkt sticht heute die 30-jährige NRW-Anleihe (01/2056, MS +62 Bp) hervor: Das Orderbuch lag bei über 16,7 Mrd. EUR – begünstigt durch das No-Grow-Format der Anleihe, das zu inflationierten Orders führte. Für uns bei zins2.de bestätigt das Ergebnis die These, dass zum Jahresbeginn – insbesondere durch hohe Liquiditätszuflüsse bei Versicherungen – die Nachfrage nach Cash-Bonds jenseits von 20 Jahren

Am EUR-Primärmarkt sticht heute die 30-jährige NRW-Anleihe (01/2056, MS +62 Bp) hervor: Das Orderbuch lag bei über 16,7 Mrd. EUR – begünstigt durch das No-Grow-Format der Anleihe, das zu inflationierten Orders führte.

Für uns bei zins2.de bestätigt das Ergebnis die These, dass zum Jahresbeginn – insbesondere durch hohe Liquiditätszuflüsse bei Versicherungen – die Nachfrage nach Cash-Bonds jenseits von 20 Jahren das Angebot übersteigt und entsprechende Performancechancen vs. Swaps bestehen. Diese Situation sollte anhalten.

Angesichts der Steilheit der NRW-Kurve auch jenseits von 30 Jahren erscheint es attraktiv, auch Laufzeiten wie 2068 bis 2079 in den Blick zu nehmen. Auch außerhalb der NRW-Kurve sehen wir relative Value amultra-langen Ende. Z. B. in EU-Anleihen: Diese handeln bei besseremRating als NRW günstiger (höherer Spread) und notieren auchgegenüber dem BIP-gewichteten Korb aus EU-Staatsanleihen günstig. Letzteres ist ein zusätzliches Argument für Investoren mit Fokus auf das ultra-lange Ende der EU-Kurve.

NRW 2056 mit Rekordbuch - relevant für ultra-lange Laufzeiten insgesamt!
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 07.01.2026 · 15:13

Supply-Tsunami & EUR-Kurvenverflachung

Der „Supply-Tsunami“ wird auch heute (07.01) trotz des massiven Volumens > 25 Mrd. € Gesamtangebot allein durch die 5 großen 10-jährigen Deals (Deutschland (Auktion), Belgien, KfW, EIB, DZ-Hyp) gut weggesteckt. Die Bücher der syndizierten Solva0-Deals waren bis zu 10-fach überzeichnet, das der DZ-Hyp knapp vierfach. Die Neuemissionsprämien (NIPs) schmolzen im Pricing-Prozess dahin. Auch wenn die Deals im Graumarkt noch etwas

Der „Supply-Tsunami“ wird auch heute (07.01) trotz des massiven Volumens > 25 Mrd. € Gesamtangebot allein durch die 5 großen 10-jährigen Deals (Deutschland (Auktion), Belgien, KfW, EIB, DZ-Hyp) gut weggesteckt. Die Bücher der syndizierten Solva0-Deals waren bis zu 10-fach überzeichnet, das der DZ-Hyp knapp vierfach. Die Neuemissionsprämien (NIPs) schmolzen im Pricing-Prozess dahin. Auch wenn die Deals im Graumarkt noch etwas fester handeln wären wir vorsichtig die Spreadeinengung vs. Swaps in die nächste Woche hinein zu extrapolieren.

Angesichts der Dynamik auch auf bei den outright Zinsen scheinen zwar manche Investoren von FOMO (Fear of Missing Out) geleitet zu sein, doch angesichts der Emissionsvolumina sollte dies zeitlich nur begrenzt sein. Hinzu kommt, dass viele Handelstische von Marketmakern zwar ins Jahr mit niedrigen Beständen gestartet sind, doch sich inzwischen ebenfalls „voll-laden“ können, so dass ab nächster Woche sich der Neuemissionsmarkt zäher gestalten sollte.

