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Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 18.01.2026 · 13:36

Schlüsselevents der Woche - Politik dominiert: WEF Davos, Eurogruppe, US-Supreme Court

In dieser Woche stehen nur wenige relevante Konjunkturdaten an, und auch die Zahl der Unternehmensberichte (Q4 2025) aus den USA und Europa bleibt überschaubar. Das ändert sich erst in der darauffolgenden Woche, wenn mit Meta, Tesla, Microsoft und Apple vier der Magnificent 7 ihre Q4 Ergebnisse vorlegen (28.01. und 29.01.). Entsprechend wird der Wochenstart klar von politischen Themen

In dieser Woche stehen nur wenige relevante Konjunkturdaten an, und auch die Zahl der Unternehmensberichte (Q4 2025) aus den USA und Europa bleibt überschaubar. Das ändert sich erst in der darauffolgenden Woche, wenn mit Meta, Tesla, Microsoft und Apple vier der Magnificent 7 ihre Q4 Ergebnisse vorlegen (28.01. und 29.01.). Entsprechend wird der Wochenstart klar von politischen Themen dominiert (USA Montag Feiertag, Martin Luther King Day).

Die von Präsident Trump angekündigten zusätzlichen US Zölle ab dem 1. Februar – 10 % auf alle Importe aus wichtigen EU Staaten sowie aus UK und Norwegen, ab Juni sogar 25 % – dürften zwar in dieser Form kaum umgesetzt werden (u. a. wegen der ausstehenden Supreme Court Entscheidung zur Rechtmäßigkeit der Zölle und zunehmendem Widerstand innerhalb der republikanischen Partei). Dennoch zeigen die politischen Wirrungen von Trump, dass auch das Handelsabkommen zwischen den USA und der EU keine Entwarnung in der Zollfrage bietet. Das am 19.01. beginnende World Economic Forum (WEF) mit Trump dürfte aus europäischer Sicht zudem weitere unerfreuliche Schlagzeilen produzieren. Marktteilnehmer müssen politische Tail Risiken – etwa hinsichtlich NATO Bestand oder strukturellen Veränderungen innerhalb der EU – stärker gewichten, insbesondere falls die EU wie von Präsident Macron gefordert das Anti Coercion Instrument als Reaktion auf Trumps Grönlandpolitik aktiviert.
Neben der Zolleskalation und dem WEF steht das Treffen der Finanzminister der Eurozone (19.01.) im Fokus. Der Vorschlag für die Nachfolge von Luis de Guindos als EZB Vizepräsident (seine Amtszeit endet am 31. Mai 26) ist in der von Proporz geprägten EZB relevant für die spätere Nachfolge von Präsidentin Lagarde, deren Amtszeit am 31.10.2027 endet.
Ein weiterer politischer Datenpunkt ist die Anhörung im Fall Lisa Cook vor dem US Supreme Court am 22.01. Die Einschätzung von www.zins2.de dazu finden Sie im vorherigen Post.

Marktausblick von www.zins2.de zum Wochenstart
EUR Zinskurve:
Höhere US Zölle bzw. das Risiko einer Eskalation treffen die Eurozone in einer konjunkturell sensiblen Phase. Es ist fraglich, ob die jüngst angehobenen Wachstumsprognosen für 2026 Bestand haben. Am kurzen Ende der Kurve sollten die Renditen zum Wochenstart etwas nachgeben, ohne dass die Erwartungen stabiler EZB Zinsen für 2026 ernsthaft infrage stehen. Am langen Ende dürfte die Underperformance von Bunds gegenüber anderen Euroland Staatsanleihen anhalten, da Spekulationen über eine stärkere gemeinsame Schuldenaufnahme in der EU zunehmen. Die Bund Kurve sollte sich daher etwas versteilen (2/10), und Bunds sollten gegenüber Swaps underperformen.
FX: EURUSD dürfte sich weiter leicht abschwächen.
Gold/Silber: Edelmetalle sollten Rückenwind erhalten.
Aktien: Die Risikowahrnehmung dürfte insgesamt zunehmen, Gewinnmitnahmen könnten dominieren. Exportwerte mit hohem US Exposure sollten underperformen, Rüstungswerte sollten outperformen.