Wir von www.zins2.de sehen uns grundsätzlichin unserer Sicht bestätigt, dass lange und ultra-lange Laufzeiten zum Jahresstart 2026 Value bieten. (interessant wird die 30-jährige Neuemission vonm Land NRW morgen!) Die Swap-Kurve verflacht sich nicht nur zwischen 2 und 10 Jahren deutlich, sondern auch zwischen 10 und 30 Jahren und 30 und 50 Jahren. Vor allem letzteres dürfte ein „Pain-Trade“ angesichts der fehlenden bzw. geringer als erwarteten Flows von niederländischen Pensionskassen zum Jahresstart sein (Schließen von Receivern).  Zudem hilft die heutige Veröffentlichung des Rückgangs der Euroland Kerninflation auf 2,3% im Dezember dem langen Ende der Kurve.

Vor dem entscheidenden US-Arbeitsmarktbericht am Freitag wären wir von www.zins2.de jedoch nach der schon erfolgten EUR-Zinsbewegung (10J EUR Swap -8 Bp seit 30.12)vorsichtig, outright auf weitere schnelle Renditerückgänge zu setzen. Dagegen erscheinen Cash-Renditen mit Laufzeiten >30 Jahre vor allem ggü. Swaps auf absehbare Zeit weiterhin attraktiv.

Supply-Tsunami & EUR-Kurvenverflachung
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 06.01.2026 · 07:56

Der "Schnabel-Hike" der EZB wird ausgepreist – lange Laufzeiten bleiben gesucht

Die vorläufigen deutschen Inflationszahlen für Dezember fielen mit HVPI 2,0 % yoy niedriger aus als erwartet (2,2 %). In Kombination mit den sehr niedrigen französischen Daten (0,7 % yoy) werden die nach den hawkishen Kommentaren von EZB‑Direktoriumsmitglied Schnabel Anfang Dezember eingepreisten leichten Zinserhöhungserwartungen für die zweite Jahreshälfte 2026 nun wieder ausgepreist. Die EUR‑Swapkurve verschiebt sich bis 30 Jahre

Die vorläufigen deutschen Inflationszahlen für Dezember fielen mit HVPI 2,0 % yoy niedriger aus als erwartet (2,2 %). In Kombination mit den sehr niedrigen französischen Daten (0,7 % yoy) werden die nach den hawkishen Kommentaren von EZB‑Direktoriumsmitglied Schnabel Anfang Dezember eingepreisten leichten Zinserhöhungserwartungen für die zweite Jahreshälfte 2026 nun wieder ausgepreist.

Die EUR‑Swapkurve verschiebt sich bis 30 Jahre um rund 3 Bp nach unten, ähnlich bewegt sich die Bundkurve. Angesichts des ab morgen (07.01.) erwarteten hohen Angebots langer Duration wäre ein Steepening intuitiver gewesen. Die Bewegung unterstreicht jedoch die Einschätzung von www.zins2.de, dass lange Laufzeiten nach der Kurvenversteilung derletzten Monate sowohl gegenüber Swaps als auch outright Value bieten.

Auch die Positionierung dürfte eine Rolle spielen. Der Markt war/ist – antizipierend auf Flows niederländischer Pensionskassen – im Ultra-Long-End wohl eher short Duration positioniert. Bleiben diese Flows geringer als gedacht, ist der Weg des geringsten Widerstands aktuell: tiefere Renditen.

Worauf es morgen ankommt: Der Markt dürfte nach den heutigen deutschen Inflationszahlen etwas schwächere Eurolandzahlen morgen um 11:00 Uhr schon eingepreist haben. Der Fokus shiftet eher auf: Primary Market Action: Viele 10-Jahres-Syndizierungen (u.a. Belgien, EIB, KfW, DZ-Hyp) werden die Aufnahmefähigkeit des Marktes testen.US Makro: Nachdem der ISM Manufacturing enttäuschte, warten alle auf den ISM Services und den ADP-Report (beide Dezember) als Vorboten für die Non-Farm Payrolls am Freitag. Schlechte US-Daten könnten den Renditerückgang global zementieren.

Der "Schnabel-Hike" der EZB wird ausgepreist – lange Laufzeiten bleiben gesucht
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 05.01.2026 · 15:27

Starker Start am EUR‑Primärmarkt – über alle Marktsegmente hinweg!

Der EUR‑Primärmarkt startet beeindruckend ins neue Jahr. Über alle Segmente hinweg – Staatsanleihen, Solva 0, Covered Bonds und Financials – zeigen sich die ersten Neuemissionen außerordentlich stark nachgefragt. Der hohe Anlagebedarf, der bereits das zweite Halbjahr 2025 geprägt hat, setzt sich fort: Spreads werden weiter eingezogen und Anleihen werden mit ohne Neuemissionsprämie auf oder unter der Sekundärmarktkurve gepreist. High‑Beta‑Emittenten

Der EUR‑Primärmarkt startet beeindruckend ins neue Jahr. Über alle Segmente hinweg – Staatsanleihen, Solva 0, Covered Bonds und Financials – zeigen sich die ersten Neuemissionen außerordentlich stark nachgefragt. Der hohe Anlagebedarf, der bereits das zweite Halbjahr 2025 geprägt hat, setzt sich fort: Spreads werden weiter eingezogen und Anleihen werden mit ohne Neuemissionsprämie auf oder unter der Sekundärmarktkurve gepreist. High‑Beta‑Emittenten zeigen erneut eine deutliche Outperformance.

Für uns bei zins2.de bestätigt sich die Einschätzung, dass gerade lange Laufzeiten angesichts der Kurvenversteilung der letzten Monate und attraktiver absoluter Renditen auf robuste Nachfrage treffen werden und Value bieten. Einige Beispiele unterstreichen die Dynamik:

Land Niedersachsen (Dualtranche) Die 10‑jährige Tranche war mit 7,6 Mrd. EUR bei einer Größe von 1,5 Mrd. EUR rund 5‑fach überzeichnet. Gepreist wurde bei MS +26 Bp, also unter der Sekundärkurve. Zum Vergleich: Die NIESA 2,75% 01/2035 wurde Anfang 2025 noch bei MS +43 Bp und einem Orderbuch von 1,9 Mrd. EUR platziert.

Arkea Covered Bond (10J, 750 Mio. EUR) Mit einem Orderbuch von 3,6 Mrd. EUR massiv überzeichnet. Die Spreads konnten vom IPT bei MS +64 Bp auf MS +56 Bp eingezogen werden. Die starke Nachfrage reflektiert, dass die Anleihe zu den attraktivsten Aaa‑Assets in der Eurozone zählt.

Bank of Ireland Tier 2, 500 Mio. EUR 12NC7. Buch 4,25 Mrd. EUR, Spread um 35 Bp auf MS +135 reingezogen.Trotz der aktuell starken Aufnahme der Neuemissionen – und das mitten in der „Hessenwoche“ – bleibt anzuzweifeln, dass dieses Momentum bis in den Februar hinein anhalten kann. Denn erfahrungsgemäß wollen die Emittenten die Spreadeinengung ausreizen. Zunächst aber dürfte die positive Stimmung anhalten.

Starker Start am EUR‑Primärmarkt – über alle Marktsegmente hinweg!
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 04.01.2026 · 10:18

Eurozone 2026: Nettoemissionen bei Staatsanleihen gehen zurück – aber nicht in Deutschland --> Spreadimplikationen

Die Nettostaatsanleiheemissionen in der Eurozone (etwa 590 Mrd. EUR) werden zusammen mit den Fälligkeiten von Staatsanleihen in den EZB-Portfolien (etwa 285 Mrd. EUR) 2026 voraussichtlich rund 875 Mrd. EUR erreichen (– leicht unter den 890 Mrd. EUR von 2025). Nach dem deutlichen Anstieg der Nettoemissionen um ca. 150 Mrd. EUR in 2025 bedeutet dies eine spürbare Entlastung. Für uns bei www.

Die Nettostaatsanleiheemissionen in der Eurozone (etwa 590 Mrd. EUR) werden zusammen mit den Fälligkeiten von Staatsanleihen in den EZB-Portfolien (etwa 285 Mrd. EUR) 2026 voraussichtlich rund 875 Mrd. EUR erreichen (– leicht unter den 890 Mrd. EUR von 2025). Nach dem deutlichen Anstieg der Nettoemissionen um ca. 150 Mrd. EUR in 2025 bedeutet dies eine spürbare Entlastung. Für uns bei www.zins2.de bestätigt dies die Einschätzung, dass sich die Versteilung der Cash-Kurven 2026 – insbesondere jenseits von 10 Jahren Laufzeit – nicht weiter dynamisch fortsetzen dürfte.