Wichtiger als Makrodaten sind in dieser Woche noch die Erdgaspreise, die in Europa zuletzt aufgrund stark sinkender Speicherstände (insbesondere in Deutschland) deutlich anzogen. Die erneut erwartete Kältewelle könnte die Preise weiter treiben und über volatilere Inflationserwartungen auf die EUR Kurve wirken.


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Die hier bereitgestellten Inhalte stellen keine Anlageberatung, keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und keine Aufforderung zum Tätigen von Geschäften dar. Alle Einschätzungen, Marktkommentare und Analysen spiegeln ausschließlich unsere aktuelle Meinung wider und können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Eine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Informationen wird nicht übernommen. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Quelle der Grafik: Bloomberg und eigene Berechnungen.

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Schlüsselevents der Woche - Politik dominiert: WEF Davos, Eurogruppe, US-Supreme Court
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 16.01.2026 · 12:00

Anhörung im Fall Lisa Cook am Donnerstag vor dem US‑Supreme Court – wichtig für die Markteinschätzung zur zukünftigen Fed‑Politik

Die strafrechtlichen Vorladungen gegen Fed‑Vorsitzenden Powell haben die Frage der politischen Unabhängigkeit der Federal Reserve erneut in den Marktfokus gerückt. Die 10‑jährigen Inflationserwartungen (Breakevens) der US‑Treasurylinker zeigen bislang jedoch keine nennenswerte Nervosität und bewegen sich seit 2023 stabil in einer Bandbreite zwischen 2,20 % und 2,40 %. Während Trump Gerüchten zufolge auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos (19.

Die strafrechtlichen Vorladungen gegen Fed‑Vorsitzenden Powell haben die Frage der politischen Unabhängigkeit der Federal Reserve erneut in den Marktfokus gerückt. Die 10‑jährigen Inflationserwartungen (Breakevens) der US‑Treasurylinker zeigen bislang jedoch keine nennenswerte Nervosität und bewegen sich seit 2023 stabil in einer Bandbreite zwischen 2,20 % und 2,40 %.

Während Trump Gerüchten zufolge auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos (19.–23. Januar) die Nachfolge von Fed‑Chair Powell bekanntgeben könnte, steht am Donnerstag, 22. Januar, ein weiteres wichtiges Ereignis für die Einschätzung der zukünftigen Fed‑Politik an: Der US‑Supreme Court (SCOTUS) verhandelt den Fall der Fed‑Gouverneurin Lisa Cook. Trump hatte im September 2025 versucht, sie wegen angeblicher Falschangaben bei einer Hypothek zu entlassen. Ein Gericht stoppte dies, nun befasst sich SCOTUS mit dem Fall. Ein endgültiges Urteil wird erst im April erwartet, doch könnte die Anhörung bereits Hinweise auf die Tendenz der Entscheidung liefern.

Ähnlich wie bei der anstehenden SCOTUS‑Entscheidung zur Rechtmäßigkeit von Trumps „reziproken“ Zöllen wären wir von Zins² jedoch überrascht, wenn das Gericht die Executive Power des Präsidenten weiter ausweiten würde – insbesondere vor dem Hintergrund des als Angriff auf die Fed‑Unabhängigkeit wahrgenommenen möglichen Strafverfahrens gegen Powell. Aber natürlich haben wir in diesem Feld als Europäer einen Bias in Richtung der Aufrechterhaltung bestehender Normen und Institutionen.

Sollte jedoch der Eindruck entstehen, dass Trumps Entlassungsversuch trotz dünner und widersprüchlicher Faktenlage rechtmäßig war und SCOTUS die Entscheidung des Berufungsgerichts aufhebt, wäre am Markt vermutlich mit steigenden Risikoprämien zu rechnen. Dies würde weitere Checks and Balances schwächen und politische Kurswechsel der US‑Regierung könnten noch extremer ausfallen. Zudem könnte Trump bei der Zusammensetzung des Fed‑Boards deutlich stärker „durchregieren“, da missliebige Mitglieder leichter entlassen werden könnten. Die politische Abhängigkeit der Fed würde zunehmen.

Das lange Ende der Treasury‑Kurve dürfte in diesem Szenario mit höheren Risikoprämien reagieren, Edelmetalle zusätzlichen Rückenwind erhalten und der USD tendenziell schwächer werden. Unabhängig vom Ausgang gilt: Die Anhörung im Fall Lisa Cook vor SCOTUS am kommenden Donnerstag wird für die Märkte von zentraler Bedeutung sein.


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Anhörung im Fall Lisa Cook am Donnerstag vor dem US‑Supreme Court – wichtig für die Markteinschätzung zur zukünftigen Fed‑Politik
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 15.01.2026 · 17:50

Synchrones Flattening: Wenn der "Consensus Steepener" zum Pain-Trade wird

Das Bild an den Zinsmärkten ist aktuell eindeutig – und für viele schmerzhaft: Wir sehen ein synchrones Flattening der Kurven in den USA, Europa und Japan. Die Treiber der Bewegung: USA (2s10s): Überraschend starke Wirtschaftsdaten führen zu einem Repricing der Fed-Zinssenkungserwartungen. Die 2-jährigen US-Renditen steigen (+3,5 Bp), was die Kurve vorne nach oben drückt was wiederum als Pain-Trade auch auf

Das Bild an den Zinsmärkten ist aktuell eindeutig – und für viele schmerzhaft: Wir sehen ein synchrones Flattening der Kurven in den USA, Europa und Japan.

Die Treiber der Bewegung: USA (2s10s): Überraschend starke Wirtschaftsdaten führen zu einem Repricing der Fed-Zinssenkungserwartungen. Die 2-jährigen US-Renditen steigen (+3,5 Bp), was die Kurve vorne nach oben drückt was wiederum als Pain-Trade auch auf 10/30 abstrahlt. Denn viele Marktteilnehmer hatten auf Steeper gesetzt (Thema: Politisierung der Fed, Supreme Court/Zölle). Diese Positionen werden nun reduziert/geschlossen – ein klassischer Pain-Trade, der ähnlich auch in Japan zu beobachten ist. Im EUR-Zinsraum schieben konstruktive Konjunkturdaten (dt. BIP 2025, Euroland Industrieproduktion Dezember) das kurze Ende leicht nach oben, da verbliebene Zinssenkungserwartungen für die EZB weiter reduziert werden. 10-jährige Laufzeiten halten sich nahezu unverändert und die Verflachung im 2/s10er Segment sorgt für einen Squeeze zwischen 10 und 30 Jahren da auch hier der Flattener der Pain-Trade ist.  

Unsere Sicht bei zins2.de: Wir hätten diese Bewegung am kurzen Ende in dieser Dynamik nicht erwartet, sehen aber aktuell keinen Grund, uns gegen den Markt zu stellen.

Unser Abaki Fixed Income Convexity Fonds profitiert in diesem Umfeld weiter von seiner Positionierung am ultra-langen Ende der EUR-Kurve und beschert dem Fonds heute einen erneuten Höchststand.


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Synchrones Flattening: Wenn der "Consensus Steepener" zum Pain-Trade wird
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 15.01.2026 · 10:37

Deutsche Gas-Füllstände - ein Inflations-Warnsignal?