Allerdings verläuft die Entwicklung der Nettoemissionen ähnlich wie schon in 2025 nicht homogen, was Auswirkungen auf die Staatsanleihespreads in der Eurozone haben dürfte:

Deutschland: Nettoemissionen +30 Mrd. EUR

Frankreich: Nettoemissionen weitgehend unverändert

Italien: Nettoemissionen –30 Mrd. EUR

Parallel dazu nimmt die gemeinschaftliche Schuldenaufnahme der EU weiter zu und die Ratingkonvergenz Peripherie-Semicore dürfte anhalten. In Summe spricht dieses Umfeld dafür, dass deutsche Bundesanleihen weiter ihre Safe-Haven Prämie etwas einbüßen und gegenüber anderen Euroland-Staatsanleihen underperformen. Zumindest bis Ende Q2/Q3 2026, wenn der Fokus zunehmend auf die französischen Präsidentschaftswahlen im April 2027 fällt, sollte dieser Zustand anhalten.

Eurozone 2026: Nettoemissionen bei Staatsanleihen gehen zurück – aber nicht in Deutschland --> Spreadimplikationen
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 03.01.2026 · 13:34

Regime-Change in Venezuela – Auswirkungen auf Geopolitik und Märkte

Die Meldung über den Angriff der USA und die Entführung von Präsident Maduro ist eine direkte Umsetzung der neuen US National Security Strategy und zeigt, wie Washington die Einteilung der Welt in Einflusszonen der Großmächte interpretiert – eine Art Monroe-Doktrin 2.0. Diese Politik lässt geopolitische Risiken (und damit Risikoprämien) weltweit ansteigen!In Europa: Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland einem Waffenstillstand in

Die Meldung über den Angriff der USA und die Entführung von Präsident Maduro ist eine direkte Umsetzung der neuen US National Security Strategy und zeigt, wie Washington die Einteilung der Welt in Einflusszonen der Großmächte interpretiert – eine Art Monroe-Doktrin 2.0. Diese Politik lässt geopolitische Risiken (und damit Risikoprämien) weltweit ansteigen!In Europa: Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland einem Waffenstillstand in der Ukraine zustimmt, sinkt. Gleichzeitig bleiben die Sorgen bestehen, dass sich die USA langfristig aus Europa zurückziehen könnten. Ostasien/China: Die Wahrscheinlichkeit, dass China in den kommenden Quartalen auf einen Regime-Change in Taiwan setzt, nimmt zu – mit potenziell erheblichen Folgen für die gesamte Region und die globalen Lieferketten. Hier dürften die Märkte vor allem den Fokus setzen.MarktauswirkungenÖlmarkt: Die Erwartung, dass ein Regime-Change mittelfristig zu höherenvenezolanischen Ölexporten führt, wirkt tendenziell dämpfend auf den Ölpreis und damit disinflationär. Ob das am Montag die erste Schlussfolgerung ist, werden die nächsten Stunden zeigen wenn es mehr Hinweise auf die Situation in Venezuela gibt. US-Energiewerte dürften zum Wochenstart outperformen da Erwartungen hoch sind, dass sie präferierten Zugang zum venezolanischen Öl erhalten werden.Rüstungssektor:Die Notwendigkeit hoher Militärausgaben wird vor Augen geführt.  Rüstungsaktien bleiben gefragt und dürften weiter ein „Eigenleben“ mit geringer Korrelation zu den Gesamtmärkten beibehalten.Aktienindizes Korea, Taiwan, Japan dürften in der ersten Reaktion eher underperformen angesichts der steigender Risikoprämien mit Blick auf China-Taiwan.Zinsmärkte:Der Druck der Realpolitik, höhere Haushaltsdefizite im Umfeld steigender Rüstungsausgaben zu akzeptieren nimmt aus Sicht von www.zins2.de weiter zu. Neben der Diskussion um gemeinschaftliche Finanzierung von Verteidigungsausgaben in der EU (=Spreadkompression) dürften Risikoprämien am langen Ende der EUR- aber auch USD-Zinskurven weiter auf hohem Niveau verharren bzw. weiter etwas ansteigen (Kurvenversteilung über Realrenditen).

Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 02.01.2026 · 18:56

Spannender Start ins Jahr 2026 für EUR-Zinskurven

Zum Jahresstart versteilte sich die Bund-Kurve bärisch und der 2/10er Kurvenspread weitete sich um 2,5 Bp aus, 10/30 legte um 0,5 Bp zu. Angesichts der niedrigen Liquidität sind die Bewegungen nicht über zu interpretieren. Als Auslöser der Bewegung sehen wir von www.zins2.de die Schwäche des US-Treasurymarktes und das dortige bear-steepening, das über die Futures

Zum Jahresstart versteilte sich die Bund-Kurve bärisch und der 2/10er Kurvenspread weitete sich um 2,5 Bp aus, 10/30 legte um 0,5 Bp zu. Angesichts der niedrigen Liquidität sind die Bewegungen nicht über zu interpretieren. Als Auslöser der Bewegung sehen wir von www.zins2.de die Schwäche des US-Treasurymarktes und das dortige bear-steepening, das über die Futures auch auf die Bundkurve abstrahlt, sowie den „offiziellen Transitionstart“ für einige der niederländischen Pensionsfonds. Entsprechend underperformen Bunds ggü. Swaps und der Buxel-Spread fällt um 2 Bp auf -25 Bp, im 10-jährigen Punkt beträgt die Underperformance von Bunds 1 Bp.Die deutlichen Veränderungen zwischen Bunds und Swaps dürften - abhängig von der Wahl der Zinsabsicherung, zu deutlichen P&L Swings in Portfolios führen, auch da angesichts der geringen Marktliquidität SSA-Anleihen und Covered Bonds vor allem im ultralangen Laufzeitbereich kaum aussagefähige Bewegungen zeigten.

Spannender Start ins Jahr 2026 für EUR-Zinskurven
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 02.01.2026 · 12:11

Makrodaten für den Jahresstart – wenn Vola ansteigt, dann kommt's aus den USA

Frohes Neues Jahr von www.zins2.de ! Während die Märkte am 2. Januar noch im Feiertagsmodus verharren dürften, geht es kommende Woche sowohl in den USA als auch der Eurozone mit Datenimpulsen für die Fed und die EZB los. Dabei spielt die Musik eher in den USA. Vor allem der US-Arbeitsmarktbericht am 9.01. ist für die globalen Bondmärkte von

Frohes Neues Jahr von www.zins2.de ! Während die Märkte am 2. Januar noch im Feiertagsmodus verharren dürften, geht es kommende Woche sowohl in den USA als auch der Eurozone mit Datenimpulsen für die Fed und die EZB los. Dabei spielt die Musik eher in den USA. Vor allem der US-Arbeitsmarktbericht am 9.01. ist für die globalen Bondmärkte von Relevanz wobei es eine deutliche Überraschung (Konsens NFP +55 Tsd.) nach unten brauchen würde, um für die Sitzung der Fed am 28. Januar ernsthafte Zinssenkungserwartungen aufkommen zu lassen (aktuell eingepreist -4 Bp). In der Folgewoche dürften neben den US CPI Daten (November) am 13. Januar vor allem die mit den JPM-Morgan startende Q4 25 US-Berichtssaison (13. Dez.) in den Fokus der Investoren rücken. Stärker als auf den Makrodaten dürfte für die EUR-Zinskurven der Fokus auf möglichen Flows im Zusammenhang mit den Umstellungen niederländischer Pensionskassen richten (Durationsabbau über Schließen von ultralangen Receiver-Swaps, Portfolioumschichtungen über Abbau von Positionen in deutschen und niederländischen Staatsanleihen (welche Laufzeit?))

Hier ist der Makro-Datenfahrplan für die kommenden Tage:

Freitag 02.01.: Finale Einkaufsmanagerindizes Euroland verarb. Gewerbe (Dezember) – ohne große Relevanz. Sollte die Diskrepanz zwischen Industrie (schwach) und Dienstleistungen bestätigen.