Ein Blick auf die aktuellen Füllstände der deutschen Gasspeicher lässt aufhorchen. Sie sind nur noch zu 44,6 % gefüllt. Das ist nicht nur rund 20 %-Punkte weniger als im Vorjahr, sondern unterschreitet sogar das Niveau von Mitte Januar im Krisenjahr 2022. Damals verhinderten nur massive Einsparungen der Industrie Rationierungen auch bei privaten Konsumenten. Die Speicher leeren sich aktuell um etwa

Ein Blick auf die aktuellen Füllstände der deutschen Gasspeicher lässt aufhorchen. Sie sind nur noch zu 44,6 % gefüllt. Das ist nicht nur rund 20 %-Punkte weniger als im Vorjahr, sondern unterschreitet sogar das Niveau von Mitte Januar im Krisenjahr 2022. Damals verhinderten nur massive Einsparungen der Industrie Rationierungen auch bei privaten Konsumenten. Die Speicher leeren sich aktuell um etwa 0,75 %-Punkte pro Tag und eine weitere Kältewelle würde diesen Trend beschleunigen.

Aktuell notiert der Gaspreis in Europa mit 32,8 EUR/MWh zwar nur leicht über dem 6-Monatsdurchschnitt, doch seit Mitte Dezember ist der Gaspreis bereits um ca. 25 % gestiegen. Eine Eskalation im Nahen Osten (Iran) und Einschränkungen von LNG-Lieferungen aus Qatar würden klare Aufwärtsrisiken für den Preis bedeuten.

Unsere Einschätzung bei www.zins2.de: Wir sind keine Energiemarkt-Experten, aber wir verstehen den Transmissionsriemen zur Inflation. Über das Merit-Order-Prinzip schlagen Gaspreise direkt auf den Strommarkt durch. Angesichts dieser Gemengelage gilt für Anleiheinvestoren: Inflationserwartungen (Breakevens) könnten weniger stabil als erwartet sein und es gilt Füllstände der Gasspeicher und den Gaspreis im Auge zu behalten.

Auf Bloomberg ist das Kürzel für den Füllstand in Deutschland: CGIEDEFU Index, der Gaspreis: TZTA Comdty

Deutsche Gas-Füllstände - ein Inflations-Warnsignal?
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 14.01.2026 · 18:55

Bull-Flattening der EUR-Swapkurve (14.01.26) wirft Fragen auf. Puzzleteile passen nicht ganz zusammen

Das ultra-lange Ende (30-50J): Business as usual, hier dominieren weiterhin technische Faktoren. Die erwarteten Glattstellungen von Receiver-Swaps durch niederländische Pensionskassen bleiben aus. Folge: Die Kurve flacht zwischen 10 und 50 Jahren um knapp 3 Bp, Swaps outperformen Bunds (30J) leicht. Das ist nachvollziehbar. Die Kurvenbewegung zwischen 2 und 10 Jahren ist schwieriger zu greifen: Bunds (10J) outperformen Swaps deutlich um

Das ultra-lange Ende (30-50J): Business as usual, hier dominieren weiterhin technische Faktoren. Die erwarteten Glattstellungen von Receiver-Swaps durch niederländische Pensionskassen bleiben aus. Folge: Die Kurve flacht zwischen 10 und 50 Jahren um knapp 3 Bp, Swaps outperformen Bunds (30J) leicht. Das ist nachvollziehbar.

Die Kurvenbewegung zwischen 2 und 10 Jahren ist schwieriger zu greifen: Bunds (10J) outperformen Swaps deutlich um 1,4 Bp und lassen auch andere Euroland-Peers hinter sich – obwohl das Scheitern der Misstrauensvoten gegen die Regierung Lecornu in Frankreich eingepreist war. Zudem passt die Cross-Market-Betrachtung nicht zur Kurvenbewegung. Wir sehen steigende Ölpreise (Iran-Eskalation) und anziehende Inflationserwartungen, dazu leichten risk-off bei Aktien und Credit. Normalerweise ein Rezept für steilere Kurven oder zumindest Druck auf Duration. Dass wir stattdessen eine "Flucht" in 10-jährige Bunds sehen, ist kontraintuitiv (auch angesichts des hohen Supplys SSA/EUR-Govies heute).