Dienstag 6.01.: Vorläufige deutsche und französische Inflationszahlen für Dezember. Ein Rückgang der deutschen Jahresrate auf 2,0 % nach 2,3% wird aufgrund niedriger Energiepreise erwartet, aber wenig Einfluss auf EZB-Zinserwartungen. Finale Dienstleistungs PMIs Euroland (Dez.) weiter recht robust.

Mittwoch, 07.01.: Eurozone HICP Inflation (Flash, Dez) Erwartet wird leichter Rückgang von 2,1% auf 2,0%, Kernrate unverändert 2,4%. Auswirkungen auf EZB-Erwartungen in Q1 26 sollten sehr begrenzt sein. EZB sieht den Leitzins von 2% als adäquat. Auch wir von www.zins2.de erwarten für 2026 keine Zinsänderung, wobei wir eher das Risiko einer Zinssenkung als das einer Zinsanhebung sehen.

Freitag, 09.01.: US Non-Farm Payrolls (NFP) Erwartet wird ein Anstieg der NFP-Zahl um 55 Tsd. und ein Rückgang der Arbeitslosenquote von 4,6% auf 4,5%. Vor allem eine erneute Überraschung bei der Arbeitslosenquote nach oben würde die Erwartungen für eine Zinssenkung im März (50 % Wahrscheinlichkeit eingepreist) schüren.

Dienstag, 13.01.: US CPI (Verbraucherpreise für November) wobei der Fokus eher auf den Januarzahlen liegt da sich dann herausstellen wird, wie viel von dem zollbedingten Preisdruck in den normalen Preisanpassungen zum Jahresstart reingepackt werden wird. Zinserwartungen für die FEDActivate to view larger image,

Makrodaten für den Jahresstart – wenn Vola ansteigt, dann kommt's aus den USA
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 30.12.2025 · 16:47

Negative Equity Risk Premium - weniger ein Warnsignal für Aktien als für Anleihen!

Die Konsensschätzungen für 2026 sind ausgehend von den Niveaus kurz vor Weihnachten klar positiv: S&P 500 +9,7%, EuroStoxx 50 +7,1%, Nikkei +14,2%. Gleichzeitig liegt die Gewinnrendite des S&P 500 (Reziprok des KGVs) inzwischen aber unter der Rendite 10‑jähriger US‑Treasuries – die Equity Risk Premium ist also negativ. Aktien sind im Vergleich zu

Die Konsensschätzungen für 2026 sind ausgehend von den Niveaus kurz vor Weihnachten klar positiv: S&P 500 +9,7%, EuroStoxx 50 +7,1%, Nikkei +14,2%. Gleichzeitig liegt die Gewinnrendite des S&P 500 (Reziprok des KGVs) inzwischen aber unter der Rendite 10‑jähriger US‑Treasuries – die Equity Risk Premium ist also negativ. Aktien sind im Vergleich zu US-Treasuries teuer. Doch ist dies automatisch ein Warnzeichen für eine bevorstehende Aktienkorrektur? Wir von Zins2.de sind skeptisch.Die niedrige bzw. negative Equity Risk Premium ist aus unserer Sicht kein Aktien‑, sondern ein Anleiheproblem. Sie zeigt die wachsenden Sorgen der Investoren über: steigendes Staatsanleiheangebot, langfristige Schuldentragfähigkeit und führt damit zu einer Erosion der Safe‑Haven‑Prämie von Staatsanleihen. Das Ergebnis sind Umschichtungen aus Staatsanleihen in reale Assets wie Aktien, Gold oder Immobilien. Für die Rentenmärkte heißt dies: steigende Laufzeitprämien, Versteilung der Zinskurven, enge bzw. negative Spreads zwischen Staatsanleihen und Swaps (Bund-Swap, UST-SOFR etc.)Fazit: Eine fallende Equity Risk Premium ist aus unserer Sicht kein isoliertes Argument für eine Aktienkorrektur, sondern Ausdruck einer strukturellen Veränderung in der globalen Assetallokation . Rücksetzer bei Aktien sind natürlich immer möglich – aber sie dürften erneut schnell als Kaufgelegenheit wahrgenommen werden.

Negative Equity Risk Premium - weniger ein Warnsignal für Aktien als für Anleihen!
ICM