Unser Fazit von www.zins2.de: Manchmal ist eine Marktbewegung mehr Rauschen als Signal. Angesichts der Diskrepanz zwischen geopolitischem Inflationsdruck und der heutigen Kurvenbewegung raten wir dazu, diesen Move im 2-10J Bereich nicht überzubewerten.

Bull-Flattening der EUR-Swapkurve (14.01.26) wirft Fragen auf. Puzzleteile passen nicht ganz zusammen
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 14.01.2026 · 11:24

Covered Bonds 2026: Starker Start mit "Durations-Hunger" – aber erste Bremsspuren

Die Covered‑Bond‑Saison 2026 startet mit beeindruckendem Tempo. Bereits vor Abschluss der zweiten vollen Handelswoche liegt das Neuemissionsvolumen bei über 20 Mrd. EUR – mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum 2025 (damals <10 Mrd. EUR; 27 Mrd. EUR im gesamten Januar). Auffällig ist zudem die längere durchschnittliche Laufzeit der diesjährigen Deals: 7,25 Jahre gegenüber 5,

Die Covered‑Bond‑Saison 2026 startet mit beeindruckendem Tempo. Bereits vor Abschluss der zweiten vollen Handelswoche liegt das Neuemissionsvolumen bei über 20 Mrd. EUR – mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum 2025 (damals <10 Mrd. EUR; 27 Mrd. EUR im gesamten Januar). Auffällig ist zudem die längere durchschnittliche Laufzeit der diesjährigen Deals: 7,25 Jahre gegenüber 5,6 Jahren im Vorjahr.

Bei diesem hohen Supply, engen Neuemissionsprämien und absolut deutlich engeren Spreads über Swaps im Vergleich zu Januar 2025 überrascht es nicht, dass sich viele Covered Bonds im Sekundärmarkt nach der ersten Emissionswelle schwer tun. Ähnliches zeigt sich inzwischen auch bei deutschen Länderanleihen nach der jüngsten Spreadeinengung.

Unsere Einschätzung bei www.zins2.de: Emittenten werden in den kommenden Wochen trotz hoher Liquidität der Investoren kaum darum herumkommen, wieder etwas höhere Neuemissionsprämien zu bieten. Die Marktstimmung bleibt
jedoch insgesamt konstruktiv, und das Risiko eines deutlichen Rücksetzers erscheint weiterhin begrenzt.

Covered Bonds 2026: Starker Start mit "Durations-Hunger" – aber erste Bremsspuren
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 13.01.2026 · 21:59

Help is on the way“: Trumps Post zum iranischen Volk löst Ölpreis-Spike aus - Stimmung am Anleihemarkt dürfte zunächst volatiler werden

Donald Trumps direkte Ansprache an das iranische Volk sorgt für Bewegung an den Energiemärkten und Brent Crude klettert auf 65,5 USD (höchster Wert seit Ende Oktober) und testet die 200-Tage-Linie von unten. Das Risiko eines schnellen militärischen Eingreifens der USA muss als recht hoch eingeschätzt werden. Der höhere Ölpreis zieht die Inflationserwartungen (Breakevens) mit sich. Für EUR- und USD-Staatsanleihen

Donald Trumps direkte Ansprache an das iranische Volk sorgt für Bewegung an den Energiemärkten und Brent Crude klettert auf 65,5 USD (höchster Wert seit Ende Oktober) und testet die 200-Tage-Linie von unten. Das Risiko eines schnellen militärischen Eingreifens der USA muss als recht hoch eingeschätzt werden.

Der höhere Ölpreis zieht die Inflationserwartungen (Breakevens) mit sich. Für EUR- und USD-Staatsanleihen dürfte dies in den kommenden Tagen eine Belastung darstellen, vor allem wenn die 200-Tagelinie gerissen wird. Seit Ende 2025 haben die 5-jährigen Inflationsswaps schon um 5 Bp zugelegt.

Wir von www.zins2.de mahnen jedoch zur Differenzierung. Preist der Markt eine militärische Eskalation ein, steigt Öl. Preist er jedoch einen erfolgreichen, schnellen Regimewechsel ein, ändert sich das Bild drastisch, denn die Sanktionen gegen den Iran würden fallen und Irans Ölexporte würden deutlich anziehen. Statt Knappheit droht dann eine Angebotsschwemme, und Trumps Aussagen nach Ölpreisen um 50 USD könnten zurück in den Marktfokus rücken. Entsprechend abrupt können die Stimmungsschwankungen an den Anleihemärkten verlaufen.

Help is on the way“: Trumps Post zum iranischen Volk löst Ölpreis-Spike aus - Stimmung am Anleihemarkt dürfte zunächst volatiler werden
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 13.01.2026 · 10:38

Outright Gegenwind für die EUR-Kurve: USA & Japan diktieren den Takt

Nach dem bullischen Flattening der EUR-Swapkurve am Montag sehen wir heute Morgen (13.01) eine Gegenbewegung wobei sich die Verflachung 10/30 und 30/50 fortsetzt. Der gestern skizzierte Paintrade am ultralangen Ende der Kurve hält an. Wir bei www.zins2.de sind skeptisch, dass die outright Abwärtsbewegung der Renditen um den 10-jährigen Kurvenpunkt noch viel Potenzial nach unten hat.

Nach dem bullischen Flattening der EUR-Swapkurve am Montag sehen wir heute Morgen (13.01) eine Gegenbewegung wobei sich die Verflachung 10/30 und 30/50 fortsetzt. Der gestern skizzierte Paintrade am ultralangen Ende der Kurve hält an.

Wir bei www.zins2.de sind skeptisch, dass die outright Abwärtsbewegung der Renditen um den 10-jährigen Kurvenpunkt noch viel Potenzial nach unten hat. Allerdings nutzen wir die niedrige Volatilität, um die moderate short Position im Abaki Fixed Income Convexity (WKN A40RCV) via out-of-the-money-Calls (Bund/Buxl) gegen Tail-Risiken abzusichern.

Die massive Underperformance von Bunds gegenüber Länderanleihen seit Anfang des Jahres scheint ebenfalls recht weit gelaufen, spiegelt allerdings stark die Supply-Asymmetrie sowie Erwartungen zu neuem Momentum bei der gemeinsamen Schuldenaufnahme in der EU wider.

Der Blick richtet sich heute nach Übersee:

1) USA: CPI & JPM Die Berichtssaison startet (JP Morgan), und die Inflationsdaten kommen. Unsere These: Eine schwache Dezember CPI-Zahl würde heute eher dem S&P 500 („Goldilocks“-Narrativ) als Treasuries helfen. Warum? Das Risiko einer politischen Einflussnahme auf die Fed begrenzt Renditerückgänge am langen Ende der Kurve.

2) Japan: Neuwahlen voraus? In Tokio brodelt die Gerüchteküche um eine Parlamentsauflösung (23. Jan). Dies würde Ministerpräsidentin Takaichi stärken, die für expansive Fiskalpolitik sowie nur geringe Zinsanhebungen der Bank of Japan steht. Der Markt reagiert sofort: JGB-Kurve versteilt sich bärisch,  USD/JPY läuft Richtung 160.

Outright Gegenwind für die EUR-Kurve: USA & Japan diktieren den Takt
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 12.01.2026 · 16:30

Niederländische Pensionskasse PFZW mischt die EUR-Zinskurve zum Wochenstart auf

Zum Wochenstart setzt sich die starke Verflachung der EUR‑Zinskurve fort, nachdem die niederländische Pensionskasse PFZW (EUR 250 Mrd. AuM) weiterhin recht hohe Nachfrage nach Duration signalisiert. Als Reaktion engt sich der Spread zwischen 10 und 50 Jahren (EUR‑Swapkurve, 6M) um etwa 3 Basispunkte ein und Swaps outperformen deutlich gegenüber Bunds; Im 30-jährigen Segment outperformen Swaps Bunds (Buxl-Spread) um

Zum Wochenstart setzt sich die starke Verflachung der EUR‑Zinskurve fort, nachdem die niederländische Pensionskasse PFZW (EUR 250 Mrd. AuM) weiterhin recht hohe Nachfrage nach Duration signalisiert. Als Reaktion engt sich der Spread zwischen 10 und 50 Jahren (EUR‑Swapkurve, 6M) um etwa 3 Basispunkte ein und Swaps outperformen deutlich gegenüber Bunds; Im 30-jährigen Segment outperformen Swaps Bunds (Buxl-Spread) um 1,9 Bp und Swaps notieren inzwischen 31 Bp unter Bunds — der größte Abstand seit Mitte November 2025.

Für uns von www.zins2.de zeigt die Bewegung wie stark das ultra-lange Ende technisch dominiert bleibt und dass im Vorfeld die Erwartungen an den Abbau von Duration übertrieben war. Marktteilnehmer, die im Vorfeld mittels Steepenern auf deutliche Flows aus dem Schließen von Receiver-Swaps der niederländischer Pensionskassen gesetzt hatten, müssen diese nun schließen. Der Pain-Trade ist in vollem Gange und es ist (noch) zu früh, um auf eine Gegenbewegung zusetzen.

Niederländische Pensionskasse PFZW mischt die EUR-Zinskurve zum Wochenstart auf
Michael Ramon Klawitter
Michael Ramon Klawitter 12.01.2026 · 08:19

Gefährliche Eskalation in Washington – Gold auf Rekordhoch

US-Staatsanwälte haben eine strafrechtliche Untersuchung gegen Jay Powell eingeleitet. Der Vorwurf: Es geht offiziell um Unregelmäßigkeiten bei der $2,5 Mrd. teuren Renovierung des Fed-Hauptquartiers und Powells Aussage dazu vor dem Kongress. Trump bestreitet eine direkte Einmischung, legt aber verbal nach („Er ist nicht gut bei der Fed und nicht gut beim Bauen von Gebäuden“). Der Goldpreis schoss daraufhin im

US-Staatsanwälte haben eine strafrechtliche Untersuchung gegen Jay Powell eingeleitet. Der Vorwurf: Es geht offiziell um Unregelmäßigkeiten bei der $2,5 Mrd. teuren Renovierung des Fed-Hauptquartiers und Powells Aussage dazu vor dem Kongress. Trump bestreitet eine direkte Einmischung, legt aber verbal nach („Er ist nicht gut bei der Fed und nicht gut beim Bauen von Gebäuden“). Der Goldpreis schoss daraufhin im asiatischen Handel auf ein neues Rekordhoch von 4600 USD.

Powells Reaktion: In einem beispiellosen Statement weist er die Vorwürfe zurück und nennt sie einen „Vorwand“, um die Unabhängigkeit der Fed zu brechen. Sein Zitat: „Die Androhung einer Anklage ist die Konsequenz daraus, dass wir Zinsen basierend auf dem Gemeinwohl setzen, statt den Vorlieben des Präsidenten zu folgen.“

Wir von www.zins2.de sehen uns in unserer Einschätzung bestätigt, dass der Markt das  „Politisierungs-Risiko“ der US-Geldpolitik unterschätzt: Wenn die Unabhängigkeit der Fed fällt, müssen Märkte deutlich höhere Risikoprämien über die verschiedenen Assetklassen hinweg einpreisen:

1)    Versteilungstendenzen der US-Treasurykurve,

2)    USD-Schwächer

3)     US-Aktien underperformen ggü. anderen globalen Märkten da Investoren die hohe Gewichtung in US-Aktien (z. B. über den MSCI-World) verringern.

4)    Reale Assets wir Edelmetalle bzw. Rohstoffe insgesamt legen weiter zu.

Gefährliche Eskalation in Washington  – Gold auf Rekordhoch
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